Geteilte Schwimmer-Meinungen über Lange-Abschied

Geteilte Schwimmer-Meinungen über Lange-Abschied

Noch-Bundestrainer Dirk Lange polarisiert weiter: Die Meinungen der Spitzenschwimmer über das kurz bevorstehende Ende seiner Amtszeit gehen auseinander.

Paul Biedermann ist es „egal“, Aktivensprecherin Dorothea Brandt will weiter seinen Rat, Lange-Schützling Marco Koch dessen Trainingspläne befolgen. Weltrekordler Biedermann jedenfalls gab sich am Freitag bei den deutschen Kurzbahn-Meisterschaften in Wuppertal unbeeindruckt von der wochenlangen Hängepartie um Langes Zukunft.

„Das ist ja jetzt endlich geklärt, jetzt kann man sich wieder auf den Sport konzentrieren. Personalien interessieren mich nicht“, sagte Biedermann. Am wichtigsten sei für ihn weiterhin Heimtrainer Paul Embacher. „Mein Trainer bleibt für mich die Nummer eins, da ist es mir egal, wer Bundestrainer ist“, erklärte der 25-Jährige aus Halle/Saale.

Derzeit klären der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) und Lange die finanziellen Modalitäten eines Aufhebungsvertrages. Der 48-Jährige ist in Wuppertal nicht anwesend und äußert sich auch nicht mehr zu sportlichen Fragen. Sein 2008 geschlossener Vertrag läuft noch bis Ende 2012. Bis zu den Olympischen Spielen 2012 in London wird es nach Aussage von DSV-Leistungssportdirektor Lutz Buschkow keinen neuen Bundestrainer geben, Langes Aufgabenbereich soll auf mehrere Schultern verteilt werden.

Aktivensprecherin Dorothea Brandt gehört zu den Fürsprechern des scheidenden Bundestrainers. „Für mich ist entscheidend, dass ich weiter Kontakt zu Dirk halte und mir auch Rat holen will.“ Die Berlinerin wurde von Leistungssportdirektor Buschkow über den Sachstand informiert. Für die Brustschwimmerin müssen die Kompetenzen bis London klar geregelt werden. „Das Hauptproblem ist, dass die Struktur etwas neblig wird.“ Sie hat von Langes Empfehlungen - für Anweisungen hätte er die jahrelang von ihm erhoffte Position des Cheftrainers haben müssen - profitiert: „Es lag an jedem selbst, wie er das umsetzt.“

Auch Marco Koch glaubt an Langes Wirken. Der Brustschwimmer ist mit dessen Trainingsplänen Dritter im Kurzbahn-Gesamtweltcup geworden und kratzte mehrfach am eigenen deutschen Rekord über 200 Meter aus der Ära der Hightech-Anzüge. „Mir ist relativ egal, was die oben fabrizieren, weil ich mit Dirk weiterarbeiten werde. Ich bin komplett überzeugt von ihm, der Erfolg gibt mir recht.“ Der Kurzbahn-Europameister wird weiter gemeinsam von Lange und seinem Darmstädter Heimtrainer Alexander Kreisel betreut.