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Freiwasser: Lurz holt WM-Silber - Olympia-Tickets

Freiwasser: Lurz holt WM-Silber - Olympia-Tickets

Rekord-Weltmeister Thomas Lurz freute sich in Shanghai eher leise über WM-Silber der Langstreckenschwimmer, lautstark wurde der zu Tränen gerührte Andreas Waschburger nach Platz zehn beim Gruppenkuscheln des Teams gefeiert.

Routinier Lurz mit seinem 14. WM-Edelmetall und der Newcomer sicherten dem deutschen Team beide möglichen Olympia-Startplätze für London 2012. Nach Bronze in Peking vor drei Jahren wollte Lurz unbedingt zu seinen zweiten Spielen. „Der Druck war sehr groß, ganz klar. Jeder hat die Quali erwartet, ich auch. Daher bin ich auch taktisch geschwommen“, sagte der neunmalige Weltmeister.

Der Würzburger Lurz musste sich über 10 Kilometer nach 1:54:24,7 Stunden nur dem Griechen Spyros Gianniotis um eine Körperlänge und 2,5 Sekunden geschlagen geben. Bronze ging im größten WM-Startfeld überhaupt an den Russen Sergej Bolschakow. Bundestrainer Stefan Lurz freute sich über insgesamt drei Olympiatickets fast noch mehr als über Silber von Bruder Thomas: „Uns ist ein Riesenstein vom Herzen gefallen. Alles was jetzt noch kommt, ist Zugabe.“ Tags zuvor hatte Angela Maurer (Mainz) als Achte ebenfalls einen deutschen Quotenplatz geholt.

Die versammelten Teamkollegen am Steg des Jinshan Beach schrien im Endspurt auf der langen Zielgeraden Lurz und Waschburger nach vorn. Besonders der 24-Jährige aus Saarbrücken hatte das Rennen lange Zeit mitbestimmt. Vor der letzten der vier Runden über jeweils 2,5 Kilometer lag er auf Platz zwei und schaffte im Ziel die Punktlandung.

„Es ist der größte Traum meiner Karriere, einmal im Leben zu Olympia zu kommen. Alle haben sich mit mir gefreut, da sind mir die Tränen gekommen“, sagte Waschburger und gab zu: „Ich habe da am Schluss schon mitgezählt, als zwei an mir vorbeigegangen sind.“ Nach erfolgreicher Rechenaufgabe bekam er vom lautstarken Heimtrainer Hannes Vitense („Alter, wir sind bei Olympia!“) gleich die nächste Streicheleinheit. „Seit heute ist er ein Weltklasse-Athlet, früher wurde er immer klein gehalten“, sagte Vitense.

Bundestrainer Lurz stimmte ins allgemeine Lob mit ein. „Andreas ist so ein anständiger Kerl, immer fleißig, höflich, hilfsbereit. Jeder mag ihn, ein vorbildlicher Sportler.“ Nach der Hitzeschlacht im Damenrennen tags zuvor machten nun ein bewölkter Himmel und leichter Wind die Hatz der 67 Starter im 29 Grad warmen Meerwasser erträglicher.

Während Waschburger nun die WM „in vollen Zügen“ genießen will, stehen für Thomas Lurz die nächsten zwei Rennen an. Im neuen Mannschafts-Wettbewerb starten neben Lurz noch Jan Wolfgarten und Beckenschwimmerin Isabelle Härle. „Wir spekulieren auf eine Medaille“, sagte Stefan Lurz.