Zweite Frauenhandball-Bundesliga: Eine furiose Aufholjagd der Trierer Miezen wird nicht belohnt. Die MJC verliert  mit 23:24 gegen Herrenberg.

Frauenhandball : DJK/MJC Trier: Mutmacher trotz unnötiger Niederlage

Zweite Frauenhandball-Bundesliga: Eine furiose Aufholjagd der Trierer Miezen wird nicht belohnt. Die MJC verliert  mit 23:24 gegen Herrenberg.

In der Halbzeitpause ist bei Miezen-Trainerin Elena Vereschako die Entscheidung gereift, etwas verändern zu müssen. Die Miezen liegen gegen die „KuTies“ aus Herrenberg mit 8:10 in Rückstand. Noch ist in dem Heimspiel vor nur 220 Zuschauern in der Arena nichts verloren – aber die Art und Weise des Auftritts gibt ihr zu denken. Gegen eine alles andere als stark aufspielende Gäste-Mannschaft gelingt Gabriella Szabo nach zehn Minuten und 20 Sekunden der erste Miezen-Treffer – zum 1:2. Dass das Spiel zu diesem Zeitpunkt noch nicht verloren ist, haben die Trierer Zweitliga-Handballerinnen bis dato ihrer Torfrau Aleksandra Baranowska zu verdanken, die in der ersten Hälfte insgesamt zehn Paraden zeigt. Und damit fast genauso viele wie die Herrenberger Keeperin Monika Lide (elf Paraden).

Alleine acht Fehlversuche gehen in den ersten 30 Minuten auf das Konto von Vesna Tolic. Die Leistung der Rückraumspielerin, die mit zwei Pfostentreffern auch etwas Pech hatte, war nicht gut – aber das ist nicht allein der ausschlaggebende Punkt, weshalb sie in der zweiten Halbzeit nicht mehr auflaufen darf. „Ich war mit der Einstellung von Tolic nicht zufrieden, deshalb hat sie in der zweiten Halbzeit nicht gespielt“, sagt Vereschako in der Pressekonferenz nach der Partie. Und legt dann später noch nach: „Ihr ist alles egal. Das geht nicht.“ Die Miezen-Trainerin bringt nach der Pause Viviane Steil und Hannah Braun aus der zweiten Mannschaft, und diese beiden Spielerinnen zeigen einen beherzten Auftritt und reißen ihre Mannschaftskameradinnen aus ihrer Lethargie. „Ich habe mich sehr über ihren Einsatz gefreut. Sie haben super gekämpft für das gemeinsame Ziel“, lobte Vereschako ihre Ersatzspielerinnen, die für die erkrankte Dovile Ilciukaite in den Kader gestoßen waren.

Mit ihrer Dynamik setzt die 31-jährige Steil in ihrer ersten Zweitligapartie gleich zu Beginn der zweiten Hälfte ein Ausrufezeichen. Sie nimmt den Platz von Hannah Sattler ein, die wie Tolic auf der Bank bleiben muss. Und Steil gelingt direkt eine starke Aktion auf Rechtsaußen, auch wenn ihr Wurf am Pfosten landet. In der 37. Minute kommt dann auch die erst 18-jährige Hannah Braun aufs Feld, und auf einmal starten die Miezen, die mit 9:14 (38.) zurückliegen, eine furiose Aufholjagd. Daran beteiligt: Steil mit ihrem ersten Zweitligator zum 12:15 (41.) und Braun, die fünf Minuten später ebenfalls trifft – zum 15:16. „Es hat mich gefreut, dass es mit einem Tor geklappt hat. Ich bin sehr zufrieden, aber es ist schade, dass wir nicht noch einen Punkt geholt haben“, sagt Braun.

Die Chance zum Punktgewinn, ja sogar zum Sieg besitzen die Miezen in der dramatischen Schlussphase. Sie kämpfen sich, angeführt von Linsey Houben und Andrea Czanik, immer wieder heran und lassen sich dabei auch von teilweise krassen Fehlentscheidungen der schwachen Schiedsrichter Christian Hannes/David Hannes nicht beirren. Die Zuschauer reißt es von den Sitzen, als Maja Zrnec zum 23:23 (57.) trifft und dann die Miezen nach einem Offensivfoul Herrenbergs Ballbesitz haben. Aber Czabo leistet sich einen Ballverlust, und 30 Sekunden vor dem Ende trifft die Toptorschützin Herrenbergs, Lea Neubrander, mit ihrem siebten Treffer zum 24:23-Sieg für die Gäste. Ein letzter Wurf der Miezen von Szabo geht vier Sekunden vor Schluss knapp über das Tor. Aus. Vorbei.

Die Miezen bleiben nach dieser knappen und unnötigen Niederlage Tabellenschlusslicht der zweiten Liga, können aber neue Hoffnung schöpfen. Mit der beherzten Einstellung wie in den letzten 20 Minuten kann es mit dem Klassenerhalt noch klappen, aber dann müssen sich alle so motiviert und kampfstark zeigen wie etwa Viviane Steil und Hannah Braun. Ihr Auftritt hat den Miezen neues Leben eingehaucht.

DJK/MJC Trier: Baranowska, Eckelt (n.e.)  – Petrovska (0), Sattler (0), Houben (7/davon drei Siebenmeter), Czanik (4), Tolic (0), Szabo (3), Zrnec (4), Simon-Varga (3), Braun (1), Steil (1)

Beste Werferinnen Herrenberg: Neubrander (7/1), Foth (7/5)

Zuschauer:  220

Schiedsrichter: Christian Hannes/David Hannes

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