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Degen, Florett, Säbel: Das sind die Unterschiede

 Im Fechten gibt drei Waffengattungen.
Im Fechten gibt drei Waffengattungen. FOTO: TV / Mirko Blahak
Trier. Wo sind Treffer erlaubt? Die Fechtdisziplinen weichen in dieser Frage teils enorm voneinander ab.

Wenn jemand verbal eher derbe Worte wählt und ein „Hau-Drauf-Typ“ ist, heißt es gerne, er nutze den Degen statt das feine Florett.

Was hat es damit auf sich? Im Sportfechten gibt es drei Waffen: Degen, Florett und Säbel. Was sie eint: Sie bestehen aus einer Klinge und einem Griff mit Schutzglocke. Darüber hinaus gibt es aber einige Unterschiede, auch was die Regeln in den Disziplinen betrifft. Hier ein Überblick.

Degen: Der Begriff Degen leitet sich vom französischen degue ab und das heißt so viel wie langer Dolch. Die Stoßwaffe hat eine dreikantige Klinge, die sich zur Spitze hin verjüngt. Sie ist unter den drei Waffen mit einem Höchstgewicht von 770 Gramm am schwersten. Der Degen darf ebenso wie das Florett insgesamt nicht länger als 110 Zentimeter sein.

Beim Degenfechten ist der gesamte Körper gültige Trefferfläche (siehe Infografik). Angezeigt werden Treffer elektronisch. Dafür ist der Fechter mit einem Kabel mit einer sogenannten Meldeanlage verbunden. Ein Treffer wird angezeigt, wenn der auf der Klingenspitze sitzende Kopf mit mehr als 750 Gramm Druck und um mindestens einen Millimeter eingedrückt wird. Wer als Erster trifft, punktet. Ausnahme: Bei gleichzeitigen Treffern innerhalb von 0,05 Sekunden bekommen  beide Fechter je einen Punkt. Das Degenfechten hat seinen Ursprung im traditionellen Duellfechten – deshalb sind auch Doppeltreffer möglich. Und entgegen der Redensart zeigt sich, dass im Degenfechten genauso viel Raffinesse und Feingefühl nötig ist wie im Florettfechten, um einen Treffer zu setzen.

Florett: Auch hier hat das Wort einen französischen Ursprung. Es kommt von „fleur“, die Blume – angelehnt an die Form des Schutzes, der auf der Spitze der Waffe aufgesetzt ist. Ebenso wie der Degen ist das Florett eine reine Stoßwaffe. Das heißt: Treffer können nur mit der Spitze erzielt werden. Ein Florett wiegt höchstens 500 Gramm. Anfänger beginnen meist mit dieser Waffe. Die Klinge hat vier Seiten und  verjüngt sich zur Spitze hin.

Die Trefferfläche ist eingeschränkt – gültig ist nur der Rumpf ohne Kopf, Arme und Beine. Über einen Treffer entscheidet wie beim Degen der erzeugte Druck – beim Florett muss der auf der Klingenspitze sitzende Kopf mit mehr als 500 Gramm Druck beim Kontrahenten auftreffen. Anders als beim Degen gilt ein Treffervorrecht. Grundsätzlich gilt: Wer angegriffen wird, kann nur dann einen gültigen Treffer setzen, wenn er den Angriff zuvor abwehrt.

Säbel: Im Gegensatz zu Degen und Florett ist der Säbel eine Hieb- und Stoßwaffe. Das heißt: Treffer können auch durch Hiebe gesetzt werden.  Der Säbel ist die leichteste Waffe unter den drei Gattungen – meist liegt das Gewicht unter 500 Gramm. Er darf eine Gesamtlänge von 105 Zentimetern nicht überschreiten. Die Klinge ist flach und meist etwas gebogen.

Trefferfläche ist der gesamte Rumpf des Gegners inklusive Kopf und Armen. Im Säbel gilt wie auch im Florett ein Treffervorrecht.

Alle drei Disziplinen werden auf einer Fechtbahn ausgetragen, die zwischen 14 Metern (für Florett) und 18 Metern (Degen und Säbel) lang sowie 1,80 bis zwei Meter breit ist.