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Werfer kehren mit Rekorden in der Corona-Krise zurück

Leichtathletik : Werfer kehren mit Rekorden zurück

Der TV Germania Trier organisierte den ersten Leichtathletik-Wettkampf in der Region in der Corona-Zeit. Einnahmen kommen Hospizhaus zugute.

Der Hammer fliegt wieder im Trierer Moselstadion! Die Werfer richteten am Sonntag den ersten Leichtathletik-Wettkampf in der Region aus. Kurzfristig angesetzt kamen zwar nur 25 Sportler aus der näheren Umgebung, aber auch aus dem Saarland und Luxemburg auf Einladung des TV Germania Trier (TVG) - und sorgten für einen deutschen und einen Rheinland-Seniorenrekord.

Der härteste Konkurrent von Franz Pauly bewies beim Rheinland-Seniorenrekord des Sportfest-Organisators gutes Augenmaß. 46,46 Meter tippte Wolfgang Baum von der LG Bernkastel-Wittlich, der bei Paulys Würfen als Kampfrichter agierte, bevor das Maßband angelegt war - und lag damit auf den Zentimeter richtig. Damit verbesserte Pauly seine eigene Bestmarke der Altersklasse M 55 mit dem Sechs-Kilogramm-Gerät um fast drei Meter. Ende Februar bei den letzten deutschen Wurfmeisterschaften vor der Corona-Krise hatte Pauly als M-55-Vizemeister 43,59 Metern erzielt. Baum kratzte mit 39,68 Metern als Zweitplatzierter knapp an der 40-Meter-Schallmauer.

Sogar einen deutschen Rekord stellte Ria Schick beim TVG-Sommerwerfertag auf. Die 85-Jährige von der LG Idar-Oberstein verbesserte die nationale W-85-Bestmarke auf 23,33 Meter. Mit dem zwei Kilogramm schweren Wettkampfgerät löste sie Christa Winkelmann aus Krefeld ab, die mit 21,71 Metern vor einem Jahr Senioren-WM-Vierte geworden war. In der Altersklasse M 80 ist der Leichtathletikbezirk Trier einen Rheinlandrekord los. Emmerich Kiss vom VfL Baumholder verbesserte die Marke von Norbert Görgen vom Post-Sportverein Trier (33,16 Meter) mit dem Drei-Kilo-Hammer auf 35,70 Meter.

Entspannt und schon allein wegen der schweren Wurfgeräte mit viel Abstand verlief der erst wenige Tage vor der Austragung bekanntgemachte erst Leichtathletik-Wettkampf in der Region Trier seit März. „Ich musste natürlich ein Hygienekonzept erstellen. Jeder darf nur mit seinem eigenen Gerät werfen und muss es nach dem Wurf auch selbst vom Platz wieder holen“, erklärte Pauly. Am Eingang zum Werferplatz wurden die Daten aller Anwesenden erfasst - und auch Desinfektionsmittel stand bereit.

Anders als sonst beispielsweise beim in diesem Jahr ausgefallenen TVG-Osterwerfertag wurden diesmal allerdings keine belegten Brötchen und Getränke verkauft. Aber auch die reduzierten Einnahmen werde man zugunsten des Trierer Hospizhauses spenden, sagte Pauly, der als Polizist schon mehrmals bei an der Sicherung des Hospizlaufs auf den letzten Kilometern in Trier beteiligt war. Es sei schön gewesen, wieder einen Wettkampf machen zu können und die Disziplinkollegen wiederzusehen, freuten sich die gut zwei Dutzend Sportler wie Monika Geister vom Ski-Klub Prüm, die mit 21,20 Metern in der Altersklasse W 70 siegte.

Ergebnisse:

Hammerwurf, Frauen (4 kg): Sonja Wilhelm (Saarbrücken) 40,86 m. W 55 (3 kg): Maria Johannes (LG Bernkastel-Wittlich) 34,04 m. W 70 (3 kg): Monika Geister (Ski Klub Prüm) 21,20 m.

Männer (7,26 kg): Steven Weiwert (Luxemburg) 37,34 m. M 35: Tobias Stolz (TVG Trier) 32,46 m. M 55 (6 kg): 1. Franz Pauly (TVG Trier) 46,46 m, 2. Wolfgang Baum 39,68, 3. Jürgen Weis 32,14 (beide LG Bernkastel-Wittlich). M 65 (5 kg): Willi Neises (SE Orenhofen) 21,72 m. M 70 (4 kg): Gerhard Thiele (TVG Trier) 39,35 m. M 12 (3 kg): 1. Wolf Weis (LG Bernkastel-Wittlich) 21,10 m, 2. Nicolas Pauly (TVG Trier) 16,90.