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Doppel-Gold und große Liebe: Rieschs Glücksjahr

Baden-Baden (dpa). Viel mehr Glück hätte sich Maria Riesch für das Jahr 2010 nicht wünschen können. Mit zweimal Gold krönte sie sich bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver zur Königin der Alpinen. Von Christian Kunz und Florian Lütticke, dpa

Wenige Wochen nach den größten Momenten ihrer Sportlerkarriere berichtete sie mit „Schmetterlingen im Bauch“ von ihrer neuen Liebe. Die 26 Jahre alte Skirennfahrerin aus Partenkirchen ist mit dem Beckenbauer-Manager Marcus Höfl (37) verlobt; im April wird geheiratet.

Wie ihr Vorbild Katja Seizinger und Ski-Legende Rosi Mittermaier ist Riesch jetzt nicht nur Doppel-Olympiasiegerin, sondern auch „Sportlerin des Jahres“. Riesch steht für den aktuellen Alpin-Sport in Deutschland wie keine andere, nach tristen Jahren verkörpert sie dessen Aufschwung. Die Partenkirchenerin führt eine Mannschaft an, die an die goldenen 90er erinnert - und der Heim-WM im Februar „fiebern wir alle seit Jahren entgegen“.

Riesch macht nicht nur auf der Ski-Piste, sondern auch im Abendkleid eine gute Figur. Der Fan der Sängerin Pink liebt Glamour, steht gern im Rampenlicht und empfindet das große Interesse an ihrer Person keineswegs als Belastung. Das sei der Lohn für Erfolge der vergangenen Jahre, sagte die Slalom-Weltmeisterin und Gewinnerin von vier kleinen Kristallkugeln im Weltcup.

„Unglaubliches Skigefühl“ und „gnadenlose Willensstärke“ erkannte Rosi Mittermaier schon früh bei Maria Riesch, die sie von Kindesbeinen an kennt. Dazu gesellt sich die viel gepriesene Wettkampfqualität. „Als Topfavoritin beim olympischen Slalom in Vancouver Gold zu gewinnen, das schaffen nur wenige“, schwärmte die jüngere Schwester Susanne Riesch.

Aber auch Maria Riesch musste schon schwere Rückschläge verkraften. Nach zwei Kreuzbandrissen im Januar und Dezember 2005 kämpfte sich die Allrounderin zurück. Spätestens bei Olympia erntete sie den Lohn für all die Mühen „und wenn man einmal Doppel- Olympiasiegerin geworden ist, von der Wolke kommt man nie mehr runter, weil das immer bleibt.“ Fehlt eigentlich nur noch eins: Der ersehnte Sieg im von ihrer Freundin Lindsey Vonn dominierten Gesamtweltcup.