Fußball: Wie die 3. Liga den Spielplan von Eintracht Trier beeinflusst

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Bei den Ansetzungen spielen nicht nur Wünsche der Vereine eine Rolle. Für Kopfschütteln beim SVE sorgt unterdessen eine Meldung aus der Schweiz.

Bei der Spielplangestaltung können Fußballvereine Wünsche äußern. Ob die auch erfüllt werden, liegt aber längst nicht mehr nur in der Hand der beteiligten Clubs. Bis runter in die Oberliga unterliegen sie – wie es offiziell stets heißt – auch einer „Berücksichtigung der Restriktionen der Sicherheitsbehörden“.

So kommt es, dass die Partie von Eintracht Trier gegen Wormatia Worms in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar nicht wie geplant am Freitagabend, 28. Februar, ausgetragen wird. Der Kracher zum Start in die Restsaison unter Flutlicht im Moselstadion – nichts wird es mit diesem stimmungsvollen Rahmen. Stattdessen wird das Spitzenspiel tags darauf am Samstag, 29. Februar, um 14 Uhr angepfiffen. Auch wegen einer Partie in der zwei Klassen höher angesiedelten 3. Liga.

„Gegen eine Austragung am Freitagabend haben nach unserer Info zwei Aspekte der Polizei gesprochen. Zum einen herrscht eine Fanfreundschaft zwischen Fans von Waldhof Mannheim und Wormatia Worms. Durch die Zeitgleichheit unseres Spiels zur Drittligapartie der Mannheimer am Samstag gegen den 1. FC Kaiserslautern soll die Situation in den beiden Stadien entschärft werden, da keine Fans von anderen Clubs hinzukommen. Zum anderen ist ein Flutlichtspiel zwischen Trier und Worms aus Sicherheitsgründen nicht gerne gesehen. Mehr Infos erhalten wir möglicherweise während der Oberligatagung, die am Mittwoch in Diefflen stattfindet“, teilt die Eintracht auf TV-Anfrage mit.

Die Polizei Trier bestätigt die Hintergründe auf TV-Anfrage: „Ein Grund für den geänderten Austragungstermin stellt die Tatsache dar, dass die Wormser und die Mannheimer Fanszenen eine freundschaftliche Beziehung zueinander unterhalten. Beide Fanlager stehen Teilen der Trierer Fans feindschaftlich entgegen. Durch die zeitgleiche Terminierung der Partien kann eine Unterstützung des VFR Wormatia 08 Worms durch sympathisierende Fans der Mannheimer Szene eher ausgeschlossen werden.“

Wegen des möglichen Aufeinandertreffens von Fangruppen, die sich nicht hold sind, musste zuletzt ein Testspiel zwischen dem FC Homburg und Eintracht Trier abgesagt werden (der TV berichtete).

Und Meldungen wie die folgende tragen nicht dazu bei, dass die Sicherheitsbehörden entspannter reagieren. Laut Berichten in Schweizer Medien sollen im November 2019 Anhänger von Eintracht Trier bei einem Eishockey-Spiel des HC Fribourg-Gottéron beim SC Rapperswil-Jona Lakers und später auf einem Rastplatz provoziert und randaliert haben. Eine Ultragruppierung des Eishockey-Clubs unterhält eine Fanfreundschaft mit Eintracht-Ultras.

Mit Verweis auf die Berichterstattung teilt die Polizei Trier auf Anfrage mit, dass „infolge von Ausschreitungen 22 Personen, bei denen es sich vermutlich um Fans des SV Eintracht Trier handelt, mit einem schweizerischen Stadionverbot belegt“ worden sind.

Die Eintracht reagiert alles andere als begeistert: „Wir distanzieren uns grundsätzlich von allen Gewalthandlungen im Sport und sehen einen Imageschaden für unseren Verein darin, dass die handelnden Personen aus irgendwelchen Gründen mit Eintracht Trier in Verbindung gebracht werden.“ Nähere Informationen liegen dem Club nicht vor: „Ein Zugriff auf Personendaten für einen Vorfall in einem anderen Nicht-EU-Land ist uns, auch über die offiziellen Behörden, nicht möglich.“