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Volleyball beim TV Bitburg: Hier ist Baggern ausdrücklich erlaubt

Das Team des TV Bitburg mit Trainerin Beate Barg (zweite von rechts) zählt zu den ambitioniertesten Frauenteams in der Eifel-Mosel-Hunsrück-Region. In der Vorsaison gelang der Aufstieg in die Verbandsliga.
Das Team des TV Bitburg mit Trainerin Beate Barg (zweite von rechts) zählt zu den ambitioniertesten Frauenteams in der Eifel-Mosel-Hunsrück-Region. In der Vorsaison gelang der Aufstieg in die Verbandsliga. FOTO: TV Bitburg
Bitburg . Volleyball: Zwei Mannschaften mit je sechs Akteuren und ein Netz dazwischen: Dynamik und Strategie stehen hoch im Kurs. Von Andreas Arens
Andreas Arens

Kreissport-Mitarbeiter beim Trierischen Volksfreund

Sie sind eine eingeschworene Gemeinschaft mit einer langjährigen Trainerin, die vorneweg geht: Die Volleyballerinnen des Turnvereins (TV) Bitburg sind in dieser Saison in der Rheinland-Verbandsliga Nord am Start. Aus der Region Trier ist hier sonst nur noch der TV Ehrang vertreten. Schwangerschaften, Auf- und Abstiege oder Umzüge: So schnell sind die Bitburgerinnen nicht auseinanderzubringen. „Zickenkrieg gibt es bei uns keinen. Das macht uns auch so stark“, berichtet Mannschaftsführerin Claudia Schöler.

Sie und ihre Teamkolleginnen sind begeistert vom Spiel, von den Techniken und den vielfältigen Möglichkeiten, die es bietet. „Ausdauer, Sprungkraft, aber auch und vor allem Intelligenz stehen beim Volleyball ganz hoch im Kurs“, lässt Trainerin Beate Barg durchblicken.

Die heute 59-Jährige kam 1972 auf den Geschmack, als sie die Volleyball-Übertragung von den olympischen Sommerspielen in München im Fernsehen verfolgte. Sie verbindet Sport nicht unbedingt mit Zweikämpfen und direktem Kontakt zum Gegner. Für Barg, die  aus Wolsfeld stammt und in  Trier wohnt, ist die Eleganz des Sports das Faszinierende. Dem TV Bitburg ist sie fast über all’ die Jahre zunächst als Aktive und dann als Trainerin verbunden geblieben.

Ehrgeizig wie eh und je leitet Barg die meist zweimal wöchentlichen Trainingseinheiten, die in der Sporthalle der St.-Matthias-Schule stattfinden.

„Volleyball ist geprägt von seiner unglaublichen Dynamik“, weiß Sarah Berns zu berichten und erhält dabei zustimmendes Kopfnicken von ihren Mannschaftskolleginnen Annica Thiel, Christina Jostock und Evgenia Benner. Dass sie ihr Metier beherrschen, haben die TVB-Mädels auch im bisherigen Saisonverlauf unter Beweis gestellt. Schließlich rangieren sie nach dem Aufstieg aus der Bezirksliga aktuell im gesicherten Mittelfeld der Verbandsliga.

Weite Touren mit über zwei Stunden Fahrzeit wie etwa bis nach Etzbach an der Sieg oder nach Altenkirchen im Westerwald können dem eingeschworenen Haufen nichts anhaben. „Die Fahrten gehen meistens so schnell vorbei. Im Auto haben wir uns immer was zu erzählen“, berichtet auch die Trainerin.

Damit der Volleyball im Duell der beiden Sechser-Teams auf dem Boden des gegnerischen Feldes untergebracht wird und dabei nicht im Aus landet oder auf der eigenen Spielhälfte herunterfällt, gibt es einige grundlegende Techniken, welche auch zum Repertoire der Damen des TV Bitburg zählen.

Als Pritschen wird der Pass eines Volleyballs oberhalb des Kopfes bezeichnet. Damit wird der Ball meist in der zweiten Berührung gespielt. Mit dem unteren Zuspiel (Baggern) werden wiederum Volleybälle gespielt, die den Körper von der Schulter abwärts erreichen. Neben dem Pritschen ist dies die zweite Grundtechnik, um einen Ball zum Mitspieler zu passen – meist bei der Annahme und Abwehr.

Der Aufschlag ist die erste Möglichkeit, in einem Spielzug einen Zähler zu machen. „Die spektakulären Punkte werden mit dem Angriffsschlag erzielt. Als abwehrende Mannschaft will man das wiederum mit einem Block verhindern: Mehrere Spieler springen am Netz hoch und versuchen, den Angriff oberhalb der Netzkante aufzuhalten, also zu blocken“, schildert Beate Barg weitere Grundprinzipien eines Spiels, das man „lesen muss und in dem Strategie ganz wichtig ist, um die Spielzüge voranzutreiben“, so die Trainerin. Teilweise brauche man Jahre, um diese Sportart zu begreifen.

Geduld und Stehvermögen zahlen sich aber aus, wie das Beispiel der durchaus erfolgreichen Volleyballerinnen des TV Bitburg zeigt.