Von Trier in die Bundesliga: Das macht Torge Hollmann bei Fortuna Düsseldorf

Fußball : Von Eintracht Trier in die Bundesliga: Das macht Torge Hollmann bei Fortuna Düsseldorf

Neun Jahre war Torge Hollmann bei Eintracht Trier. Was macht er nun bei Fortuna Düsseldorf? Der TV hat nachgehört.

Als der TV durchklingelt, arbeitet Torge Hollmann gerade die letzten Formalitäten rund um das Leih-Geschäft von Davor Lovren zum kroatischen Fußball-Erstligisten Slaven Belupo ab. Wenn Hollmann nach draußen blickt, sieht er den Rhein – zumindest jetzt im Winter, wenn die Bäume keine Blätter haben.

Seit dem 1. Juli 2019 ist ein Schreibtisch im Bauch der Arena in Düsseldorf der neue Arbeitsplatz des 37-Jährigen, der zuvor neun Jahre lang bei Eintracht Trier aktiv war – erst als Spieler, dann als Geschäftsführer und zuletzt zusätzlich als Co-Trainer.

Was für ein Aufstieg für Hollmann – aus der Oberliga in die Bundesliga. Bei Fortuna Düsseldorf fungiert der ehemalige Abwehrspieler als „Leiter Spielbetrieb“. Zusammen mit Marc Hess (Leiter Administration/Lizenzsportbereich) bildet er die neugegründete Abteilung Sport, die Fortuna-Sportvorstand Lutz Pfannenstiel zuarbeitet.

„Wir kümmern uns um die administrative Abwicklung von Transfers, organisieren Spielberechtigungen, führen Erstgespräche mit Beratern, setzen Verträge auf und regeln Abläufe mit dem Deutschen Fußball-Bund und der Deutschen Fußball Liga“, umreißt Hollmann sein Aufgabengebiet. Ein bis zweimal pro Woche schaut er bei den Spielern in der Kabine vorbei, ab und an sitzt er bei Meetings mit Cheftrainer Friedhelm Funkel mit am Tisch. Auch andere Themen rund um die Bundesliga-Mannschaft werden von Hollmann und Hess beackert – etwa die Bestellung von Ausrüstung. Oder sie sind als ,Reiseleiter‘ für Gäste gefragt. Hollmann: „Als sich Paulo Ferreira, der sich beim FC Chelsea um die Leihspieler kümmert, zu einem Besuch angekündigt hatte, habe ich ihn vom Flughafen abgeholt, eine Unterkunft organisiert und ihn auch wieder zum Flughafen gebracht.“

So sehr unterscheidet sich die tägliche Arbeit im Büro gar nicht mal von der als Geschäftsführer der Eintracht, doch es ist Bundesliga-Niveau. Entsprechend gibt es einen gravierenden Unterschied: Bei Transfers geht es bei der Fortuna teils um Millionen-Summen. „Es ist natürlich was anderes, mit solchen Volumen zu arbeiten. Die Schwierigkeit besteht immer darin, Spielern einen bestimmten Wert zuzuschreiben“, sagt Hollmann.

Über einen Freund kam im Frühjahr 2019 der Kontakt zur Fortuna zustande. Hollmann: „Ich wurde gefragt, ob Lutz Pfannenstiel mich kontaktieren könne. Er suche einen neuen Mitarbeiter mit meiner Vita.“ Schon nach dem ersten Telefonat sei klar gewesen, dass es beidseitig passt. „Das erste halbe Jahr hat eine Menge Spaß gemacht. Im Rückblick bin ich Eintracht Trier unheimlich dankbar, dass der Verein mir keine Steine in den Weg gelegt hat und ich so viel lernen durfte“, sagt Hollmann, der mit seiner Familie (Frau, drei Kinder) ein Haus in Duisburg-Rheinhausen gekauft hat.

21 Kilometer sind es von der Haustür ins Stadion. „Ich habe mir vorgenommen, sportlich wieder aktiver zu werden. Ich will mir jetzt ein Fahrrad kaufen, damit ich zumindest im Sommer am Rhein entlang zur Arbeit radeln kann“, berichtet Hollmann, der zu seiner Zeit in Trier zuletzt noch als Spieler beim A-Ligisten SG Pluwig/Gusterath aktiv war. Ist die Spieler-Karriere nun endgültig beendet? Hajrudin Catic, ein Kumpel aus früheren Zweitliga-Zeiten beim SV Wehen Wiesbaden, habe ihn mal gefragt, ob er nicht Interesse hätte, mit ihm beim SV 1926 Rheidt in der Kreisliga zu kicken. „Es reizt mich natürlich noch kolossal, Fußball zu spielen, aber der zeitliche Aspekt würde den Rahmen sprengen“, sagt Hollmann. So bleibt es aktuell beim wöchentlichen Kick mit den Mitarbeitern der Geschäftsstelle.

Hollmanns Vertrag bei der Fortuna läuft bis 2021. „Es wäre super, wenn eine langfristige Geschichte daraus werden würde“, sagt der 37-Jährige, der gleichwohl weiß, dass im Profifußball vieles vom aktuellen Erfolg abhängt. Düsseldorf kämpft um den Klassenerhalt in der Bundesliga. Gleich zum Rückrundenstart steht an diesem Samstag ein eminent wichtiges Heimspiel gegen Werder Bremen an.  Hollmann fiebert auf der Tribüne mit – auch wenn er nach außen nicht so sehr Emotionen zeigt.

Und Trier hat er noch längst nicht aus seinem Gedächtnis gestrichen. „Ich glaube daran, dass die aktuelle Konstellation bei der Eintracht Erfolg haben kann“, sagt Hollmann, der nach eigener Aussage noch regelmäßigen Kontakt zu Trainer Josef Cinar hält. Bei allen Verpflichtungen für die Fortuna: Hollmann will in der Rückrunde auf jeden Fall zu einem Heimspiel der Eintracht ins Moselstadion kommen.