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Wie die Raupe Nimmersatt: Eintracht Trier siegt 11:0 in Speicher

Fußball-Rheinlandpokal : Wie die Raupe Nimmersatt: Eintracht Trier siegt 11:0 in Speicher

Mit einem Kantersieg und einer seriösen Vorstellung kommt der SVE in der Südeifel in Runde zwei.

Spannung, ein Hauch von Überraschungspotenzial: Fußball-Oberligist Eintracht Trier hat im Erstrundenspiel des Rheinlandpokals beim Bezirksliga-Aufsteiger SV Speicher weder das eine noch das andere zugelassen.

Zu dominant traten die Moselaner von der ersten Minute an auf, entsprechend deutlich gestaltete sich das Endergebnis. Der SVE gewann am Sonntagnachmittag mit 11:0 – bereits zur Pause stand es 8:0. Jan Brandscheid und Tim Garnier trafen jeweils drei Mal – Brandscheid verwandelte dabei zwei Foulelfmeter. Einen dritten Strafstoß für die Gäste setzte Edis Sinanovic ins Netz. Auch die beiden Innenverteidiger Kevin Kling (zwei Mal) und Simon Maurer trugen sich mit Kopfballtreffern in die Torschützenliste ein. Einer fehlt noch: Christoph Anton markierte das zwischenzeitliche 4:0.

„Ich hätte nicht damit gerechnet, dass wir zweistellig gewinnen. Wir haben in den ersten 60, 70 Minuten ein richtig gutes Spiel gemacht“, sagte Eintracht-Trainer Josef Cinar. Ihm gefiel besonders, dass sich sein Team nach der frühen 3:0-Führung nach 17 Minuten nicht in eine Komfortzone zurückzog: „Uns hat heute diese Reife ausgezeichnet, nicht mit einem bereits deutlichen Vorsprung zufrieden zu sein.“

Die Gastgeber, bei denen die Euphorie über die Rückkehr in den überkreislichen Bereich nach mehr als 30 Jahren spürbar ist, kamen erst in der Schlussphase zu zwei Gelegenheiten und boten so ihrem Anhang unter den coronabedingt nur 350 Zuschauern die Gelegenheit, mal kurz aus dem Sattel zu gehen. Andrej Pertsch verzog einmal knapp am langen Pfosten. Und nach einer Ecke lag der Ball kurzzeitig frei kurz vor der Trierer Torlinie, doch kein Spieler des SV Speicher kam dran.

Trainer Martin Wagener ärgerte sich kolossal über die erste Halbzeit: „Man kann ein paar Gegentore bekommen, aber alleine drei Treffern gingen vermeidbare Fehler von uns voraus. Die würde auch ein Kreisligist bestrafen.“

Immerhin: In der zweiten Halbzeit, die ihn zufrieden stellte, habe sein Team eine bessere Körpersprache gezeigt. „Insgesamt habe ich aber nur vier Fouls von uns gezählt. Da hätte ich mir mehr Körperlichkeit gewünscht“, sagte Wagener.

Mit Blick auf den heißersehnten Start in der Bezirksliga am kommenden Freitag (20 Uhr) zu Hause gegen die SG Wallenborn sei das Pokalspiel gegen Trier aber ein „Muster ohne Wert“ gewesen. Wagener: „In der Liga zählen andere Dinge.“

Triers Trainer Cinar dürfte derweil nichts dagegen haben, wenn sein Team im Oberliga-Auftaktspiel am Samstag, 5. September, 14 Uhr, zu Hause gegen die Sportfreunde Eisbachtal eine vergleichbare Gier an den Tag legen würde. Darum will er den Ball flach halten: „Ich will jetzt auch nicht zu viel loben ...“ Er weiß: In Momenten wie diesen könnte Selbstzufriedenheit schnell der größte Gegner werden. 

SV Speicher: Stamer - Berlin (46. Newman), Schwarz, Schuster (46. Schmitt), Eiden - Pertsch, Selmane, Schütz (75. D. Frank), F. Frank, Thomsen (58. Marie) - Poloshenko

Eintracht Trier: Wieszolek - Kaluanga, Maurer, Kling, Heinz - Fischer (46. Thayaparan) - Sinanovic (55. Kinscher), Roth (55. Brodersen), Garnier, Anton (46. Kahyaoglu) - Brandscheid

Tore: 0:1 Brandscheid (7., FE), 0:2 Kling (13.), 0:3 Garnier (17.), 0:4 Anton (25.), 0:5 Garnier (31.), 0:6 Brandscheid (35., FE), 0:7 Sinanovic (41., FE), 0:8 Maurer (44.), 0:9 Brandscheid (49.), 0:10 Garnier (62.), 0:11 Kling (83.)