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Wie die PST Trier Stampers vom American-Football-Boom profitieren wollen

American Football : „Trau dich!“

Der Super Bowl in der Nacht auf Montag elektrisiert die Sport-Welt. Doch einigen ist American Football weiterhin eher suspekt. Das bekommen Vereine an der Basis wie die PST Trier Stampers zu spüren. Die Moselaner wollen bei einem Probetraining mit Vorurteilen aufräumen – und verfolgen große Ziele.

Der Super Bowl ist weltweit eines der größten Sportereignisse. In Deutschland verfolgten im Jahr 2019  1,42 Millionen Zuschauer das Finale der US-amerikanischen Profiliga im American Football am Fernsehbildschirm – eine Steigerung im Vergleich zu den Vorjahren. Aber auch die Spiele in der regulären NFL-Saison finden hierzulande verstärkt Anhänger.

Wenn sich in der Nacht von Sonntag auf Montag deutscher Zeit die Kansas City Chiefs und die San Francisco 49ers im Endspiel gegenüberstehen, sind auch Ralph Altenscheidt und Stefan Thelen Feuer und Flamme. Altenscheidt, der American-Football-Abteilungsleiter beim PST Trier, fiebert bei der Super Bowl Party der Trier Stampers im Louisiana Trier mit. Thelen, Trainer der U 16 und U 19 der Stampers, schaltet zu Hause den Fernseher an – zumindest für den Anfang.  Der Rest wird aufgenommen und am Folgetag konsumiert.

Profitieren die American Footballer in Trier von dem gestiegenen Interesse am US-Sport? Bislang eher nicht, müssen Altenscheidt und Thelen feststellen. „Wir haben zum Beispiel drei Jahre lang eine Arbeitsgemeinschaft an einer Schule in Ehrang angeboten – mit mäßigem Zulauf“, berichtet Altenscheidt.

Dabei bräuchten die Stampers dringend neue Spieler. Denn der Verein hat hohe Ziele. Irgendwann soll der Sprung von der Regionalliga in die zweite Bundesliga gelingen. Dafür braucht es einen großen Pool an (Nachwuchs-)Akteuren. „In diesem Jahr gibt es noch einige Spieler, die aus der Jugend in den Herrenbereich kommen. In den Folgejahren wird es enger“, sagt Thelen, der 1989 Mitbegründer des ersten Trierer Footballteams war und seit fünf Jahren wieder mit an Bord ist.

Knapp 40 aktive Jugendliche aus Trier und einem Umkreis von bis zu 25 Kilometern verzeichnen die Stampers aktuell – das ist für die beiden in Jugend-Regionalligen spielenden Nachwuchsmannschaften eigentlich zu wenig.  Für die Ambitionen, die die Stampers verfolgen, bräuchte es einen Pool von 60 Jugendlichen. Denn: Ein Männerteam besteht aus 50 Spielern – der Bedarf an Personal ist also groß.

Die Stampers kämpfen mit Widerständen. „Vielen ist der Sport immer noch fremd. Für einige wirkt er zudem rabiat. Doch American Fooball steht inzwischen für weit mehr als nur Körperlichkeit. Egal ob klein, groß, dick oder dünn: Für jeden gibt es eine Position“, sagt Thelen.  In die gleiche Kerbe schlägt Altenscheidt: „Wir müssen das Bewusstsein schaffen, dass jeder mitmachen kann. Man muss nicht durchtrainiert sein und die beste Lunge von allen haben.“

Was tun? Die Stampers organisieren am Samstag, 8. Februar, ein Probetraining in der Trierer Toni-Chorus-Halle – von 10 bis 12 Uhr für Damen ab 16 Jahre und von 12 bis 14 Uhr für Männer und Jugendliche im Alter von 14 bis 19 Jahren. Das Motto: „Trau Dich!“

Leihausrüstungen sind vorhanden. Auch das ist ein Punkt, warum manch Interessierte zurückstecken. Thelen: „Viele können sich eine für American Football nötige Ausrüstung nicht leisten. Sie kostet rund 350 Euro.“ Die Stampers reagieren. Thelen: „Wer als Jugendlicher bei uns mitmachen will, bekommt die teuersten Gegenstände – einen Helm und ein Schulterpad – erst mal gestellt.“

 Beim American Football geht’s zur Sache. Doch gefragt ist mehr als nur Körperlichkeit.
Beim American Football geht’s zur Sache. Doch gefragt ist mehr als nur Körperlichkeit. Foto: thelen werbeagentur trier

Mehr Informationen gibt es im Internet: www.trier-football.de