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Wahl zu Deutschlands Sportlern des Jahres: Gala-Macher mahnen zu Bescheidenheit

Wahl zu Deutschlands Sportlern des Jahres : Gala-Macher: „Es ist eine Chance, etwas bescheidener zu werden“

Beate und Klaus Dobbratz sind die Macher der Gala zur Wahl von Deutschlands Sportlern des Jahres. Was wird aus ihr in diesem coronabedingt so anderen Sportjahr? Der TV hat das Ehepaar während seines Mosel-Urlaubs getroffen.

Noch knapp fünf Monate sind es bis zur Gala zur Wahl von Deutschlands Sportlern des Jahres in Baden-Baden. Klingt nach einer langen Zeit. Anders empfinden das Beate und Klaus Dobbratz, die Inhaber der „Internationalen Sportkorrespondenz“ (ISK), die die Gala mit dem ZDF als Medienpartner ausrichtet. Derzeit machen beide ein paar Tage Urlaub in Reil an der Mosel. „Es ist wunderschön. Dort waren wir noch nie. Die Woche tut uns gut“, sagen sie.

Klaus Dobbratz wäre jetzt normalerweise in Tokio bei den Olympischen Sommerspielen. Sie sind coronabedingt ins Jahr 2021 verhoben worden. Das Sportjahr wurde Mitte März, als die Wintersport-Wettbewerbe vor ihren finalen Entscheidungen standen, jäh und auf lange Sicht unterbrochen.

Das ist auch ein Einschnitt für die ISK, die mit all ihren Partnern, Sponsoren und Helfern während des ganzen Jahres hinter den Kulissen an der Inszenierung der (Wahl-)Gala arbeiten.

Was wird aus ihr in diesem so anderen Jahr? 700 Zuschauer passen in den festlich illuminierten Benazét-Saal des Kurhauses von Baden-Baden. Es ist der Treffpunkt für Sportler, Journalisten sowie Entscheidungsträger aus Politik  und Wirtschaft. Es geht eng zu. Ein Problem in Corona-Zeiten, in denen Abstand zählt.

„Wir spielen mit unseren Partnern verschiedene Konzepte durch. So wie man es bisher gewöhnt war – mit vielen Tischen direkt nebeneinander und mit einer Partymeile nach der Gala – wird es in diesem Jahr wohl nicht werde. Wir müssen flexibel sein bei der Vorbereitung. Man sieht, wie schnell sich manches ändern kann mit steigenden oder fallenden Zahlen“, berichten Beate und Klaus Dobbratz. Gefeiert werden soll trotzdem – im Rahmen der dann gültigen Hygiene- und Sicherheitsvorschriften. Mit wohl deutlich weniger Gästen.

Im Moment kalkuliert man mit etwa 250 Personen. Im Saal, in dem die Ehrung über die Bühne geht, kann auf den erforderlichen Abstand mit fest zugewiesenen Plätzen geachtet werden. Mit weniger Sportlern und weniger Medienschaffenden als sonst. Mit Hygiene-Fachleuten sind längst Kontakte aufgenommen worden.

Eines betonen beide: „Das Wichtigste ist, dass die Wahl der Sportler des Jahres überhaupt stattfindet.“ Das Ehepaar Dobbratz sieht die Situation auch als Herausforderung, nicht als Fiasko. Die Wahl selbst, die Deutschlands Sportjournalisten vornehmen, ist in Zeiten von Online-Abstimmungen weniger das Problem. Die Vorgabe ist klar: Es sollen für die Wahl so viele Sportlerinnen und Sportler wie möglich berücksichtigt werden. Also auch jene, die erst spät ihre Wettkämpfe austragen können. „Vielleicht werden in diesem Jahr ohne Fußball-Europameisterschaft und Olympia auch Menschen geehrt, die sich auf ganz andere Art und Weise hervorgetan haben, als das sonst der Fall ist“, sagen Klaus und Beate Dobbratz.

Beide wirken gelassen und fokussiert auf das, was auf sie und das gesamte Veranstalterteam zukommt. Vielleicht, sinnieren beide, sei es ja auch „eine Chance, nach all den Jahren der Superlative in vielen Bereichen etwas zurückzufahren und bescheidener zu werden: Vielleicht können wir unter diesen Umständen in diesem Jahr noch mehr den Menschen hinter dem Sportler zeigen. Sport ist mehr, als nur in der Verlängerung das Siegtor zu schießen.“