Heimspiel in Hamburg als Vorspiel: Nur London zählt

Heimspiel in Hamburg als Vorspiel: Nur London zählt

Sogar vor ihrem Heimspiel an der Alster haben die deutschen Triathleten um Olympiasieger Jan Frodeno nur ein Thema: London.

In drei Wochen geht es für die Spitzenkräfte der Deutschen Triathlon Union (DTU) in der britischen Hauptstadt um die Tickets für die Olympischen Spiele an gleicher Stätte ein Jahr später. Daher hat das WM-Rennen an der Alster in diesem Jahr einen anderen Stellenwert als sonst. „Der Fokus liegt nicht 100-prozentig auf Hamburg“, gestand Frodeno.

Die meisten DTU-Athleten absolvieren am Samstag (Männer) und Sonntag (Frauen) das vierte von sieben Rennen der diesjährigen World Championship Series aus dem vollen Training heraus. „Alle sind auf London fokussiert“, sagte DTU-Sportdirektor Wolfgang Thiel. „Hamburg ist die Generalprobe. Danach können wir Aussagen für das Training in den nächsten drei Wochen machen.“

Wer nach Olympia fahren will, muss in London mindestens unter die ersten Zwölf kommen. Die besten Zwei erhalten die Tickets. Der dritte Startplatz wird bei den Männern später vergeben. Die deutschen Frauen kämpfen noch um einen dritten Platz bei Olympia.

Die Ausrichtung des Trainings auf das Rennen am 7. August ist nach Aussage von Thiel auch der Grund für die bislang durchwachsenden Ergebnisse vor allem bei den Männern. Weder Frodeno noch Vizeweltmeister Steffen Justus oder Maik Petzold kamen in Sydney, Madrid oder Kitzbühel in Podestnähe.

Frodenos sechster Platz in Madrid war noch das beste Ergebnis. Doch zuletzt hatte der Saarbrücker mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. „Wir kommen erst jetzt richtig in Tritt“, glaubt Thiel. „Es wäre schwierig, jetzt schon ein Resümee zu ziehen.“

Nur als bessere Trainingseinheit wollten die deutschen Triathleten das Rennen in Hamburg aber nicht sehen. Immerhin werden wieder 200 000 Zuschauer an der Strecke erwartet. „Das ist mein zehnter Start in Hamburg. Mein Ziel ist die Top Ten“, sagte Maik Petzold, als Zehnter derzeit bester Deutscher in der WM-Wertung. Der Weltmeisterschafts-Dritte von 2009 aus Bautzen meinte mit Blick auf das Ranking: „Ich bin angriffslustig.“

In Hamburg fehlen aus der Weltelite nur die in diesem Jahr überragenden britischen Brüder Alistair und Jonathan Brownlee. Starke Konkurrenten für die deutsche Dreikampf-Elite sind Weltmeister und Vorjahressieger Javier Gomez aus Spanien und der hinter Alistair Brownlee rangierende Gesamtzweite Alexander Bruchankow aus Russland. Bei den Damen verzichtet die WM-Führende Paula Findley aus Kanada auf einen Start, nachdem sie bei den bisherigen drei Stationen jeweils triumphiert hatte. Beste Deutsche ist Svenja Bazlen aus Freiburg als Neunte.

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