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Zum deutschen Vizetitel im Skilanglauf-Sprint fehlten fünf Zentimeter

Skilanglauf : Nur fünf Zentimeter fehlen dem Manderscheider Jan Stölben zu DM-Silber

Skilangläufer Jan Stölben aus Manderscheid gewinnt bei den deutschen U-20-Meisterschaften Bronze im Sprint, hat dann aber in den Distanzrennen im klassischen und freien Stil Pech.

Erst Bronze, dann herbe Rückschläge: Das Wochenende der Deutschen Jugendmeisterschaften im Skilanglauf im bayrischen Oberstdorf glich für Jan Stölben aus Manderscheid (Kreis Bernkastel-Wittlich), wie zuvor der Continentalcup, einer Achterbahnfahrt.

Im italienischen Pragelato hatte der 18-Jährige, der aus dem SLV Ernstberg hervorgegangen ist, im Massenstartrennen über 30 Kilometer im klassischen Stil am ersten Tag den 24. Platz belegt. Ein gutes Resultat, vor allem wenn man bedenkt, dass die Paralleltechnik eigentlich nicht Stölbens Schokoladendisziplin ist. Doch statt in der Skating-Technik, bei der sich der Manderscheider wohler fühlt, zu starten, musste Stölben nach einem Sturz auf seinen zweiten Auftritt im Nationaltrikot verzichten.

Ganz so schlimm kam es dann bei den Deutschen Meisterschaften nicht. Diese mussten wegen Schneemangels vom baden-württembergischen Isny kurzfristig nach Oberstdorf  verlegt werden. Auf der Strecke, auf der eine Woche zuvor der Weltcup durchgeführt worden war und 2021 die Weltmeisterschaften stattfinden, startete Stölben freitags, dem Tag der Sprints, fast schon traumhaft ins DM-Wochenende. Nach einem soliden neunten Platz im Prolog der Unter-20-Jährigen (U 20) qualifizierte er sich über Viertel- und Halbfinale für den Endlauf der besten Sechs.

Dann wurde es ganz eng. Den U-20-Sprint-Titel holte sich der Junioren-WM-Dritte Anian Sossau vom Skiclub Eisenärzt. Im Kampf um die Vizemeisterschaft musste das Zielvideo zurate gezogen werden. Nur etwa fünf Zentimeter vor Stölben schob demnach Jonas Schröter (SC Monte Kaolino Hirschau) den Ski über die Ziellinie.

Beim Klassikrennen über zehn Kilometer am Samstag orientierte sich Stölben an den Stockenden des späteren Siegers Jan-Friedrich Doerks aus Zella-Mehlis. Ein Fehler. Denn der Thüringer war zu schnell für Stölben unterwegs. In den berüchtigten Anstiegen zum Burgstall geriet ­der Skiläufer aus der Eifel, der seit zwei Jahren im Leistungszentrum im sauerländischen Winterberg trainiert, dort das Sportinternat besucht und deshalb für den SK Wunderthausen startet, komplett in den roten Bereich. Am Ende reichte es deshalb nur für den 24. Platz in 26:53,2 Minuten – 3:26,4 Minuten hinter Sieger Doerks. Sonntags im Massenstartrennen über 15 Kilometer hatte Stölben dann Pech, als ihm bei einem Sturz in der Anfangsphase ein Stock brach. 3:33,8 Minuten hinter Gewinner Friedrich Moch (WSV Isny/35:00,5 Minuten) konnte er nicht ins Rennen um die Medaillen eingreifen.

Scott Schmitz, wie Stölben beim SLV Ernstberg groß geworden und nun ebenfalls im Sportinternat in Winterberg, erreichte im U-18-Rennen über 15 Kilometer den 27. Platz (42:52,5 Minuten) und wurde über zehn Kilometer in der klassischen Technik ebenso wie im Sprint 20. der Altersklasse U 18 (27:23,1 Minuten).