Vier Tore in zwölf Minuten: Eintracht Trier siegt gegen Wiesbach

Kostenpflichtiger Inhalt: Fußball-Oberliga : Vier Tore in zwölf Minuten: Spätstarter von Eintracht Trier siegen gegen Wiesbach (Update: Videos online)

Erst nach einer Roten Karte gegen Gästespieler Umlauf kommt das SVE-Offensivspiel ans Laufen.

Es war zäh, von außen alles andere als prächtig anzuschauen. Fehlpässe, Unstimmigkeiten, Ballverluste – und das auf beiden Seiten. Die Partie zwischen Eintracht Trier und Hertha Wiesbach vor 1084 Zuschauern im Moselstadion schien ein typisches 0:0-Spiel zu werden – aber eins der unschöneren Art. Die Moselaner hatten klare Feldvorteile, doch vor dem gegnerischen Tor fehlte die Klarheit.

Dann aber kam die 78. Minute. Nach einem harten Einsteigen von Wiesbachs Jan Umlauf gegen Maurice Roth im Mittelfeld zückte Schiedsrichter Daniel Greef die Rote Karte. Trier nutzte die Überzahl prompt aus. Mit der ersten richtigen Chance im Spiel gelang dem SVE das 1:0. Nach Flanke von Kevin Heinz köpfte Edis Sinanovic die Trierer Führung (80.).

Was für ein Brustlöser. Danach fielen die Tore so wie die Kastanien an den Bäumen rund ums Moselstadion. 83. Minute: Dominik Kinscher erzielte per Foulelfmeter (Lukas Paulus hatte Ömer Kahyaoglu gelegt) in souveräner Manier das 2:0. 88. Minute: Jan Brandscheid machte endgültig den Deckel drauf – mit seinem ersten Saisontor in lange Eck markierte er das 3:0. Bei ,Brandy‘ schien der Knoten geplatzt: In der ersten Minute der Nachspielzeit ließ er sehenswert sein zweites Tor folgen.

Doppeltorschütze Jan Brandscheid ist überzeugt: „Wir hätten auch ohne die Rote Karte gewonnen.“

4:0! – nach den ersten 80 schwerfälligen Minuten war mit diesem Resultat nicht zu rechnen.

Im Trierer Team gab es vier Wechsel im Vergleich zur jüngsten 0:3-Pleite in Pfeddersheim. Simon Maurer fehlte gelb-rot-gesperrt, ihn ersetzte Sanoussy Balde in der Innenverteidigung. Jonas Amberg musste angeschlagen passen, an dessen Stelle kam Sinanovic wieder in die Startelf. Dort fand sich auch wieder Tim Garnier, der Brandscheid auf die Bank verdrängte. Zu guter Letzt blieb Felix Fischer draußen, Leonel Brodersen bekam mal wieder eine Chance in der Startelf.

Kevin Heinz spielte bei der Eintracht im defensiven Mittelfeld – ihn zog es wegen seines Naturells aber immer wieder auf die linke Seite. Entsprechend lief anfangs viel über diese Seite, da sich dort mit Christoph Anton und Linksverteidiger Jason Kaluanga zwei weitere offensivfreudige Akteure tummelten. Das hatte zur Folge, dass die rechte Seite mit Sinanovic zunächst fast völlig brach lag. Erst mit zunehmender Spieldauer wurde versucht, den Rechtsaußen einzusetzen.

„4:0 ist vielleicht ein, zwei Törchen zu hoch“: So sah Eintracht-Innenverteidiger Kevin Kling das Spiel

Positiv aus SVE-Sicht neben dem (zu hoch) ausgefallenen Erfolg: Das Team hatte Wiesbachs besten Stürmer Ruddy Mpassi (zehn Saisontore) gut im Griff.

Spiel-Statistik:

Eintracht Trier: Wieszolek – Brodersen, Balde, Kling, Kaluanga – Roth, Heinz – Salem (74. Kahyaoglu) – Sinanovic, Garnier (82. Kinscher), Anton (65. Brandscheid)

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Hertha Wiesbach: Luck – Paulus, Lück, Bach, Runco – Wiltz (84. Feka), Umlauf, Staroscik, Pelagi – Jung, Mpassi

Tore: 1:0 Sinanovic (80.), 2:0 Kinscher (83., FE), 3:0 Brandscheid (88.), 4:0 Brandscheid (90./+1)

Schiedsrichter: Daniel Greef

Zuschauer: 1084

Rote Karte: Umlauf (78., grobes Foulspiel)

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