Fünfkampf: Schöneborn strebt ersten WM-Titel an

Fünfkampf: Schöneborn strebt ersten WM-Titel an

Auf der faulen Haut zu liegen ist nicht das Ding von Lena Schöneborn. Die Olympiasiegerin im Modernen Fünfkampf, die nebenbei an der Berliner Fachhochschule für Wirtschaft und Recht studiert, ist mit den fünf Disziplinen Fechten, Schwimmen, Reiten, Laufen und Schießen gut ausgelastet.

„Ich habe gerne viel um die Ohren“, erklärte die 25-Jährige, die bei der Weltmeisterschaft von Donnerstag bis 14. September in Moskau ihren ersten WM-Titel im Einzel holen möchte. Den Weltcup und die Europameisterschaft hat die Wahl-Berlinerin in teilweise souveräner Manier bereits gewonnen, das Olympia-Ticket für London 2012 ist gelöst. „Das war in diesem Jahr die Hauptaufgabe“, sagte Schöneborn, die sich im polnischen Drzonkow auf die WM vorbereitet hat. Während des Trainingslagers knickte sie mit dem Fuß um und musste einige Laufeinheiten aussetzen. Problematisch sei das aber nicht. „Ich habe eine gute Grundlage“, versicherte Schöneborn.

Die Favoritenrolle verursacht weder bei der Athletin noch bei Bundestrainerin Kim Raisner besonderen Stress. „Lena kann sich gut konzentrieren. Sie ist ein Wettkampftyp“, lobte Raisner die Vorzeigeathletin. Die möchte nach einigen unglücklichen Ritten vor allem im Parcours glänzen und ihren Ruf als „Pferdeversteherin“ etwas aufpolieren. Als schärfste Konkurrentinnen im Kampf um WM-Gold gelten die dreifache Weltmeisterin Amelie Cazé aus Frankreich und die gebürtige Litauerin Donata Rimsaite, die im Moskauer Sportkomplex „Olympisky“ für Russland startet.

Schöneborn führt das deutsche WM-Team mit jeweils vier Damen und Herren an. Neben der Olympiasiegerin von Peking hat auch Steffen Gebhardt (Darmstadt) als EM-Siebter die Olympia-Teilnahme im nächsten Jahr sicher. Der Deutsche Verband für Modernen Fünfkampf (DVMF) ist aber zuversichtlich, das maximale Kontingent mit zwei Damen und zwei Herren in London ausschöpfen zu können, auch wenn es in Moskau für die anderen DVMF-Athleten nicht zu einen WM-Podestplatz reichen sollte.

Eva Trautmann (Darmstadt), Annika Schleu (Berlin) und Janine Kohlmann (Neuss) sowie das Herren-Trio Stefan Köllner (Potsdam), Delf Borrmann und Alexander Nobis (beide Berlin) können in der russischen Hauptstadt mit guten Platzierungen wichtige Punkte für die Weltrangliste sammeln. Über die Weltrangliste erhalten im Juni 2012 noch einmal sieben Damen und Herren das begehrte Olympia-Startrecht.