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Wolsfelder Bergrennen am Pfingstwochenende: Rückkehr von ,Klein-Monaco‘​

Motorsport : Wolsfelder Bergrennen: Rückkehr von ,Klein-Monaco‘

Rampe rauf an der Nims: Nach einer dreijährigen Corona-Zwangspause erwartet der EMSC Bitburg am Pfingstwochenende rund 190 Starter. Mit dabei: Raketen-Bruno‘, Kult-Fahrer aus der Schweiz.

Fast 200 Starter, zwei nationale Meisterschaften, Bergcup-Prädikate, internationale Spitzenklasse in den Cockpits und Vorfreude bei Veranstalter und Fans: An Pfingsten werden die Motoren zu einem der größten Motorsportereignisse in der Region gestartet. Die 58. Auflage des Wolsfelder Bergrennens auf einer superkurzen, aber gerade deswegen auch superschweren kurvigen Rampe an den Eifeler Naturtribünen vorbei, wird nach drei Jahren coronabedingter Pause viele Zuschauer anlocken.

Eines steht bereits fest: 2022 wird es einen anderen Sieger beim „Klein-Monaco der Südeifel“ geben als beim zuletzt ausgetragenen Rennen im Jahr 2019. Der Schweizer Ronnie Bratschi hatte sich damals bei seinem ersten Start unterhalb von Wolsfelderberg in einem Mitsubishi Lancer Evo 8 EGMO gegen die scheinbar übermächtige Konkurrenz der Formel- und Gruppe-C-Boliden den Gesamtsieg gesichert.  Der Eidgenosse hat sich für dieses Jahr wegen Problemen an seinem Fahrzeug nicht angemeldet.

Doch der Veranstalter, der Eifelmotorsportclub (EMSC) Bitburg, wird auch ohne den Titelverteidiger viel Klasse an den Start in der Holsthumer Straße bringen. „Bis zum Nennungsschluss hatten wir 198 angemeldete Fahrer, ein paar haben inzwischen wieder abgesagt. Wir werden wohl bei 190 rauskommen“, sagt EMSC-Präsident Christoph Schackmann.

Und wer könnte in diesem Jahr als Gesamtsieger das goldene Bit-Fässchen des Hauptsponsors in Empfang nehmen? Mehr als nur ein Geheimtipp ist Alexander Hin aus Elzach. Der Mann aus dem Breisgau, wo am Fuße des südlichen Schwarzwalds der Bergrennsport großes Ansehen genießt, wird in einem Osella FA 30 an den Start gehen. Der Südbadener erreichte beim portugiesischen Lauf zur Europa-Bergmeisterschaft (EBM) Mitte Mai als Dritter das beste Ergebnis eines deutschen Bergrennfahrers seit 25 Jahren.  100.000 Zuschauer sahen den Lauf  an der traditionellen Strecke in Rampa da Falperra. Die besten Piloten jagen die dortige fünf Kilometer lange Strecke mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von mehr als 170 Kilometern pro Stunde hoch. 

In Wolsfeld müssen in drei Läufen zwar nur jeweils 1,64 Kilometer bewältigt werden. Allerdings ist der Kurs aufgrund seines Profils herausfordernder – mit häufigeren Bremspunkten und ganz gemeinen, tückischen Bodenwellen.

Das Wolsfelder Bergrennen lebt aber nicht nur von den Spitzenfahrern aus der EBM, den nationalen Top-Piloten der deutschen Meisterschaft und von den etwa 25 Fahrern aus dem Großherzogtum, die jenseits der Landesgrenze um Punkte und Pokale für die luxemburgische Meisterschaft fahren. Traditionell treten auch die Fahrer der hiesigen Motorsportclubs zu ihrem ,Heimspiel‘ an, etwa aus Bitburg, Osann-Monzel oder Konz. Zu ihnen zählen unter anderem Patrick Orth und Thomas Ostermann.

Das traditionelle Rennen des EMSC Bitburg, der im kommenden Jahr 70 Jahre alt wird, ist nicht nur motorsportlicher Wettbewerb, sondern auch ein Treffen von Gleichgesinnten. Drei Jahre hat sich die ,Bergfamilie‘ nun nicht mehr gesehen, umso größer ist die Vorfreude. Einer aus der Familie darf dabei nicht fehlen: Bruno Ianniello, der Schweizer mit seinem weißen Lancia. „Raketen-Bruno hat zugesagt“, verkündete der EMSC schon vor Wochen voller Stolz in den sozialen Medien.

Dennoch ist nicht nur alles eitel Sonnenschein rund um die erste große EMSC-Veranstaltung seit 2019. „Das ist alles nicht so einfach nach drei Jahren, in denen wir nichts machen konnten. Einfach nur hinkommen und sagen, wir machen jetzt weiter, wie wir aufgehört haben, geht nicht. Wir mussten ja auch das Vereinsleben irgendwie am Leben halten“, berichtet Schackmann. Auch wenn es derzeit keine Corona-Einschränkungen gibt, will man vonseiten des EMSC vorbeugen. Schackmann: „Wir haben Behälter mit Desinfektionsmitteln aufgestellt, weisen auch im Programmheft noch einmal auf die außergewöhnliche Situation hin und bitten die Besucher, die Corona-Umstände nicht völlig außer Acht zu lassen.“

Mehr Informationen, unter anderem zum Zeitplan, zu Eintrittspreisen und zum Streckenplan, gibt es im Internet: emsc-bitburg.de/bergrennen/