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| 15:47 Uhr

Autorennen
Wolsfelder Bergrennen - Auf zum Familienfest mit Pferdestärken

Ein Dorf wird zum Fahrerlager: An Pfingsten bestimmt das Bergrennen das Bild in der Südeifel-Gemeinde Wolsfeld (Kreis Bitburg-Prüm).
Ein Dorf wird zum Fahrerlager: An Pfingsten bestimmt das Bergrennen das Bild in der Südeifel-Gemeinde Wolsfeld (Kreis Bitburg-Prüm). FOTO: TV / Jürgen C. Braun
WOLSFELD. Bei der 56. Auflage des Wolsfelder Bergrennens an Pfingsten kommt die Klientel dieser individuellen Motorsportart wieder auf ihre Kosten. Auf Deutschlands kürzester Bergrennstrecke röhren am Pfingst-Sonntag und -Montag die Motoren.

Immer an Pfingsten heißt es in der Südeifel seit mehr als einem halben Jahrhundert: „Der Berg ruft“. Doch während im gleichnamigen Kinofilm die Erstbesteigung des Matterhorns im Fokus steht, geht es auf Deutschlands kürzester Bergrennstrecke zwischen dem Eifelort Wolsfeld und dem Ortsteil Wolsfelderberg um Zehntelsekunden, um Punkte, Prämien und Pokale.

Die 56. Auflage des vom Eifelmotorsportclub Bitburg (EMSC) ausgetragenen Spektakels wird wieder alles, was in der Szene in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg Rang und Namen hat, an den Start ziehen. Gesucht wird in diesem Jahr an den beiden Renntagen (Sonntag Training, Montag Wertungsläufe) der Nachfolger von Vorjahressieger Uwe Lang im Osella PA20S Evo. Der Schweinfurter siegte im vergangenen Jahr in den drei Wertungsläufen vor Formel-3-Pilot Frank Debruyne im Dallara F3003. Beide haben auch für die 56. Auflage des „Großen Preises der Südeifel“ in diesem Jahr wieder gemeldet.

Traditionell sind die offenen  Formel-Boliden favorisiert, wenn es um den Gesamtsieg geht. Aber in den vergangenen Jahren haben sich auch gute Tourenwagen-Piloten immer mehr in den Vordergrund geschoben. Nicht nur der Schweizer Bruno Ianniello, der im Lancia Delta S4 immer noch den Streckenrekord für Tourenwagen innehat, gehört zum Kreis derer, die den Formel-Fahrern auf den Pelz rücken. Die Leistungsunterschiede zwischen diesen Kategorien sind längst nicht mehr so eklatant wie das noch vor einigen Jahren der Fall war. Dazu gehört auch Lokalmatador Patrick Orth aus Bergweiler, der im vergangenen Jahr im BMW E30 320is auf Rang acht im Gesamtklassement fuhr und sich mit Renault-Laguna-Fahrer Björn Wiebe und Georg Lang im Tatuus Renault FR 2000 einen tollen Kampf um Sekunden-Bruchteile lieferte.

Ein Muss als Gastspiel-Ort ist Wolsfeld immer für die vielen Teilnehmer aus dem Nachbarland Luxemburg, da die Wolsfelder Veranstaltung auch zur Luxemburger Meisterschaft zählt. Im Großherzogtum hat die Berg-Saison in diesem Jahr schon mit dem Großen Preis von Eschdorf am 12. Mai begonnen. Dort ist traditionell auch starke Konkurrenz aus Frankreich, Belgien und Slowenien am Start. In diesem Jahr war Eschdorf auch Auftakt der Deutschen Automobil-Bergmeisterschaft. Während bei beiden deutschen Rennen, und damit auch in Wolsfeld, der Sieger nach der Addition aller Wertungsläufe gekürt wird, entscheidet in Luxemburg nur der schnellste von drei gefahrenen Wertungsläufen.

Gefahren wird auf dem nur 1,640  Kilometer langen gewerteten Teilstück vom Ortsausgang in Wolsfeld Richtung Holsthum um Punkte in verschiedenen Prädikaten. Es geht um Zähler in der Deutschen Automobil-Bergmeisterschaft, dem DMSB-Bergpokal, und im zahlenmäßig glänzend besetzten KW Berg-Cup. Wenngleich der Bergsport durch seine ganz spezielle  Art des Motorsports mit dem Kampf gegen die Uhr oder der gemeinsamen Rückführung gegen die Strecke nach dem Wertungslauf einer bestimmten Klasse sehr speziell ist, so hat er doch einen großen Freundeskreis gefunden. Das gilt auch für Wolsfeld, wo sich bei schönem Wetter an den beiden Tagen immer ein paar Tausend Zuschauer an den Berghängen aufhalten und die Südeifel zur PS-Party-Zone machen. Für die vielen Amateure in den kleinen regionalen Motorclubs ist Wolsfeld oft nicht nur Saisoneinstieg, sondern auch Saison-Höhepunkt zugleich. Man kennt sich, man trifft, man schraubt im Fahrerlager gemeinsam und gibt sich Tipps. Wolsfeld ist daher auch immer ein Familientreffen mit Pferdestärken.