| 17:59 Uhr

Leichtathletik
Fairplay-Tour feiert Jubiläum und die WM

Imposantes Bild: Die Teilnehmer der Fairplay-Tour haben sich wieder auf den Weg gemacht.
Imposantes Bild: Die Teilnehmer der Fairplay-Tour haben sich wieder auf den Weg gemacht. FOTO: TV / Holger Teusch
Bitburg/Trier/Jünkerath/Konz. Zum 20. Mal: 350 Jugendliche radeln in der letzten Woche vor den Sommerferien 850 Kilometer durch Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, das Saarland, Frankreich, Luxemburg und Belgien. Von Holger Teusch

Mit einer Sternfahrt nach Bitburg ist am Freitag zum 20. Mal die Fairplay-Tour durch die Großregion zugunsten eines Hilfsprojekts in Afrika gestartet. Als Herbert Ehlen und Klaus Klaeren Anfang September 1999 fünf Tage lang gemeinsam mit ein paar Dutzend Jugendlichen durch das deutsch-belgisch-luxemburgische Grenzgebiet radelten, ahnten die Initiatoren der Fairplay-Tour noch nicht, was sie mit ihrer ein bisschen aus der Not geborenen Aktion auslösen würden.

„Herbert hat schon immer Staffelläufe und -fahrten zu verschiedenen Events, wie zum Beispiel 1995 zur Leichtathletik-Weltmeisterschaft nach Göteborg, gemacht“, berichtet Klaeren. 1999 fand die WM im spanischen Sevilla statt – mit rund 2200 Kilometern etwa doppelt so weit entfernt wie Göteborg! Ehlen fragte deshalb bei Klaeren in dessen Funktion als Geschäftsführer der Europäische Akademie des rheinland-pfälzischen Sports in Trier um Hilfe nach. Die zunächst angedachte mehrwöchige Spanien-Tour wurde zwar auf ein Fünftel der Distanz quer durch die Großregion gestutzt, dafür aber auch andere Schulen neben Ehlens Jünkerather Graf-Salentin-Schule eingeladen.

Das Konzept kam an. „Von Anfang an gab es viele positive Rückmeldungen und Anfragen auf Teilnahme“, sagt Klaeren. 1999 nahmen 95 Schüler aus acht Schulen teil – die Strecke führte auf insgesamt 390 Kilometern von Trier nach Luxemburg, Mersch, ins belgische St. Vith und Euskirchen zum Etappenziel Jünkerath. Die Veranstaltung firmierte noch unter dem Namen Tour d‘Europe Fair Play.

Mittlerweile umfasst der Tross rund 300 Jugendliche und deren Betreuer. „Seit sieben, acht Jahren haben wir einen festen Rahmen und eine gute Größenordnung gefunden“, sagt Klaeren.

Weiteres Wachstum würde vor allem die Kapazitäten der Etappenorte sprengen. Denn alle Teilnehmer schlafen in Sporthallen und müssen in den Orten, die angefahren werden, sowie während der Pausen verpflegt werden – ein großer logistischer Aufwand. 36 Gruppen, die in ihren Heimatorten seit Monaten für die Tagesetappen zwischen 80 und 125 Kilometer trainieren, beteiligen sich diesmal.

Jede Gruppe verpflichtet sich, mit einem sogenannten Lebenslauf oder einer ähnlichen Benefiz-Veranstaltung das Tour-Projekt der Deutschen Welthungerhilfe zu unterstützen. Dieses Jahr soll mit dem gesammelten Geld (seit 1999 wurden mehr als 3,2 Millionen Euro an Spenden gesammelt) die  Mberi-Schule im Westen des rheinland-pfälzischen Partnerlands Ruanda renoviert und erweitert werden.

Die Unterstützung der Altersgenossen in Afrika ist das eine Ziel der Fairplay-Tour. Die Teilnehmer sollen aber auch selbst durch die Weiterentwicklung ihrer Persönlichkeit profitieren, einen respekt- und rücksichtsvollen Umgang miteinander lernen sowie Selbstbewusstsein durch ihre täglich erbrachte sportliche Leistung tanken. Die Arbeit am Thema Europa sei wichtiger denn je, betont Klaeren, der sich nicht nur auf viele Radfahr-Kilometer freut: „Ich freue mich schon darauf, gemeinsam die WM-Spiele zu schauen und gemeinsam mit unseren französischen, belgischen und luxemburgischen Freunden zu feiern.“