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TV-Serie: Peter Lörscher - Handballer, Skifahrer und „Moscht-König“

TV-Serie „Handball ist unser Leben!“ : Peter Lörscher: Handballer, Skifahrer und „Moscht-König“

Peter ,Pit’ Lörscher spielte in der Region lange beim TSC Pfalzel und beim TuS Daun. Daneben zeigt er ein feines Gespür als Handwerker und Getränke-Produzent.

Vom Handballer zum „Moscht-König“: Peter Lörscher aus Trier war und ist vielseitig aktiv – auf und abseits des Felds.

Erste Handballerfahrung sammelte Lörscher, den in der Szene alle nur unter seinem Spitznamen „Pit“ kennen, in der C-Jugend des TSC Pfalzel. Mehrmals wurde Lörscher mit dem TSC B- und A-Jugendmeister im Bezirk und auch im Rheinland.

„Prägend in dieser Zeit waren meine Trainer, die Elsen-Brüder Jörg und Bernd. Ohne Handball wäre mein Leben sicher nicht so positiv verlaufen“, lobt Lörscher. In der C-Jugend wurde das erste Großfeldspiel in Wittlich zur bleibenden Erinnerung, das Wittlich mit 1:0 (!) gewann: „Als kleine Pänz haben wir den Ball kaum bis ins Tor bekommen.“

Peter Lörscher Foto: privat

Noch gut erinnert er sich auch an eine Begebenheit nach dem Gewinn der A-Jugend-Meisterschaft im Bezirk: „Wir waren zu einem Turnier in Luxemburg eingeladen, und der ehemalige Palliener Spieler und spätere Torwart unserer Großfeldmannschaft – Elmar Monzel – fuhr uns mit dem Bus nach Luxemburg. Wir fanden die Halle nicht, irrten in Luxemburg umher, und dann entschied sich Elmar, zu einer Polizeistation zu fahren. Dort half man uns gleich weiter, und ein luxemburgisches Polizeiauto zeigte uns mit Blaulicht voran die Halle. Das Turnier haben wir dann auch noch gewonnen.“

Lörschers Talent wurde früh erkannt, und so absolvierte er als Nachwuchsspieler verschiedene Lehrgänge und Spiele der Rheinlandauswahl und der Westdeutschen Meisterschaft. 1972 wurde er sogar für die Jugendolympiade in Augsburg nominiert. Lörscher: „Ich war fester Teil der Mannschaft, zog mir aber im Abschlusstraining eine Rückenverletzung zu und konnte nicht mitspielen. Das hat mich schon sehr geärgert“.

Im Seniorenbereich belegte Lörscher mit seinem TSC immer Spitzenplätze in der Landesliga, er war zudem auf dem Großfeld in der Oberliga aktiv.

Peter Lörscher neu Foto: TV/privat

Die Einberufung zur Bundeswehr 1974 nach Daun sollte dann das Leben des Pfalzelers verändern, der fortan für den TuS Daun auf Torejagd ging. „Ich kam meiner Wehrpflicht nach, wohnte weiterhin in Pfalzel, war aber als Soldat in Daun in der Kaserne. Mein damaliger ,Spieß’ Willi Dohr überredete mich dazu, mich als Zeitsoldat auf acht Jahre zu verpflichten. Das Ziel war, in Daun eine schlagkräftige Handballmannschaft aufzubauen. Ich habe dann im letzten Jahr meiner Soldatenzeit die Ausbildung als Sportlehrer abgeschlossen und fand eine Anstellung in der Fachklinik Rosenberg in Daun. Dort lernte ich meine jetzige Frau Rose kennen, die in der Klinik als Therapeutin arbeitete. Bezirksliga, Landesliga, Oberliga, Regionalliga mit einer Supertruppe – und dazu eine herrliche Zeit in der Eifel“, blickt „Pit“ zurück.

Im gleichen Atemzug fallen die Namen vieler Weggefährten: Rainer Schwab, Jochen Scheler, Michel Weinmann, Pit Schüller, die Kauffeld-Brüder, Heinz Hammann, Andreas „Tex“ Texeira und Micha Lehnertz.

Eine alte Schlagzeile aus dem Trierischen Volksfreund hat Lörscher noch im Kopf. Der TV titelte: Ostfriesisches Märchen Dauner Machart – Pit Lörscher tanzte durch die gegnerische Abwehr. „Angespielt wurde dabei auf Trainer Jochen Scheler, der aus Norddeutschland stammte. Doch ich musste mir wochenlang die Fragen gefallen lassen, ob ich das Handballtraining aufgegeben hätte und nun Tanzunterricht bekäme.“

Peter Lörscher neu zwei Foto: privat

Aus familiären Gründen verabschiedete sich Lörscher 1991 aus Daun. Sein Weg führte ihn nach Baden-Württemberg, wo er das Elternhaus seiner Frau – einen ehemaligen Bauernhof aus dem Jahr 1650 – komplett renovierte und seine Umschulung zum Physiotherapeuten begann.

Im Jahr 2000 erfüllte er sich denTraum von einer eigenen Praxis in den ehemaligen Kuh- und Sauställen des Anwesens, die entsprechend umgebaut wurden. Dort arbeitete Lörscher bis zum Eintritt in die Rente am 1. Juni dieses Jahres. Er übergab die Praxis an einen ehemaligen Kollegen aus seiner Handball-Zeit in Göllsdorf, einem Ortsteil von Rottweil.

„Von 1991 bis 2000 habe ich noch bei der Alten Herren von Rottweil-Göllsdorf gespielt, unter anderem um die württembergische Meisterschaft, doch mit 46 Jahren war dann jobbedingt durch die eigene Praxis Schluss mit dem aktiven Handballer-Leben“, sagt Lörscher.

Neben dem Handball hat er sich auch dem Tennis und dem Skifahren verschrieben. Beides pflegt er seit seiner Dauner Zeit. In seiner neuen Wahlheimat spielte er zwischen 1991 und 2016 noch Tennis, sogar in der Oberliga.

Leidenschaftliches sportliches Hobby von „Pit“ bleibt aber das Skifahren. So stehen regelmäßige Skitermine im Kalender, meist in den Alpen: „Doch wir waren auch schon in Salt Lake City, den Rocky Mountains und haben nächstes Jahr Kanada im Visier.“

Zu seinem Privatvergnügen produziert Lörscher hausgemachten Viez, der im ,Ländle’ als ,Moscht’ bezeichnet wird. „Ich habe eine Streuobstwiese, auf der die ganz alten Apfelsorten wachsen, die ich verarbeite. In guten Jahren produziere ich bis zu 500 Liter, im Normalfall 200 Liter. Die sind für den privaten Gebrauch, und ich verschenke den Moscht an Freunde in der Nachbarschaft.

Logo Serie Handball ist unser Leben! Foto: tv

Auch mit dem Getränk mischt Lörscher – wie einst im Handall – vorne mit. „Mit meinem Moscht habe ich mich in den vergangenen Jahren an der Prämierung des Freundeskreises beteiligt. Dabei stellen Produzenten ihre Erzeugnisse zur Verkostung an, die dann von einer Jury bewertet werden. Bislang war ich immer mit meinem Erzeugnis in der Spitzengruppe dabei. Zweimal wurde ich sogar Moscht-König, berichtet er stolz.