Verbandsliga Männer: Den „alten Herren“ der DJK St. Matthias hilft eine besondere Fangruppe auf die Sprünge.

Regionaler Handball : Der gar nicht böse schwarze Block

Verbandsliga Männer: Den „alten Herren“ der DJK St. Matthias hilft eine besondere Fangruppe auf die Sprünge.

Im deutschen Sprachgebrauch ist der „schwarze Block“ negativ konnotiert. Er beschreibt eine Demonstrationstaktik: Um sich vor Angriffen durch die Polizei zu schützen, vermummen sich dunkel ge­kleidete Demonstranten unter anderem mit Helmen.

Ganz und gar nicht böse ist der schwarze Block der DJK St. Matthias Trier. Hinter ihm verbergen sich rund 40 Fans der Verbandsliga-Handballer, die bei jedem Heimspiel ordentlich Rabatz auf der Tribüne der Wolfsberghalle machen. Jugendspieler des Vereins, Akteure der zweiten Mannschaft sowie weitere Vereinsmitglieder und Ehrenamtliche bilden den Block. Die meisten von ihnen tragen die schwarzen Trainingsanzüge des Clubs – daher der Name.

„Der schwarze Block hat sich in den vergangenen zwei Jahren entwickelt. Wir wussten natürlich, dass der Begriff historisch vorbelastet ist. Aber die Fans sind komplett unpolitisch und keine Krawallbrüder. Und es sind viele Kinder dabei, die sich nur für den Sport interessieren“, klärt Kris Sturm, Spielertrainer der DJK-Herren, auf.

Mit Trommeln, Rasseln und Pfeifen verbreiten die Fans eine Stimmung, die in der Verbandsliga ungewöhnlich ist. Die DJK-Herren, in deren erster Mannschaft einige Ex-Topspieler der Region im Herbst ihrer Karriere spielen, profitieren laut Sturm enorm von der Unterstützung. „Wenn wir alten Herren müde werden, pushen uns die Zuschauer zu jedem Tor. Ich hätte nicht gedacht, in meinem Alter noch mal so emotional Handball zu spielen“, sagt Sturm, der 37 Jahre alt ist.

Als Aufsteiger, der in der vorigen Landesliga-Saison alle 14 Partien gewonnen hatte, mischt die DJK auch in der Verbandsliga direkt vorne mit. Vier Siegen steht eine Niederlage gegenüber. Das 29:30 bei der HSG Irmenach/Kleinich/Horbruch II fuchste die erfolgsverwöhnten Mattheiser enorm.

Was ist drin in dieser Verbandsliga-Saison? „Wir wussten, dass wir vor allem zu Hause stark sind. Aber man merkt schon, dass wir in jedem Spiel zehn Minuten brauchen, um uns klar zu werden, dass wir nicht mehr in der Landesliga und keine 22 Jahre mehr sind“, sagt Sturm, der den Generationswechsel im Team dank einer breit aufgestellten Nachwuchsarbeit auf einem guten Weg sieht.

Und wenn mal die Kräfte schwinden, ist ja immer noch der „schwarze Block“ zur Unterstützung da.

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