Hambüchen hofft auf WM-Mehrkampf - Toba nominiert

Hambüchen hofft auf WM-Mehrkampf - Toba nominiert

Die Achillessehne macht keine Probleme mehr, die Sprünge sitzen: Fabian Hambüchen hat sich im National-Training-Center von Tokio immer mehr seiner Topform angenähert.

Nachdem ursprünglich alle Verantwortlichen einen Sechskampf für den deutschen Vorturner bei den Weltmeisterschaften vom 7. bis 16. Oktober wegen seiner Operation im Januar ausgeschlossen hatten, könnte es nun doch zum kompletten Einsatz des 23-Jährigen aus Hessen kommen.

Nach den guten Trainingsleistungen auch am Sprung und Boden könnte Hambüchen nun nur noch das Pauschenpferd einen Strich durch die Mehrkampf-Rechnung machen, weil er möglicherweise nicht zu den fünf Deutschen gehört, die an diesem Gerät ins WM-Rennen geschickt werden. „Die Entscheidung, ob ich den Mehrkampf turnen kann, fällt ganz allein der Cheftrainer“, stellte Hambüchen schon vor dem Abflug klar. Der „Chef“ Andreas Hirsch wird nun nach dem Podium-Turnen am Mittwoch seine endgültige Besetzung an den einzelnen Geräten bekanntgeben.

Sollte Hambüchen für alle sechs Geräte nominiert werden, würden in Philipp Boy, Marcel Nguyen und dem Ex-Reck-Weltmeister insgesamt drei Deutsche einen vollen Mehrkampf bestreiten, nur zwei von ihnen könnten aber ins WM-Mehrkampffinale einziehen.

Eine andere Entscheidung hat der Berliner Erfolgscoach am Wochenende vor dem Umzug ins WM-Hotel „Tokyo Prince“ schon getroffen: Andreas Toba aus Hannover wird in Tokio seine Premiere bei Weltmeisterschaften feiern und die Riege komplettieren. Toba, dessen Vater Marius zwischen 1987 und 1997 dreimal für eine deutsche WM-Riege und auch bei Olympia zum Einsatz kam, baute im letzten Trainingscamp seine Stärken am Pauschenpferd aus und verdrängte den Straubenhardter Thomas Taranu, der nunmehr Ersatzturner ist, aus dem Team. „Es war eine schwere Entscheidung. Den Ausschlag gab die Leistung für das Team“, meinte Hirsch. Bereits vor dem Abflug hatte er Hambüchen, Philipp Boy (Cottbus), Marcel Nguyen (Unterhaching), Sebastian Krimmer (Stuttgart) und Eugen Spiridonov (Bous) nominiert.

Mit Interesse haben vor allem Fabian Hambüchen und Philipp Boy verfolgt, dass Top-Favorit China ohne den dreifachen Olympiasieger Zou Kai antreten wird. Der Reck-Spezialist, der im April in Doha mit dem Ausgangswert von 7,7 die bisher schwierigste Übung der Turn-Geschichte anbot, wurde von seinem Verband nur als Ersatzmann nominiert.

Kurz vor dem Abflug nach Tokio wurde Yan Minyong, der Weltmeister an den Ringen von 2009, für den ursprünglich gemeldeten Lu Bo nominiert, der an einer Verletzung am Handgelenk leidet. Damit vertreten in Chen Yibing (auch Titelverteidiger Ringe), Feng Zhe (Barren), Zhang Chenglong (Reck), Teng Haibin und Yan Minyong nun voraussichtlich fünf Team-Titelverteidiger von Rotterdam die Farben des Mannschafts-Olympiasiegers von Peking. Sechster Turner ist Guo Weiyang.

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