TV-Sportlerwahl 2023 Gala der Besten: Draußen schüttet es, doch drinnen strahlt die Sonne

Trier · Überraschte und stolze Gewinner sowie gut gelaunte Platzierte: Die Gäste der TV-Sportlerwahl-Gala feiern im Rokoko-Saal des Kurfürstlichen Palais sich und andere – und lassen sich vom miesepetrigen Wetter nicht anstecken.

Bilder: Impressionen der TV-Sportlerwahl-Gala 2023​
41 Bilder

Impressionen der TV-Sportlerwahl-Gala 2023

41 Bilder
Foto: TV/Sebastian Schwarz

Der Regen prasselte an die hohen Fenster, der Wind ließ kleinere und größere Äste durch die Luft fliegen. Während draußen in Trier ein kleiner Wintersturm hauste, war die Großwetterlage im Kurfürstlichen Palais eine ganz andere. Im festlichen Rokoko-Saal schien die Sonne, und das gleich mehrfach im übertragenen Sinn.

Bei der TV-Sportlerwahl-Gala wurden die besten Sportlerinnen, Sportler, Trainer und Mannschaften des Jahres 2023 aus der Region Trier geehrt. Nicht alle Nominierten konnten persönlich da sein – wegen Wettkämpfen, beruflicher Verpflichtungen oder Krankheit. Die meisten von ihnen schalteten sich aber mit Video-Botschaften der Gala zu. Etwa die Sportlerin des Jahres, Yvonne Engel. Die Leichtathletin des LT Schweich meldete sich via Bildschirm aus einem Trainingslager in Portugal. „Wir haben blauen Himmel, angenehme 23 Grad – hier lässt es sich richtig gut aushalten“, grüßte sie mit Sonnenbrille nach Trier und machte so den Gala-Gästen ein bisschen die Nase lang.

Bei der 18. Auflage der Publikumswahl wurden 35.075 Einzelstimmen für die 40 Nominierten in acht Kategorien abgegeben– eine erneut stolze Zahl. „Sportarten und bestimmte erbrachte Leistungen miteinander zu vergleichen, ist schwierig und kaum möglich. Deswegen geht es bei der Sportlerwahl vor allem darum, jedem Respekt zu zollen. Jeder muss sich plagen, um bestimmte Ziele zu erreichen“, machte der Sportlerwahl-Initiator und Präsident des Ironman Clubs Trier, Rainer Düro, deutlich, dass auch die Zweit- bis Fünftplatzierten keine Verlierer, sondern Sieger sind. Darauf stellte auch der diesjährige Sportlerwahl-Schirmherr Marc Bonertz, Vertriebsleiter der Stadtwerke Trier, ab: „Es gibt acht Preisträger, aber zahlreiche Gewinner.“

Die Sportlerwahl für die Region Trier gibt es seit 2006, sie ist nun also volljährig. Auch das griff Bonertz auf. „In diesem Alter wechselt man in vielen Sportarten vom Jugend- in den Erwachsenenbereich. Ausgelernt haben wir im Sport allerdings nie. Es lohnt sich immer wieder aufs Neue, hart an sich zu arbeiten“, sagte er, der dem Sport als Karate-Trainer verbunden ist.

Talent und Wille sind das eine. „Doch es braucht auch Förderer, also Sponsoren“, dankte Düro der Bitburger Braugruppe, den Sparkassen der Region, den Stadtwerken Trier und Sport Simons, die nicht nur Partner der TV-Sportlerwahl, sondern vielfältig im regionalen Sport aktiv sind.

Video-Schalten aus vieler Herren Länder

Mehrere Nominierte bei der 2023er-Wahl sind aktuell in der Welt unterwegs. Nicht nur Yvonne Engel in Portugal. BMX-Fahrer Tom Clemens aus Birresborn meldete sich per Video von einem Wettkampf in Japan, der Schodener Downhill-Radsportler Henri Kiefer aus einem Trainingscamp in Italien. Der Sportler des Jahres, Marathon-Läufer Samuel Fitwi vom Verein Silvesterlauf Trier, schickte eine Botschaft aus dem Trainingscamp in Äthiopien. Und Rallye-Co-Pilot Dennis Zenz aus Klausen saß während der Gala im Flugzeug nach Abu Dhabi, wo der erste Lauf der Rallye-Raid-Weltmeisterschaft im neuen Jahr ausgetragen wird.

Andere wiederum gaben auf der Gala-Bühne im Kurfürstlichen Palais Einblicke in ihre Karriere. Besart Aliu etwa erklärte, wie aus ihm als ehemaliger Fußballer ein Kickbox-Weltmeister wurde: „Mein Bruder Berat, einst mehrfacher Weltmeister, sagte: ,Du hast Talent, zieh mal durch. Dann haben wir mal durchgezogen.’“

Besart Aliu kämpft zwar im Profi-Bereich, doch vom Sport leben kann er nicht. Parallel arbeitet er als Service-Berater bei einem Autohändler in Luxemburg. Auch andere müssen Schule oder Beruf und Sport in Einklang bringen. Etwa die Nachwuchssportlerin des Jahres, Schwimmerin Magdalena Benzmüller vom SSV Trier, die nach ihrem Abi-Stress demnächst ihr Trainingspensum wieder hochfahren möchte.

Ehrenpreis für Basketball-Trainer

Mit dem Konstantin-Ehrenpreis bedacht wurde Michael Edringer für seine Verdienste um den Basketballsport in der Region Trier, speziell im Damen-Bereich. Als Trainer hat er die Frauen der MJC Trier einst bis in die zweite Bundesliga geführt. Rührende Worte fand Helena, eine der beiden Töchter Edringers, die 20 Jahre in von ihrem Vater betreuten Teams gespielt hat. Es war ein weiterer Sonnenschein-Moment des Abends: „Mein gesamtes Basketball-Wissen habe ich von ihm. Ich kann nur Danke sagen, dass er uns das beigebracht hat.“

Michael Edringer nahm den Ehrenpreis stellvertretend „für alle, die sich über Jahrzehnte in der Region um den Basketball verdient gemacht haben“, entgegen. Er dankte seiner Familie: „Sie ist den Weg mitgegangen. Es geht wohl vielen hier im Raum so: Vieles ist nur dank der Unterstützung von der Familie, des Vereins und von Ehrenamtlichen möglich.“

Und in Mannschaften bedarf es eines guten Teamspirits. Über den verfügt zum Beispiel die Frauen-Ü-30-Tennis-Mannschaft der TVGG Igel – ein Geheimnis für die erneute Vizemeisterschaft in der national höchsten Liga dieser Altersklasse.

Spring-Derby in Hamburg, Triathlon auf Hawaii – wenn Kindheitsträume in Erfüllung gehen

Manche Geehrte haben sich im vergangenen Jahr einen Kindheitstraum erfüllt. Etwa die Seniorensportlerin des Jahres, Miriam Engel von Tri Post Trier, die zehn Jahre lang davon geträumt hatte, einmal bei der Ironman-WM auf Hawaii starten zu dürfen und dies 2023 geschafft hat. Oder Springreiter Dominic Gosert aus Schweich, der beim weltberühmten Derby in Hamburg Klein Flottbek starten konnte und sich für die Vorbereitung eigens manche Hindernisse des seit mehr als 100 Jahren nahezu unveränderten Parcours zu Hause nachbauen ließ.

86-jähriger Tischtennisspieler hat mehr als 150 Pokale

Viele zum Staunen brachte Tischtennisspieler Valentin Langehegermann vom TTC Grün-Weiß Zewen, der in wenigen Tagen 87 Jahre alt wird und bei der Senioren-WM 2023 Gold und Silber gewonnen hat. Er spielt bereits seit 1952 Tischtennis – da waren die meisten anderen Gala-Gäste noch gar nicht geboren. Zu Hause stehen mehr als 150 Pokale neben zahlreichen Diplomen und Medaillen – Zeugnisse einer lebenslangen Sport-Karriere.

 Stoßen auf einen festlichen Abend an: Maike Hausberger, Benjamin Dern und Magdalena Benzmüller (von links).  Foto: Sebastian Schwarz

Stoßen auf einen festlichen Abend an: Maike Hausberger, Benjamin Dern und Magdalena Benzmüller (von links). Foto: Sebastian Schwarz

Foto: Sebastian J. Schwarz/sjs / Sebastian J. Schwarz

Musikalisch umrahmt wurde die von Björn Pazen moderierte Gala von Tenor Thomas Kiessling und Pianist Stefan Frenster. Die beiden setzten den letzten Sonnen-Moment des Abends mit dem Lied ’O sole mio. Ein Rausschmeißer, ehe die Feier eine Etage tiefer weiterging.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort