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Wegen Corona: Sportkegler in der Region zwischen Sorgen, Sehnsüchten und Aktivitäten

Wegen Corona : Sportkegler in der Region zwischen Sorgen, Sehnsüchten und Aktivitäten

Die Corona-Pandemie hat auch die Sportkegelvereine der Region hart getroffen. Die Saison ist unterbrochen. Zudem sind die Landes- und Deutschen Meisterschaften nach 2020 auch für dieses Jahr abgesagt worden.

Durch die Schließung der Spielstätten entgehen vielen Vereinen dringend benötigte Einnahmen.

Der TV hat bei Kegelvereinen in der Region nachgefragt, wie die aktuelle Situation aussieht.

 Beim Sportkegelverein Trier (SKV), der 100 Mitglieder zählt und mit sieben Mannschaften am Spielbetrieb teilnimmt, bleibt man optimistisch. Im Stadtteil Heiligkreuz betreibt der SKV mit acht Kegel- und vier Bowlingbahnen eine der größten Kegelhallen in Rheinland-Pfalz.

Der erste Lockdown wurde genutzt, um den Innenbereich der Halle zu verschönern und aufzufrischen. Nun wurde mit Dachsanierungen begonnen. „Die finanziellen Verluste können wir mit den Corona-Hilfen größtenteils kompensieren. Aus sportlicher Sicht war der Start in die Zweitligasaison für unsere erste Mannschaft zufriedenstellend. Ich rechne zwar nicht mehr damit, dass eine Fortsetzung der Spielzeit möglich ist, bin aber überzeugt, dass alle unsere Aktiven, sobald es wieder möglich ist, ihr Engagement auf den Bahnen fortsetzen“, sagt der SKV-Vorsitzende Hans-Jürgen Föhr.

Beim Zweitligaaufsteiger KSC Daun-Weiersbach war die Freude auf die zweite Liga groß. Doch die Premiere in der neuen Umgebung war für die Eifeler unbefriedigend.  „Wir mussten coronabedingt Spiele ohne die Unterstützung unserer zahlreichen Fans bestreiten. Die gewohnt tolle Atmosphäre haben wird besonders in Heimspielen schon sehr vermisst“, berichtet der Vorsitzende Peter Werner, der für einen Saisonabbruch plädiert: „Bei einer Fortsetzung der Saison Ende März wäre der Spielplan zu eng getaktet, und angesichts der zu erwartenden Ergebnisse der heutigen Bund-Länder-Beratungen würde sich an den Einschränkungen wohl nichts ändern. Ich fände es sinnvoll, einen Neustart im Herbst anzustreben. Dann hoffentlich wieder mit allen Fans und Zuschauern in den Kegelhallen.“

Der SK Eifelland Gilzem ist in der zweiten Bundesliga Aufstiegsfavorit Nummer eins. „Wir würden eine Saisonfortsetzung befürworten,  damit besonders auch für die unteren Klassen die Trainings- und Wettkampfpause nicht zu lange wird und wir  keine Mitglieder verlieren“, sagt der Vorsitzende Klaus Dichter. Der Unterbrechung im Spielbetrieb kann der Inhaber des Gasthauses Dichter auch eine positive Seite abgewinnen:  Die Zeit wird für Renovierungen im Bereich der Vierbahnanlage genutzt.

Der KSV Osburg verzeichnete zuletzt entgegen des allgemeinen Trends einen Mitgliederzuwachs. Durch den Neubau der Hochwaldhalle im Jahr 2012, wobei auch vier Kegelbahnen verlegt wurden, konnte der Verein auch viele Jugendliche für den Kegelsport begeistern. Jugendwart Walter Herrig sieht die Lage allerdings besorgt:  „Es ist schade für unseren Nachwuchs, dass wir auch dieses Jahr keine überregionalen Meisterschaften für die Jugend ausrichten können, zumal fünf unserer Jugendlichen Leistungskadern angehören. Die Teilnahme war immer eine besondere Motivation.“

Gravierend könnten die Auswirkungen des zweiten Lockdowns für den KSV Riol werden. Der Verein hatte gerade erst einen neuen Pächter für die Brunnenschänke gefunden, welche die vier Kegelbahnen beherbergt. Der Pächter ist jetzt schon länger ohne Einnahmen. Man ist deshalb bemüht zu helfen, damit er die Zeit bis zum Ende der Schließung übersteht.

Sportlich strebt man nach dem freiwilligen Rückzug aus der ersten Bundesliga in die Rheinland-Pfalz-Liga  den Aufstieg in die zweite Liga an. „Deshalb wären wir froh, die Saison könnte zu Ende gespielt werden. Unsere Spieler,  von denen uns die bewährten Kräfte geblieben sind, sehen das genauso“, sagt der Vorsitzende Anton Krämer, der die Situation aber auch realistisch einschätzt:  „Aufgrund der aktuellen Lage sind die Chancen für eine Fortsetzung wohl sehr gering.“

Der KSV Haardtkopf Morbach, der zuletzt die Rückkehr in die Rheinland-Pfalz-Liga schaffte,  hat optimale Voraussetzungen: In der  Baldenauhalle stehen acht Bahnen zur Verfügung. Aber schon seit Oktober fallen auch dort keine Neuner mehr.  „Das ist eine sehr traurige Situation.  Ich befürchte, wenn unsere Mitglieder noch länger ihrem Hobby nicht nachgehen können, dass wir den einen oder anderen verlieren werden“, sagt die Vorsitzende Heidi Geiter.

Der Trierer Daniel Klink, Sportdirektor des Deutschen Schere-Keglerbundes (DSKB), äußert sich zum weiteren Saisonverlauf vorsichtig: „Wir haben noch 15 Spieltage auszutragen. Es gibt zum Beispiel  Überlegungen, falls die Politik es zulässt, Anfang März die Hallen  unter Corona-Bedingungen zumindest wieder für den Trainingsbetrieb zu öffnen. Mit einer Vorlaufzeit von drei Wochen könnten wir dann ab Ende März die Saison zu Ende spielen.  Wir beraten uns im Sportausschuss des DSKB am 14. Februar und wollen dann entscheiden, in welcher Form es weitergeht.“