Exekutive entscheidet: Turn-WM doch in Tokio

Exekutive entscheidet: Turn-WM doch in Tokio

Trotz der Reaktor-Katastrophe von Fukushima finden die Turn-Weltmeisterschaften wie geplant vom 8. bis 16. Oktober in Tokio statt. Das entschied überraschend das Exekutivkomitee des Turn-Weltverbandes FIG im kalifornischen San Jose.

Ursprünglich sollte erst das FIG-Council in den nächsten zwei Tagen die Entscheidung fällen. „Wegen der vorliegenden Faktenlage und der wissenschaftlichen Erkenntnisse sah das Exekutivkomitee keinen Grund, von der Vergabe an Tokio zurückzutreten“, erklärte Wolfgang Willam, Sportdirektor des Deutschen Turner-Bundes (DTB), der Nachrichtenagentur dpa. FIG-Präsident Bruno Grandi (Italien) hatte den 21 Mitgliedern der Exekutive seinen Standpunkt erläutert. Danach seien mehrere Funktionäre einhellig zu der Auffassung gelangt, trotz der zweifellos kritischen Situation nach dem Erdbeben und dem Tsunami in Japan an der Austragung der Titelkämpfe in der Hauptstadt festzuhalten, sagte Willam.

„Zudem hatte es gar keinen offiziellen Antrag eines Verbandes zum Wechsel des WM-Ortes gegeben“, erklärte Willam. Die Russen, die im Vorfeld am stärksten gegen Tokio protestierten und mit Moskau eine Alternativ-Bewerbung abgaben, hätten sich durch ihr Exekutiv-Mitglied gleichfalls dem allgemeinen Tenor angeschlossen und keine weiteren Proteste gegen Tokio geäußert. Die WM ist zugleich die erste Olympia-Qualifikation für London 2012.