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Sport
Basketball: Trierer Marco Marzi (40) neuer DBB-Vizepräsident

Über zehn Jahre lang pfiff der Trierer Marco Marzi Spiele in der 2. Bundesliga (das Foto zeigt ihn bei einem Testspiel der TBB in der Arena) – damit ist nun Schluss: Als DBB-Vizepräsident ist der 40-Jährige künftig für das Schiedsrichterwesen zuständig.
Über zehn Jahre lang pfiff der Trierer Marco Marzi Spiele in der 2. Bundesliga (das Foto zeigt ihn bei einem Testspiel der TBB in der Arena) – damit ist nun Schluss: Als DBB-Vizepräsident ist der 40-Jährige künftig für das Schiedsrichterwesen zuständig.
Trier. Ein Trierer in der Führungsspitze: Marco Marzi (40) ist das jüngste Präsidiumsmitglied im Deutschen Basketball Bund (DBB). Von Andreas Feichtner
Andreas Feichtner

Gefühlt ist Trier schon immer eine Basketball-Stadt, einer der großen Traditionsstandorte in Deutschland. Aber so ganz stimmt das nicht. Denn der Sport kam erst in den 80ern so richtig in den Herzen der Trierer an, mit den Aufstiegen in die 2. Liga und in die Bundesliga, beide unter Trainer Wolfgang Esser. Als der TV Germania 1990 in die höchste Liga aufstieg, war Marco Marzi zwar erst elf Jahre alt – aber schon Feuer und Flamme. „Das war ein richtiger Boom damals“, sagt er – und freut sich, dass die Begeisterung nach 25 Jahren Erstliga-Basketball auch in der zweiten Liga bewahrt wurde. „Ich hatte nach dem Abstieg nicht gedacht, dass so schnell wieder so viele Zuschauer kommen würden. Da war in der letzten Saison richtig gute Stimmung, auch dank der vielen knappen Spiele.“

Marzi hat den Basketball in Trier zwischen Damals und Heute aus ganz verschiedenen Perspektiven miterlebt und geprägt, in unterschiedlichen Rollen: Als Fan und Spieler, als Schiedsrichter (bis hoch in die Pro A und Damen-Bundesliga), zwischenzeitlich als Fanclub-Vorsitzender, seit Jahren als Vereinsvorsitzender des Trimmelter SV. Zudem ist er seit 2017 Vorsitzender des Stadtsportverbands Trier. Warum er so viele Ehrenämter hat? Da ist er pragmatisch. Irgendjemand müsse es machen. „Dann ist es nicht schlecht, wenn auch mal Jüngere Verantwortung übernehmen“, sagt er. Und, nicht ganz im Ernst: „Vielleicht habe ich auch zu selten Nein gesagt.“

Marco Marzi ist im Basketball zwischenzeitlich in die erste Liga aufgestiegen, auch wenn er das so nie sagen würde. „Ich bin gefragt worden – und habe Ja gesagt“, so kommentiert er seinen neuen Posten im deutschen Basketball: Der 40-jährige Trierer ist seit Juni neuer Vizepräsident des Deutschen Basketball Bundes. Als Jüngster in der Führungsspitze, aber damit kennt er sich aus. Mit 30 war er „Vize“ des Basketball-Verbands Rheinland-Pfalz, vier Jahre später wurde er Präsident. Das Amt hat er nun an den Igeler Reinolf Dibus abgegeben.

Hochklassig pfeifen wird Marzi nun nicht mehr, die Wochenend-Trips quer durch Deutschland fallen flach. „Ich kümmere mich im Präsidium um die Sportorganisation und die Schiedsrichter, bin auch für den IT-Bereich zuständig. Ich habe über zehn Jahre lang in der Pro A gepfiffen und habe das gerne gemacht. Aber es lässt sich nicht mehr vereinbaren, wenn man für die Schiedsrichter zuständig ist“, sagt er. Hauptberuflich arbeitet Marzi im Controlling bei JTI in Trier.

Der Basketball sei in Deutschland gut aufgestellt, wenn auch nicht in allen Bereichen. „In der Spitze läuft es. Leistungsmäßig haben wir uns gut entwickelt. Es ist kein Zufall, dass die Zahl an deutschen Spielern in der NBA gestiegen ist.“ Dafür gebe es Gründe: Die Sichtung sei besser geworden, die Qualität der Trainer, durch die Regularien in der BBL haben sich zudem die Einsatzzeiten für deutsche Talente erhöht.

„Aber in der Breite sieht es nicht optimal aus. In den größeren Städten geht es noch, aber in der Fläche – auf den Dörfern – ist die Situation sehr schwierig.“ Das gelte auch für die Schiedsrichter-Suche: „Die wird immer schwieriger.“

Basketball stehe klar im Schatten des Fußballs, „wie jeder andere Sport in Deutschland auch“, sagt er. „Basketball müsste stärker im Fernsehen vertreten sein und nicht nur im Internet, wo niemand zufällig beim Zappen hängenbleibt. Der Fußball überlagert alles. Da werden selbst Viertliga-Spiele live im Fernsehen übertragen.“