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Urgestein im Hammerwurfring Norbert Görgen gestorben

Leichtathletik : Urgestein im Hammerwurfring

Kampfrichter, Leichtathlet, Handballer: Der Trierer Norbert Görgen ist im Alter von 91 Jahren gestorben.

(teu) Seinen Zahlen fieberten Generationen von Werfern, der Nachwuchs genauso wie Weltklasseathleten wie Karl-Hans Riehm oder Heinz Weis entgegen. Wenn sich Norbert Görgen mit dem Maßband in der einen Hand im Wurfring aufrichtete, nachdem er die Weite abgelesen hatte, hingen die Sportler an seinen Lippen. Laut und deutlich rief Görgen bis ins hohe Alter dem Schreiber die Zahlen zu und sorgte so für Jubel bei manchem Werfer, wenn er eine neue Bestleistung verkündete. Mit 91 Jahren ist das Urgestein der Trierer Sportszene vergangene Woche verstorben.

1930 geboren kam Norbert Görgen mit Anfang 20 zur Leichtathletik. Bei den Kreismeisterschaften belegte er in 25,4 Sekunden den vierten Platz über 200 Meter. Später widmete er sich vor allem den Wurfdisziplinen. Noch bevor Ernst Klement den Ruf Triers als Hammerwurf-Hochburg begründete, warf Görgen die 7,26 Kilogramm schwere, an einem Stahlseil befestigte Metallkugel im Moselstadion. Seine persönliche Bestleistung erzielte er allerdings erst 1970 als 40-Jähriger mit 45,24 Metern. Damit stellte er in der Altersklasse M 40, genauso wie später in vielen anderen Kategorien, einen Rheinland-Seniorenrekord auf. Zuletzt gelang ihm das vor neun Jahren beim Ernst-Klement-Memorial mit dem Drei-Kilo-Gerät der über-80-Jährigen mit 33,16 Metern.

Es war einer von Görgens letzten Ausflügen aus der Rolle des Kampfrichters und scheinbar nimmermüder Helfers auf die Seite der Sportler. Ob TVG-Osterwerfen, das legendäre Pfingstsportfest seines Post-SV Trier (dem er 67 Jahre lang angehörte) im Waldstadion oder die Abendsportfeste der 1990er Jahre in Trier und Bitburg, vom Ausrichterverein machte Görgen seine Hilfe nicht abhängig. Fit hielt sich der drahtige, hochgewachsene Mann außer mit der Leichtathletik mit vielen anderen Sportarten.