Interview Moritz Seider: Vor dem NHL-Camp: Kein Lampenfieber, sondern Vorfreude

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Zwischen Fachabitur und NHL-Chance: Vor dem 18-Jährigen liegen spannende Wochen. Aus den USA schickt er einen Gruß nach Peterswald.

Jetzt wird es ernst bei den Detroit Red Wings: Wie groß ist das Lampenfieber vor dem Trainingscamp jetzt im September, das über Ihre nahe Zukunft bei dem NHL-Club entscheidet?

Seider: Lampenfieber würde ich es nicht nennen, eher Vorfreude. Ich freue mich riesig auf die neuen Herausforderungen, die auf mich warten, und möchte denen natürlich auch gerecht werden.

Im Grunde gibt es für Sie drei Optionen: Der direkte Weg in die NHL, eine Saison beim Detroiter Farmteam Grand Rapids Griffins oder eine weitere Saison bei den Adler Mannheim. Was ist am realistischsten?

Seider: Das kann ich jetzt noch nicht sagen, denn das müssen wir nach dem Camp entscheiden. Ich bin dahingehend sehr entspannt. Ich möchte einfach viel spielen, in den wichtigen Momenten auf dem Eis sein und mich weiterentwickeln. Wo das sein wird, ist Nebensache.

Sie stehen kurz vor dem Fachabitur – spielt das auch eine Rolle?

Seider: Natürlich, das Ziel ist, dieses auch zu erreichen. Es gibt immer Mittel und Wege, man muss sie nur suchen und zielstrebig verfolgen.

Sie stammen aus dem beschaulichen Dorf Peterswald-Löffelscheid. Was wären Sie geworden, wenn Sie dort länger gelebt hätten?

Seider: Bestimmt Fußballer, denn sonst gibt es dort nicht viel. Ich denke aber, ich bin beim Eishockey sehr gut aufgehoben.

Welche Erinnerungen haben Sie noch an Ihre ersten drei Lebensjahre in Peterswald – und an Ilse und Werner Grünewald, die damaligen Vermieter Ihrer Eltern?

Seider: Nicht viel. Ich war drei, als wir wegzogen. Dennoch ist mir das benachbarte Sägewerk immer noch im Gedächtnis.

Die Grünewalds sind durch Sie zu Riesen-Eishockeyfans geworden: Gibt’s einen kleinen Gruß an die beiden?

Seider: Auf jeden Fall. Ich freue mich riesig, dass die beiden mich so verfolgen. Ich hoffe, euch beiden geht’s hervorragend und ihr bleibt dem Eis treu.

DEL-Rookie des Jahres, Deutscher Meister mit Adler Mannheim, WM-Teilnahme, nun der NHL-Draft – an sechster Position: Wie hat sich Ihr Leben in den vergangenen Monaten verändert?

Seider: Es hat sich alles geändert. Angefangen mit den Medien bis über die Neuausrichtung in die USA. Es ist sehr viel passiert, dennoch hätte ich es mir nicht besser vorstellen können und bin natürlich unheimlich stolz darauf.

Sie wurden beim NHL-Draft zum am höchsten ausgewählten Deutschen nach Leon Draisaitl – ist das mehr Bürde oder Ansporn?

Seider: Am Ende ist es nur eine Zahl, die eigentlich keinen großen Stellenwert hat. Denn es geht am Ende des Tages nur darum, den Schritt in NHL zu schaffen. Nicht mehr und nicht weniger.

Detroit – Metropole im Bundesstaat Michigan: Wie finden Sie sich dort zurecht?

Seider: Bis jetzt unheimlich gut. Es gefällt mir jeden Tag besser, und man lernt immer mehr über die Region und die Stadt. Ich bin auf jeden Fall zufrieden mit der Stadt.

Sie sind gerade mal 18 Jahre alt und waren schon im Juniorenbereich ein Überflieger. Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Seider: Hoffentlich als Verteidiger bei den Red Wings in der NHL. Aber das muss man einfach abwarten. Ich versuche, jeden Tag besser zu werden. Ich setze mir lieber kleinere Ziele und versuche, diese erstmal zu erreichen.

Interview: Mirko Blahak