Vor der Kooperation standen sich die SG Gösenroth/L und die HSG Irmenach/K/H letztmals gegenüber. Einfach wird das Zusammenwachsen nicht.

Handball-Rheinlandliga Männer : Hunsrück-Derby: Abschied vor 500 Zuschauern

Vor der Kooperation standen sich die SG Gösenroth/L und die HSG Irmenach/K/H letztmals gegenüber. Einfach wird das Zusammenwachsen nicht.

Das vorerst letzte Hunsrück-Derby im Männerhandball ist Geschichte. Vor 500 Zuschauern in Sohren standen sich die Rheinlandliga-Männer der SG Gösenroth/Laufersweiler und der HSG Irmenach/Kleinich/Horbruch zu einem ,Abschiedsspiel’ gegenüber (siehe Infobox rechts). Ab der nächsten Saison kooperieren beide Mannschaften auch im Herrenbereich. Die Folge ist eine Mannschaft aus beiden Teams, die als HSG Hunsrück firmiert (der TV berichtete).

Gösenroth siegte im letzten Akt mit 27:21 – somit bleibt der SG (und damit der neuen HSG) die theoretische Chance auf einen Aufstieg in die Oberliga. War das Resultat also schon im Vorfeld ausgemachte Sache? Bernd Everding, Geschäftsführer Sport der HSG Irmenach/K/H, widerspricht guten Gewissens: „Wir haben zwar die ersten zehn Minuten verschlafen. Insgesamt hat aber jeder, der in der Halle war, gesehen, dass unsere Mannschaft die Partie keineswegs herschenken wollte.“

Unabhängig davon wäre für die neue HSG Hunsrück ein Beginn in der Oberliga eine „Riesen-Erleichertung“, sagt Everding. Grund: Dann könnten auch die Spieler, die nicht in den Kooperations-Kader der ersten Mannschaft aufgenommen werden, mit der Reserve weiterhin in der Rheinlandliga auflaufen.

16.03.2019, Schulsporthalle, Sohren, GER, Rheinlandliga, SG Gösenroth/Laufersweiler vs HSG Irmenach/Kleinich/Horbruch, im Bild Trainer Jochen TATSCH (SG Gösenroth/Laufersweiler) und Trainer Timo STOFFEL (HSG Irmenach/Kleinich/Horbruch) Foto © Sebastian J. Schwarz. Foto: Sebastian J. Schwarz/sjs / Sebastian J. Schwarz

Laut Everding wird die Kooperation im Männerbereich vollzogen, um für die Herausforderungen in „vier, fünf Jahren“ gewappnet zu sein: „Uns fehlt im ländlichen Gebiet der Nachwuchs. Wir können in der Jugend zwar im Jungen- und Mädchenbereich noch Teams in allen Altersklassen stellen – aber nur, weil die SG und die HSG Irmenach dort bereits zusammenarbeiten.“

Die Zusammenstellung des Kaders der HSG Hunsrück im Männerbereich wird eine sensible Sache. Die Aufgabe wird wohl in den Händen von Jochen Tatsch und Timo Stoffel liegen. Die aktuellen Coaches der SG Gösenroth/L und der HSG Irmenach/K/H sollen das Übungsleiter-Duo der neuen HSG Hunsrück bilden.

Einen Schlüssel – etwa, dass 50 Prozent der Spieler von der SG Gösenroth/L und 50 Prozent von der HSG Irmenach/K/H kommen müssen – gibt es laut Everding nicht: „So einen brauchen wir auch nicht, da sich angesichts des vergleichbaren Leistungsniveaus beider Mannschaften relativ automatisch ein Gleichgewicht herstellen dürfte.“

Everding verhehlt aber nicht, dass das Zusammenwachsen kein leichter Prozess wird: „Es gibt auf beiden Seiten Spieler, die von der Kooperation nicht total begeistert sind. Wir sind gut beraten, die nächsten Monate zu nutzen, um alle mitzunehmen und um Verständnis für die Gesamtsituation zu werben.“

Um die Kooperation auf die Schiene zu bringen, muss noch ein Vertrag zwischen beiden Vereinen aufgesetzt und unterzeichnet werden, der die organisatorischen, juristischen und fiskalischen Fragen beantwortet.

Nicht nur die Befindlichkeiten der Spieler, sondern auch die der Geldgeber müssen beachtet werden. „Wir hoffen, dass auch die Sponsoren den Weg der Kooperation für sich als zielorientiert ansehen“, sagt Everding, der klarmacht, dass es auch weiterhin zwei Fördervereine für die SG Gösenroth/L und die HSG Irmenach/K/H geben wird.

Die neue HSG Hunsrück soll – so ist der Wunsch – im Schnitt bis zu 400 Fans zu den Heimspielen in Kleinich und Sohren anlocken. Ein Vorbild hier: die HSG im Damenbereich. Everding: „Sie zeigt, dass Identifikation gestiftet werden kann.“

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