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Weltrekord-Versuch im Volleyball in Wittlich coronabedingt abgesagt

Volleyball : Wegen Corona: Keine Weltrekordjagd in Wittlich

Die Pandemie zwingt mehrere Volleyballer aus der Region Trier erneut in die Knie. Zum zweiten Mal müssen sie ihr Vorhaben, mit einem 121-stündigen Dauerspiel ins Guinness-Buch der Rekorde zu kommen, absagen. War’s das nun endgültig mit dem Projekt?

Die Inhalte der Internetseite sind deaktiviert – einzig eine in mehrere traurige Zeilen gefasste Absage ist dort noch abrufbar. Der Versuch von 24 Sport-Enthusiasten aus der Region Trier, den Weltrekord im Dauer-Volleyballspielen zu knacken und damit ins Guinness-Buch der Rekorde zu gelangen, ist zum zweiten Mal und damit vorerst endgültig gecancelt worden. Vom 24. bis 29. Mai wollte das Team im Wittlicher Eventum 121 Stunden am Stück baggern und pritschen – doch coronabedingt ist das erneut nicht möglich. Ursprünglich war der Weltrekordversuch im April 2020 vorgesehen – doch auch da hatte die Pandemie den Volleyballern einen Strich durch die Rechnung gemacht.

„Weder die notwendigen Trainings noch die Veranstaltung selbst sind mit den aktuellen Auflagen durchführbar. Wir danken allen von ganzem Herzen, die uns in der Vergangenheit bei unserem Projekt unterstützt haben. Gern hätten wir uns der Herausforderung gestellt, doch höhere Gewalt hat uns daran gehindert. Bleibt gesund!“, heißt es auf der Webseite www.volleyball-marathon.de.

Im Herbst 2019 hatten mehrere Volleyballer aus der Region den Entschluss gefasst, den bisherigen Rekord von 101 Stunden Dauerspielen anzugreifen und damit eine neue Bestmarke wieder in die Region zurückzuholen – 2013 hatten mehrere Spieler in Osburg 89 Stunden ununterbrochen auf dem Feld gestanden.

Eineinhalb Jahre Vorbereitungsarbeit sind nun erstmal für die Katz. Viel Herzblut und Schweiß war in das Projekt geflossen – beim Training und in der Planung eines umfangreichen Rahmenprogramms.

Vielleicht hätte es mit Testungen theoretisch eine Möglichkeit gegeben, in einer Blase den Rekordversuch im Eventum über die Bühne zu bringen. „Aber mit Blick auf die Außenwirkung hätte das keinen Sinn gemacht. Es gab keine andere Option“, sagt Mike Neuwinger. Der Mann aus Ayl (Kreis Trier-Saarburg) gehört zum Spielerpool und war im Organisationsteam aktiv.

 Auf der Internetseite wird die Absage verkündet.
Auf der Internetseite wird die Absage verkündet. Foto: -/Screenshot www.volleyball-marathon.de

Auch anderweitig sprachen Dinge gegen die Veranstaltung Ende dieses Monats. Das Team – aus dem laut Neuwinger zwischenzeitlich ein paar Akteure ausgeschieden waren – ist seit Monaten nicht mehr im gemeinsamen Training. Es fehlen die körperlichen Voraussetzungen für den Rekordversuch, der jeden Teilnehmer an seine persönlichen Grenzen führen würde.  Auch im Sponsoring - ohne das es bei einem solchen Projekt, das rund 15 000 Euro Kosten verursacht -  nicht geht, machen sich die Auswirkungen der Pandemie negativ bemerkbar. „Zu guter Letzt wäre es noch schwieriger als zu normalen Zeiten geworden, beispielsweise Schiedsrichter und Augenzeugen, die benötigt werden, zu finden“, sagt Neuwinger.

War’s das also unwiderruflich mit dem Traum von Guinness-Buch der Rekorde? Nicht unbedingt. Laut Neuwinger bleibt ein Hintertürchen offen: „Wir gehen jetzt erstmal in den Stand-by-Betrieb. Sobald wir sehen, dass eine Normalisierung eintritt, kann ich mir schon vorstellen, dass wir so verrückt sind zu sagen: Wir gehen die Sache nochmal an.“ Im Laufe der vergangenen Monate seien so viele Verbindungen entstanden, sodass nicht von Grund auf Klinken geputzt werden müssten.

Auf dem Feld müssen die Volleyballer erstmal zurückstecken - dafür sorgen sie andernorts für einen bleibenden Eindruck. Durch einen beim Weltrekordversuch erzielten Erlös sollte zusammen mit dem Benefizradler e.V. ein Beitrag zur Unterstützung regionaler Vereine geleistet werden. Als Grundstock hatten die Spieler jeweils 100 Euro in eine Spenden-Kasse eingezahlt. Da die meisten Akteure daran festhalten, werden laut Neuwinger am kommenden Mittwoch sowohl Annas Verein, der Einrichtungen zur Behandlung chronisch- und krebskranker Kinder fördert, als auch das Mehrgenerationenhaus Wittlich mit Spenden bedacht.