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Fahrig kreiert den „Fahrig“: DTB-Turner Zweite

Fahrig kreiert den „Fahrig“: DTB-Turner Zweite

Die von Ex-Weltmeister Fabian Hambüchen angeführte Europameister-Riege hat mit einem hervorragenden zweiten Platz beim erstklassig besetzten Japan-Cup der Turner in Tokio ihre Klasse demonstriert.

Mit 266,900 Punkten mussten sich die Deutschen in der gut besuchten WM-Arena von 2011 nur den Japanern geschlagen geben, die auf 276,100 Punkte kamen. Dritter wurden in Abwesenheit von Olympiasieger China die USA (265,400) vor Großbritannien (263,650) und Südkorea (263,250).

Nachdem er bei der EM in Birmingham dem deutschen Star Hambüchen mit zwei Titeln und einmal Silber bereits die Show gestohlen hatte, sorgte in Tokio erneut Boden-Champion Matthias Fahrig für Furore. Als erster Turner der Welt präsentierte das Sprung-Wunder aus Sachsen- Anhalt einen Twist-Salto gebückt mit eineinhalb Schrauben, ein Element, das als hoch dotiertes G-Teil in das Regelwerk Code d'Pointage eingehen dürfte. Damit wird das superschwere Element für ewig den Namen „Fahrig“ tragen. In Tokio wurde Fahrigs Übung bei einem Ausgangswert von 6,9 mit 15,200 Zählern belohnt. Am Sprung markierte der Hallenser mit 16,000 Punkten den Tageshöchstwert.

Von einer „gelungenen WM-Probe“ für das kommende Jahr, wenn es in Tokio um die Olympia-Tickets für London 2012 geht, sprach Cheftrainer Andreas Hirsch. Erfreut zeigte sich der Coach, dass auch Marcel Nguyen seine Übungen im Schwierigkeitsgrad weiter aufgestockt hat. Der Unterhachinger, der nach einer fiebrigen Erkältung leicht gehandicapt in den Wettkampf ging, bot am Boden mit dem Dreifach- Tsukahara ein spektakuläres Element. 15,600 Punkte bei einem Ausgangswert von 6,6 waren der Lohn. Allerdings patzte er gleich zweimal beim Kolman-Salto am Reck.

Dank der Klasseleistungen von Fahrig und Nguyen entrissen die Deutschen dem Olympia-Dritten USA am Boden noch den sicher geglaubten zweiten Platz, nachdem sie schon im Vorjahr als Dritter hinter China und Japan aufgetrumpft hatten. „Es hat sich ausgezahlt, dass wir noch mal etwas riskiert haben, sagte Hirsch. „Es war nicht zu erwarten, dass wir zu diesem Zeitpunkt fehlerfrei durchturnen. Insofern sind wir froh über das Resultat, aber auf keinen Fall selbstzufrieden.“

Am Reck wurde Fabian Hambüchen, der mit 88,75 Punkten einen passablen Mehrkampf turnte und nur am Pauschenpferd patzte, überraschend von Philipp Boy übertroffen. Der Cottbuser kam beim Ausgang von 6,9 auf starke 15,900 Punkte, Hambüchen lag mit 15,750 Punkten (Ausgang 6,8) nur knapp dahinter. In Birmingham hatten beide am Reck EM-Bronze gewonnen. Hambüchen hat nun im Mehrkampf erneut die Chance, sich mit dem japanischen Weltmeister Kohei Uchimura zu messen, zweiter deutscher Starter ist Marcel Nguyen.