Görges greift nach ihrem zweiten Titel in Luxemburg

Tennis : Görges greift nach ihrem zweiten Titel in Luxemburg

Julia Görges hat beim WTA-Turnier in Luxemburg die Chance, ihren Titel vom Vorjahr zu verteidigen. Die 30-jährige Deutsche gewann ihr Halbfinale gegen die Kasachin Elena Rybakina glatt in zwei Sätzen und trifft am Sonntag im Endspiel auf die frühere French-Open-Siegerin Jelena Ostapenko.

Titelverteidigerin Julia Görges steht im Finale des WTA-Turniers im luxemburgischen Kockelscheuer. Die 30-Jährige aus Bad Oldesloe setzte sich am Samstag im Halbfinale des mit insgesamt 250 000 US-Dollar dotierten Hallenturniers gegen Elena Rybakina aus Kasachstan durch (6:3, 6:4).

Die erst 20 Jahre alte Rybakina war im Turnier an Nummer drei gesetzt, Görges an zwei. Doch das erwartet enge Match blieb aus. Im Vergleich zu ihren bisherigen Partien in Luxemburg begann die Deutsche konzentrierter. In den Runden zuvor gegen Misaki Doi (Japan), Sorana Cirstea (Rumänien) und Monica Puig (Puerto Rico) hatte sie jeweils den ersten Durchgang verloren. Gegen Rybakina habe sie ihr mit Abstand bestes Match der Woche gespielt, sagte Görges später bei einer Pressekonferenz. „Ich habe ganz gut variiert und sie aus dem Rhythmus gebracht“, beschrieb sie. Nach drei mental sehr harten Matches zuvor sei sie froh, dass sie sich im Halbfinale habe steigern können.

Im Finale am Sonntag (15 Uhr) tritt Görges gegen die Lettin Jelena Ostapenko an. Für beide ist es das erste Aufeinandertreffen überhaupt auf der WTA-Tour. „Sie trifft die Bälle sehr hart und schnell. Aber das war eigentlich bei allen meinen Gegnerinnen hier bisher der Fall. Darauf bin ich eingestellt“, sagte Görges zu ihrer Finalgegnerin. Wenn sie sich gut bewege und fokussiert bleibe, dann werde es „hoffentlich ein gutes Finale“. Den Titel in Luxemburg zu verteidigen wäre „natürlich großartig“. In dieser Saison ist das der aktuellen Nummer 26 der Weltrangliste schon einmal gelungen. In Auckland (Neuseeland) triumphierte Görges nach ihrem Vorjahresieg erneut. Das wolle sie auch in Luxenburg schaffen, wo sie sich „sehr willkommen“ und von den Fans sehr gut unterstützt fühle.

Die 22-jährige Jelena Ostapenko hatte am Samstag gegen ihre Halbfinalgegnerin, die Russin Anna Blinkova, deutlich mehr Mühe, gewann aber in drei Sätzen (3:6, 6:3, 6:2). Ostapenko, die 2017 die French Open als ungesetzte Spielerin gewinnen konnte, startete mit Schwierigkeiten ins Match. Blinkova, im Turnier an Nummer acht gesetzt, spielte konzentriert und bereitete der Lettin im ersten Durchgang vor allem mit ihren starken Returns Probleme. Ostapenko blickte mehrmals achselzuckend in ihre Box, in der die frühere Wimbledon-Gewinnerin Marion Bartoli sie lautstark anfeuerte. Die Französin tauchte in Linz überraschend als neuer Coach an Ostapenkos Seite auf.

Im zweiten Satz konnte die Lettin ihr Spiel stabilisieren, brachte mehr Präzision in ihre Grundschläge. Blinkova hielt tapfer dagegen, konnte die sehr offensiv agierende Ostapenko aber letztlich nicht mehr stoppen.

Für die junge Frau aus Riga, die aktuell in der Weltrangliste an Position 63 geführt wird, waren es zuletzt zwei erfolgreiche Wochen. Beim WTA-Turnier in Linz unterlag sie vergangenen Sonntag erst im Endspiel der 15-jährigen Amerikanerin Cori Gauff, die in Linz ihren ersten Titel auf der Profi-Tour feierte. Zuvor lief die Saison für die Lettin eher durchwachsen. Von daher freue sie sich über ihre aufsteigende Form, sagte sie nach dem Match: „Es ist wunderbar, eine schwierige Saison auf diese Art zu beenden.“ Druck vor dem Endspiel spüre sie nicht: „Ich sehe es als neue Chance, ein Finale zu gewinnen.“

Ein Endspiel stand bereits am Samstag auf dem Programm im Sportcenter Kockelscheuer. Im Doppel besiegten die US-Teenager Cori Gauff und Catherine McNally ihre Kontrahentinnen Kaitlyn Christian (USA)/Alexa Guarachi (Chile) in zwei Sätzen mit 6:2 und 6:2.