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Triererin Karoline Kohr: Nach dem Aufstieg in die Champions League

Frauenfußball : Triererin Karoline Kohr: Nach dem Aufstieg in die Champions League

Nach fünf Jahren verlässt die Stürmerin den 1. FC Köln und schließt sich dem RFC Union Luxemburg an.

Zum dritten Mal in fünf Jahren ist Karoline Kohr mit dem 1. FC Köln in die Frauenfußball-Bundesliga aufgestiegen. Für die Mission Klassenerhalt wird die 25-Jährige den Geißböcken in der kommenden Saison aber nicht mehr zur Verfügung stehen. Stattdessen kehrt die Stürmerin in ihre Heimat zurück.

Als Kohr am letzten Spieltag der Zweitligasaison 2020/21 in der 87. Minute gegen die SG 99 Andernach zum 2:0-Endstand traf, war dies nicht nur der Schlusspunkt einer erfolgreichen Saison des FC. Für die Angreiferin war es gleichzeitig der letzte Auftritt im Trikot der Rheinländerinnen. „Ich bin stolz, noch einmal die Meisterschaft in der zweiten Bundesliga geholt zu haben“, sagt Kohr im TV-Gespräch. 15 Siege, ein Unentschieden – die Kölnerinnen haben in der zweigleisigen zweiten Liga souverän den direkten Wiederaufstieg geschafft.

Kohr steuerte fünf Treffer zum Aufstieg bei. Beim 6:1-Erfolg gegen den 1. FFC Niederkirchen gelang ihr ein Dreierpack. Anders als in den vergangenen Jahren gehörte die gebürtige Triererin in der abgelaufenen Saison nicht mehr zum uneingeschränkten Stammpersonal. Zwar stand Kohr beinahe in allen Pflichtspielen auf dem Feld, kam meist aber als Einwechselspielerin zum Einsatz. Ihre Rolle im Team nahm die Schwester von Mainz 05-Profi Dominik Kohr sportlich: „Auch wenn wir abgestiegen waren, hatten wir im Vergleich zum Vorjahr noch einmal unglaublich an Qualität gewonnen. Der Konkurrenzkampf war dadurch sehr groß.“

Ein Höhepunkt in der Zeit beim FC, in die drei Aufstiege und zwei Abstiege fielen, war für Kohr die gemeinsame Aufstiegs-Feier mit den Profi-Herren des 1. FC Köln vor 50 000 Zuschauern im RheinEnergie-Stadion 2019. Auch das langjährige Training unter Poldolski-Entdecker und ,Trainer-Ikone’ Willi Breuer, der inzwischen zu einem guten Freund der Kohr-Familie geworden ist, wird die Spielerin nicht vergessen.

Nun aber zieht es die Mediengestalterin zurück in ihre Heimat nach Trier. „Ich hatte immer schon die Absicht, irgendwann zurückzukehren“, erklärt Kohr. Ausschlaggebend sei dabei insbesondere ihre private Situation gewesen. Anders als die meisten ihrer ehemaligen Kölner Mannschaftskolleginnen geht die Spielerin in Vollzeit ihrem Beruf nach. Auch ihr Freund lebt in Trier – zwischen Profifußball und Arbeit blieb da in den vergangenen Jahren wenig Zeit. Das soll sich nun ändern. „In Trier kann ich alles besser vereinen: Fußballspielen, Job und Privatleben“, sagt Kohr.

So ganz wird sie der Domstadt jedoch nicht den Rücken kehren: Ihren Job als Mediengestalterin wird die 25-Jährige in Köln behalten und größtenteils aus dem Homeoffice arbeiten. „Über diese Möglichkeit bin ich sehr froh“, sagt die Angreiferin.

Statt ein drittes Mal mit dem 1. FC Köln in der Bundesliga auf dem Platz zu stehen, wartet auf die Offensivspielerin ein neues Abenteuer. Kohr wird ab der kommenden Saison für den frisch gebackenen luxemburgischen Meister RFC Union Luxemburg auf Torejagd gehen. Zwar sei das Niveau in der luxemburgischen ersten Liga sehr unterschiedlich und nicht mit der deutschen Bundesliga zu vergleichen, dafür kann sich Kohr bei Racing aber auf höchstem Niveau präsentieren: Durch die Meisterschaft haben sich die Luxemburgerinnen die Chance auf die Teilnahme an der Champions League gesichert. Mit dem 1. FC Köln wäre das auf absehbare Zeit nicht möglich gewesen.

Kohr bestreitet mit ihrer neuen Mannschaft Mitte August die Qualifikation zur Königsklasse. Gespielt wird zunächst in einem Vierer-Turnier, in dem sich der Sieger für die nächste Runde qualifiziert. „Das ist eine tolle Erfahrung, die ich unbedingt mitnehmen will und auf die ich mich sehr freue“, erklärt Kohr, die zunächst für drei Jahre beim RFC Union unterschrieben hat.

Auch in Luxemburg dürfte man sich bereits auf die Spielerin freuen. Schließlich bekommt der amtierende Meister mit der 91-fachen deutschen Erst- und Zweitligaspielerin (31 Treffer) eine echte Torjägerin.