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TV Bitburg: Skijacke im Training – und die Bank macht Rabatz​

Handball-Rheinlandliga Männer : TV Bitburg: Skijacke im Training – und die Bank macht Rabatz

Wegen der aktuellen Hallenprobleme in der Stadt ist bei den Handballern Improvisationskunst gefragt.

Das hat es abseits der Corona-Pandemie noch nicht gegeben. Der Handball-Rheinlandligist TV Bitburg musste das normalerweise zuschauerträchtige Duell mit der HSG Hunsrück am vergangenen Samstag als Geisterspiel austragen. Grund: Die Halle des St.-Willibrord-Gymnasiums konnte nach einem Wasserschaden zwar wieder genutzt werden, doch sie war für Zuschauer noch nicht freigegeben. Das bedeutet schmerzhafte Einnahmeausfälle für den TVB, die Jürgen Enders aus der Abteilungsleitung auf rund 750 bis 1000 Euro brutto beziffert. Geld, das in der Kalkulation für den Spielbetrieb fehlt.

Bitburg wollte mit der HSG das Heimrecht tauschen, doch kurzfristig habe der Gast laut TVB-Angaben dem Ansinnen eine Absage erteilt. So spielten die Hausherren mit Wut im Bauch - und gewannen deutlich (siehe Überblick rechts auf dieser Seite). „Hut ab vor der Mannschaft, die Charakter gezeigt hat. Unsere Bank sollte mehr Rabatz machen als sonst und so die Rolle der fehlenden Zuschauer einnehmen. Das hat ganz gut geklappt“, lobt Trainer Sigi Garbe, der mit seinen Spielern auch zuletzt im Training Hürden zu meistern hatte. Da aktuell auch die Turnhalle der Otto-Hahn-Realschule plus (dort werden Brandschäden behoben) und die Dreifeld-Sporthalle der ehemaligen Edith-Stein-Hauptschule Bitburg (sie wird planmäßig saniert) nicht zur Verfügung stehen, mussten die Rheinlandliga-Handballer in eine Halle der Sportschule Bitburg ausweichen. Garbe: „Wir waren sehr dankbar, diese Möglichkeit zu bekommen. Aber die Halle dort ist für Basketball ausgelegt und damit eigentlich zu klein – und sie ist nicht beheizt und isoliert. Ich stand beim Training mit der Skijacke am Rand und hatte Angst, dass sich die Spieler wegen kalter Finger Verletzungen zuziehen.“

Wegen der Hallenschließungen in Bitburg wurden bereits zwei TVB-Rheinlandligaspiele verlegt, ein drittes wird laut Enders Mitte Januar hinzukommen, wenn die Abitur-Arbeiten im St.-Willibrord-Gymnasium anstehen. Garbe: „Zur Not, müssen wir vielleicht ein Spiel erst nach dem eigentlichen Saisonende nachholen.“

Nach dem Abpfiff der Partie gegen die HSG Hunsrück applaudierten die Bitburger Spieler dem nicht vorhandenen Publikum. Das soll tunlichst eine Ausnahme bleiben.