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WM-Frust
Deutsche Fechter erstmals seit 1974 ohne Einzelmedaille

Frustriert: Fechter Peter Joppich nach seinem frühen WM-Aus in Wuxi. Foto: Jan Woitas
Frustriert: Fechter Peter Joppich nach seinem frühen WM-Aus in Wuxi. Foto: Jan Woitas FOTO: Jan Woitas
Wuxi. Der Frust sitzt tief im deutschen Fechterlager. Erstmals seit 1974 blieben die einst so erfolgreichen Planchen-Könner bei einer kompletten WM ohne Einzelmedaille. Von Dietmar Fuchs, dpa

„Was soll ich sagen? Enttäuschend!“ - so reagierte Sven Ressel nach dem Ende der Individualwettbewerbe in Wuxi. Fast trotzig schob der Sportdirektor hinterher: „Aber Statistiken interessieren mich nicht. Es war klar, dass es schwer werden wird, aber die super erfolgreichen Zeiten sind doch schon lange vorbei!“

Gleichwohl hielt er fest, dass der Deutsche Fechter-Bund in China ja auch junge Athleten „mit Potenzial“ am Start hatte. „Und es wird oft zu schnell zu viel erwartet“, bemerkte er zum Neuaufbau, der für die am 1. April 2019 beginnende Olympia-Qualifikation wichtig ist.

Als letzter Deutscher schied Alexander Kahl im Florett-Achtelfinale mit 7:15 gegen Jun Heo (Südkorea) aus. Der Tauberbischofsheimer hatte zuvor gegen Nicholas Edward Choi aus Hongkong mit 15:13 und gegen Mengkai Huang aus China mit 15:12 gewonnen. Für Kahl stand am Schluss Position 14. Als jeweils Elfte waren Säbel-Europameister Max Hartung und die erst 18 Jahre alte Tauberbischofsheimerin Leonie Ebert mit dem Florett beste Deutsche.

Für 2008-Olympiasieger Benjamin Kleibrink, den viermaligen Einzel-Weltmeister Peter Joppich und den Bonner André Sanita war nach K.o.-Runde eins Schluss. Der für Tauberbischofsheim startende Kleibrink unterlag Italiens Olympia-Sechstem Giorgio Avola mit 7:15. Auch der Koblenzer Joppich musste sich einem Italiener geschlagen geben und unterlag dem Weltranglistenzweiten Alessio Foconi 11:15. Sanita verlor 9:15 gegen den Franzosen Erwann Le Pechoux.

Anna Limbach erreichte nach Platz fünf im Vorjahr diesmal mit dem Säbel nur das 32er-Feld. WM-Debütantin Julika Funke überstand ihr Auftaktgefecht nicht. 2017 hatte es in Leipzig durch Richard Schmidt im Degen-Wettbewerb für Deutschland einmal Bronze gegeben. „Enttäuschend!“ - so kommentierte Sportdirektor Sven Ressel die Bilanz. Ihm sei schon vorher klar gewesen, dass es schwer würde, „aber die super erfolgreichen Zeiten sind doch schon lange vorbei“.

Die letzten der sechs Individual-Goldmedaillen in Wuxi gingen am Dienstag an Russland und Italien. Die 21-jährige Sofia Posdniakowa gewann das russische Säbelduell gegen Sofia Welikaja mit 15:13. Im Florett-Finale siegte der Italiener Alessio Foconi mit 15:8 gegen den britischen Olympia-Vierten Richard Kruse. Foconi, die Nummer zwei des Welt-Rankings, hatte Joppich mit 15:11 ausgeschaltet.

Die deutschen Säbelfechter und die Degendamen kämpfen am Mittwoch im Viertelfinale um die Medaillen. Das Dormagener Säbel-Quartett mit Europameister Max Hartung hatte beim 45:37 in der Runde der letzten 16 gegen Kanada allerdings große Probleme. Gegner ist Europameister Ungarn. Das Degen-Team trifft nach Erfolgen mit 45:30 gegen Thailand und 42:36 gegen Italien auf den Olympia-Zweiten China.

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