Alistair Brownlee neuer Triathlon-Weltmeister

Alistair Brownlee neuer Triathlon-Weltmeister

Der Brite Alistair Brownlee ist das Maß aller Dinge im Triathlon. Ein Jahr vor den Olympischen Spielen in seinem Heimatland sicherte sich der 23-Jährige zum zweiten Mal nach 2009 den WM-Titel.

Im Finale der World Championship Series in Peking demonstrierte der Ausnahmeathlet eindrucksvoll seine Stärke und feierte im siebten WM-Rennen den vierten Saisonsieg. Brownlee brachte sich damit auch in die Favoritenposition für Olympia 2012 in London.

Auf der Olympia-Strecke von 2008 setzte er sich nach 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und zehn Kilometer Laufen überlegen gegen den Schweizer Sven Riederer durch. Rang drei belegte Brownlees zwei Jahre jüngerer Bruder Jonathan, der in der Gesamtwertung Zweiter blieb. Titelverteidiger Javier Gomez aus Spanien wurde nach seinem sechsten Platz in Peking immerhin noch WM-Dritter.

„Alistair Brownlee ist derzeit unschlagbar, sehr konstant in den Leistungen und eine Klasse für sich“, würdigte Sportdirektor und Cheftrainer Wolfgang Thiel von der Deutschen Triathlon Union (DTU) den neuen Champion.

Von seinen Athleten wussten beim Saisonabschluss Maik Petzold aus Bautzen als Neunter und Jonathan Zipf aus Saarbrücken als Elfter zu überzeugen. Dagegen blieben der letztjährige Vize-Weltmeister Steffen Justus aus Schramberg mit Rang 20 und Christian Prochnow aus Witten vier Plätze dahinter unter den Erwartungen. „Ich bezeichne den Wettkampfausgang mal als durchwachsen“, sagte Thiel.

Ausgerechnet bei seiner Rückkehr an die Stätte seines größten Erfolges erlebte Jan Frodeno einen schwarzen Tag. Der Olympiasieger von vor drei Jahren war nach einem Schlag an die Schläfe beim Start zum Schwimmen leicht benommen. Der 30-Jährige - schon mit einer leichten Grippe angetreten - kämpfte sich zwar durch das Wasser und fuhr noch eine Runde auf dem Rad. Dann gab der Saarbrücker auf.

An der Spitze kontrollierten indes die Brownlee-Brüder die Konkurrenz. Auf der Laufstrecke setzten sich beide vom Feld ab. Alistair Brownlee beendete den Bruderkampf in der vorletzten Runde, als er das Tempo anzog, und Sprint-Weltmeister Jonathan nicht mehr folgen konnte.

Für die deutschen Athleten hatte die WM nicht den Stellenwert wie in der Vergangenheit. Alles war auf die Olympia-Qualifikation in London Anfang August ausgerichtet gewesen. „Dadurch, dass wir alles auf London gesetzt hatten, bin ich insgesamt zufrieden“, sagte Thiel zur Saison. Für Justus und Frodeno ging der Plan auf. Sie haben ihre Tickets für Olympia 2012 in der Tasche. Der dritte Platz für London wird im kommenden Jahr vergeben.

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