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Walz aus der Pfalz Hans-Peter Briegel wird am Sonntag 65

Früherer Bundesliga-Star : Hans-Peter Briegel wird 65: Die „Walz aus der Pfalz“ spielte mal fast für Eintracht Trier

72 Länderspiele, Europameister, zweifacher Vizeweltmeister, italienischer Meister mit Hellas Verona, Pokalsieger mit Sampdoria Genua, später Nationaltrainer von Bahrain und Albanien, dazu in verschiedenen Funktionen bei seinem Herzensclub, dem 1. FC Kaiserslautern tätig: Im Fußball hat Hans-Peter Briegel, der am Sonntag seinen 65. Geburtstag feiert, einiges erreicht.

Dabei sah es noch wenige Jahre, bevor er 1980 mit der DFB-Elf Europameister wurde, ganz anders aus. Erst mit 17 wechselte Briegel von der Leichtathletik zum Fußball. Das Kraftpaket aus dem Kaiserslauterer Vorort Rodenbach hatte es anfangs sehr schwer. Technisch waren sie Mitte der siebziger Jahre beim damaligen Bundesligisten doch ganz anderes gewöhnt. Es fehlte nicht viel, und Briegel hätte den FCK 1976 Richtung Trier verlassen: „Die Eintracht mit Vorstand Michael Bloeck kümmerte sich damals wirklich rührend um mich.“  Der Transfer zum gerade in die Zweite Bundesliga Süd aufgestiegenen SVE schien so gut wie perfekt zu sein. Dann bestritt Briegel mit den Lauterern aber noch ein Testspiel gegen die Bundeswehr-Nationalmannschaft. Gleich drei Treffer gelangen ihm dabei – die Verantwortlichen der Pfälzer wollten ihn aufeinmal doch am Betzenberg halten.

Die Roten Teufel und Hans-Peter Briegel: Auch später war das Verhältnis nicht störungsfrei. Mal wierkte er hier als Sportlicher Leiter (1996/97), später dann im Aufsichtsrat (2002/03). Zwischendurch herrschte auch mal Funkstille. Die Treue hält Briegel dem FCK aber bis heute. Sehnlichst würde er sich die Rückkehr in die Zweite Bundesliga wünschen. Den neuen Trainer Jeff Saibene findet er „sehr gut – was er vor ein paar Jahren zum Beispiel in Bielefeld geleistet hat, war prima“. Briegel hat die Dritte Liga im Blick, weiß, dass „Aufsteiger wie Verl oder Saarbrücken eingespielt sind und Mannschaften wie dem FCK, der auf einigen Positionen neu besetzt ist, derzeit noch einiges voraus haben“. Trotz des Fehlstarts sieht er noch gute Chancen: „Das Potenzial, vorne mitzuspielen ist da. Ich bin Optimist.“

Als die dritthöchste deutsche Spielklasse noch die Regionalliga war, klappte es gut zwei Jahrzehnte nach dem geplatzten Wechsel als Spieler mit einem Engagement bei Eintracht Trier: 1998/99 war Briegel Sportdirektor bei den Blau-Schwarz-Weißen, die unter Trainer Peter Vollmann am Ende der Saison in der Aufstiegsrunde  an Kickers Offenbach scheiterten. In besonderer Erinnerung geblieben sind der „Walz aus der Pfalz“ wie er als Aktiver wegen seines kraftvollen Spielstils genannt wurde, besonders die Begegnungen mit dem allmächtigen Eintracht-Boss Hans-Joachim Doerfert: „Mit ihm auszukommen, war schon sehr schwer. Vieles hing von der Tagesform ab. Immer wieder versuchte er, uns in die Mannschaftsaufstellung reinzureden. Das haben Peter und ich aber nicht zugelassen.“

Eine Rückkehr in die Eifel-Mosel-Hunsrück-Region gab und gibt es für ihn anschließend immer wieder als Trainer der Lotto-Elf. Dieses Jahr fielen die Benefizspiele coronabedingt aus. 2021 sollen es gleich 18 Partien sein.

Corona spielte Briegel bei seinem Geburtstag übrigens keinen Streich: Eine Party war sowieso nicht geplant. Nur im ganz kleinen Kreis, mit Ehefrau Petra und den beiden Kindern, will Briegel daheim in Germersheim feiern – am liebsten mit einem FCK-Sieg tags zuvor im Derby gegen Waldhof Mannheim im Rücken.