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Achter setzt Siegesserie fort - Sorgen um Hacker

Achter setzt Siegesserie fort - Sorgen um Hacker

Der Deutschland-Achter hat seine Siegesserie fortgesetzt, aber erstmals seit Monaten erbitterte Gegenwehr gespürt. Nur mit Mühe und Not gewann das zuletzt dominante Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes (DRV) beim Weltcup-Finale von Luzern den Vorlauf.

Im Zweikampf mit den USA rettete die Crew um Schlagmann Kristof Wilke (Radolfzell) am Freitag einen knappen Vorsprung von einer Luftkastenlänge ins Ziel. Damit blieben die Weltmeister in ihrem 26. Rennen seit 2008 ungeschlagen und zogen in das Finale ein. Trainer Ralf Holtmeyer fühlte sich bestätigt: „Je näher London 2012 rückt, desto enger wird es. Das habe ich schon immer gesagt.“

Nicht nur der Achter kam vor der Konkurrenz ins Ziel. Mit insgesamt sieben Vorlaufsiegen in den 14 olympischen Klassen schlug sich die DRV-Flotte bei der hochkarätig besetzten Regatta auf dem Rotsee beachtlich. Erfolge im Achter, Männer-Doppelzweier, Zweier ohne Steuermann, leichten Männer-Doppelzweier, Vierer ohne Steuermann und beiden Doppelvierern lassen auf eine erfolgreiche WM-Generalprobe hoffen. „Unsere Trümpfe haben gestochen“, kommentierte DRV-Chefrainer Hartmut Buschbacher zufrieden.

Nur eine Woche nach dem überzeugenden Triumph von Henley hatte der Achter diesmal mächtig zu kämpfen. Anders als in den vergangenen Rennen gelang es nicht, sich bereits auf der ersten Streckenhälfte vorentscheidend abzusetzen. Was immer die Titelverteidiger auch versuchten, die USA blieb auf Schlagdistanz. Nur ein beherzter Endspurt bewahrte den Deutschland-Achter vor der ersten Niederlage seit den Olympischen Spielen von Peking. „Wir haben uns heute schwergetan“, kommentierte Martin Sauer (Berlin). Dennoch überwog beim Steuermann die Freude: „Über die Leistung sind wir nicht glücklich, wohl aber über den Ausgang des Rennens.“

Für weiteren Gesprächsstoff am Ufer des Rotsees sorgte Marcel Hacker. Schließlich verpasste der deutsche Skiff-Meister eine weitere Chance, sich auf die WM Ende August in Bled einzustimmen. Er hatte beim Abschlusstraining am Donnerstag in Luzern über Rückenprobleme geklagt und auf Anraten der Mediziner kurzfristig auf einen Start verzichtet. Damit mangelt es dem Weltmeister von 2002 an Wettkampfpraxis. In dieser Saison steht bisher nur der zweite Rang Ende Mai beim Weltcup-Auftakt von München zu Buche. „Ich hätte in Luzern gern meine guten Trainingseindrücke bestätigt“, klagte Hacker.

Auch ohne WM-Generalprobe hält Buschbacher mit Blick auf den Saisonhöhepunkt an Hacker fest: „Keiner in Deutschland erreicht sein Niveau. Da wackeln wir nicht, obwohl das keine ideale Ausgangsposition für Marcel ist.“ Alle Beteiligten hoffen auf eine schnelle Genesung. Schließlich werden in Bled nicht nur Medaillen, sondern auch die Plätze für London 2012 vergeben. Ein Ausfall in der prestigeträchtigen Bootsklasse wäre für den DRV ein herber Rückschlag auf dem avisierten Weg zurück zu alter olympischen Stärke.