TV-Serie „Handball ist unser Leben!“ Als „Herbys“ Braut am Hochzeitstag den Anwurf ausführte

Hermeskeil · Herbert Thielen erlebte mit dem TV Hermeskeil publikumsträchtige Handball-Derbys in der Hochwaldhalle und einen außergewöhnlichen Tag der Trauung. Einem Abenteuer glich eine Fahrt nach Brandenburg.

TV-Serie "Handball ist unser Leben!": Als „Herbys“ Braut am Hochzeitstag den Anwurf ausführte
Foto: Herbert Thielen zwei/privat

Herbert „Herby“ Thielen war im Handball eher ein Spätstarter. Als 14-Jähriger kam er vom Turnen zum Mannschaftssport. „Ein Förderer war Paul Irsch. Er brachte das Ganze ins Rollen. Ohne ihn hätte es den Handball in dieser Form in Hermeskeil nie gegeben“, erklärt der mittlerweile 69-Jährige.

„Ich erinnere mich noch gut an unser erstes Jugendspiel auf dem Großfeld gegen den TSC Pfalzel, das wir mit 4:7 verloren. Damals unkten die Pfalzeler: ,Kommt ihr mal nach Pfalzel, unsere besten Spieler haben heute gefehlt.’ Und sie hatten recht. Das Rückspiel verloren wir mit 1:26!“

Mit 17 Jahren bestritt Thielen sein erstes Spiel in einer Seniorenmannschaft. Das Team des TV Hermeskeil wurde immer stärker, da sich der Bundeswehrstandort in der Stadt im Hochwald positiv bemerkbar machte und immer wieder starke Spieler hervorbrachte.

Der große Aufschwung begann 1975: „Die Hochwaldhalle wurde fertig, und Dieter Moser verschlug es beruflich nach Hermeskeil. Er wurde später Spielertrainer. 1978 stiegen wir nach mehreren Anläufen in die Oberliga Rheinland auf. Toll waren die Lokalderbys gegen Biewer, die DJK/MJC Trier und die Saarburger Fortuna, bei denen die Hochwaldhalle fast immer ausverkauft war“, sagt Thielen, dem ein Ereignis in besonderer Erinnerung blieb: „Am 20. September 1979 sollte eigentlich unser Pokalspiel gegen Vallendar stattfinden, doch das Spiel musste auf den 30. September verlegt werden. Und genau das war der Tag, an dem sich meine Frau und ich das „Jawort“ geben wollten. Das taten wir auch, und sie durfte am 30. September dann den Anwurf ausführen, selbstverständlich im Brautkleid!“

 Haben Sie ihn gleich entdeckt? Das Foto zeigt Herbert Thielen als früheren Spieler des TV Hermeskeil links unten kniend. Heute ist das Haar etwas spärlicher, doch der Bart ist geblieben (Bild unten).

Haben Sie ihn gleich entdeckt? Das Foto zeigt Herbert Thielen als früheren Spieler des TV Hermeskeil links unten kniend. Heute ist das Haar etwas spärlicher, doch der Bart ist geblieben (Bild unten).

Foto: privat

In den 1980er Jahren stand Thielen als Trainer in Diensten bei Losheim, der HSG Irmenach/Kleinich und der DJK/MJC Trier. Die HSG Irmenach/Kleinich führte Thielen aus der Landesliga in die Oberliga.

Gerne blickt er auf einen besonderen Besuch in Ostdeutschland zurück: „Im Sommer 1990 fuhren wir zum Erstligaclub Stahl Brandenburg, der bereits 1989 bei uns zu Besuch war. Auf der Fahrt wurde unser Bus von der Volkspolizei auf den Kopf gestellt. Untergebracht waren wir in einem Wohnheim des Stahlwerks. Essen konnten wir in der Kantine. Der Wirt besorgte uns ein 30-Liter-Fass Bier, das er 30 Kilometer entfernt abholen musste. An diesem Tag gab es einfach nichts mehr zu kaufen, alle Geschäfte hatten geschlossen, da einen Tag später die Umstellung auf die D-Mark kam“, erinnert sich Thielen.

Seine Trainertätigkeit setzte Thielen in den Folgejahren fort. Er übernahm verschiedene Jugendmannschaften, in denen auch sein Enkelsohn Moritz, der mittlerweile in der 1. Herrenmannschaft des TV Hermeskeil spielt, anfing. „Er hat sicherlich mehr Talent als sein Opa, doch es fehlt ihm der Ehrgeiz“, sagt Thielen.

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Foto: tv

Seine Freizeit verbringt er mit seiner Ehefrau Ulrike gerne bei Fahrten mit dem Wohnmobil. Im Skiclub Dollberg ist er noch im Vorstand aktiv, er fährt zweimal jährlich nach Österreich zum Skilaufen. Thielen: „Regelmäßig treffe ich mich auch noch mit Rainer Köhnen (ehemals Spieler des TuS Pallien), mit dem ich Rad fahre. Es geht nicht ohne sportliche Betätigung, und so habe ich seit dem Frühjahr auch wieder eine D-Jugendmannschaft in Hermeskeil als Trainer übernommen.“

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