Baum rettet Boll-Club - Triple für Düsseldorf

Baum rettet Boll-Club - Triple für Düsseldorf

Tischtennisstar Timo Boll bricht mit seinem Verein alle Rekorde. Borussia Düsseldorf machte nach einem 0:2-Rückstand durch ein 3:2 gegen die TTF Liebherr Ochsenhausen nicht nur die 24. Meisterschaft perfekt.

Den Rheinländern gelang es als erstem deutschen Club, das Triple aus dem Vorjahr mit Pokal, Champions League und Meisterschaft zu verteidigen. Zuvor hatte nur der TTC Zugbrücke Grenzau in der Saison 1986/1987 das Triple geholt, als die Königsklasse noch Europapokal der Landesmeister hieß.

„Ich habe wirklich nicht gut gespielt und bin so froh, dass Patti uns gerettet hat“, bedankte sich der WM-Dritte Boll bei seinem Mannschaftskollegen Patrick Baum, der nach den Niederlagen von Boll und Christian Süß gegen die Portugiesen Tiago Apolonia und Marcos Freitas durch ein 3:2 gegen den Japaner Seiya Kishikawa die Wende einleitete. Nach Bolls zweitem Satzgewinn gegen Apolonia war die Titelverteidigung in einer hochdramatischen Partie perfekt. Das Doppel gaben die Oberschwaben kampflos auf.

„Das ist etwas Einmaliges, auf das wir sehr stolz sein können“, sagte Manager Andreas Preuß, der trotz des klaren 3:1 im Hinspiel vor Ochsenhausen gewarnt hatte. „Ochsenhausen hätte es auch verdient gehabt, deutscher Meister zu werden“, sagte Boll, der nicht annähernd an seine Bestform herankam, aber dennoch die erfolgreichste Saison seiner Karriere krönen konnte. „Ich freue mich natürlich riesig, dass ich das Spiel gedreht habe“, kommentierte „Matchwinner“ Baum, der von seinen Teamkollegen mit Lob überschüttet wurde.

„Am Ende ist es immer das gleiche“, haderte Ochsenhausens Präsident Rainer Ihle, der in den DM-Finals schon zum dritten Mal in Serie an den Rheinländern scheiterte. „Wir spielen sehr gut, aber letztlich heißt der Meister immer Düsseldorf.“ So nah dran wie diesmal war das TTF-Team aber seit vielen Jahren nicht am vierten Meistertitel gewesen.

Nach dem 57. Titel der Clubgeschichte jagt der Rekordmeister und -Pokalsieger noch eine Bestmarke: La Villette Charleroi aus Belgien hat die Champions League sechsmal und damit zweimal öfter als Düsseldorf gewonnen. Doch wenn Boll seinen bis Sommer 2012 laufenden Vertrag verlängert, dürfte auch dieser Rekord bald fallen.

Weil ihm in Europa normalerweise niemand das Wasser reichen kann, wird Boll einen großen Teil der deutschen Sommerpause in der chinesischen Superliga spielen, wo in diesem Jahr neun der zehn besten Spieler der Welt aufschlagen. Die Bronzemedaille bei der WM hat dem seit Jahren stärksten Nicht-Chinesen Geschmack auf mehr gemacht. Bei den Olympischen Spielen im kommenden Jahr dürfen im Einzel nur zwei Asse aus dem Reich der Mitte starten. Boll: „In London will ich nachlegen.“

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