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Hobby-Angler Lurz: In London Gold fischen

Hobby-Angler Lurz: In London Gold fischen

Als Hobby gibt Thomas Lurz Angeln an - und man kann sich den 31-Jährigen sehr gut irgendwo an einem See völlig in Ruhe mit einer Angel vorstellen.

Denn wer nach seinem zehnten WM-Gold, dem siebten über fünf Kilometer in Serie, am Jinshan Beach von Shanghai so gelassen und cool darüber spricht, als wäre es das Normalste der Welt, der hat wohl auch kein Problem, stundenlang auf das Anbeißen eines Fisches zu warten. Die einzige Frage: Wann hat ein Trainings-Vorbild wie er überhaupt Zeit fürs Angeln?

„Er arbeitet sehr, sehr hart, er ist sehr talentiert für diese Sportart, von der Muskulatur sehr weich, so dass er nicht - wie die Schwimmer sagen - festläuft auf den längeren Distanz. Und er trainiert unglaublich hart. Das ist, denke ich, das Erfolgsrezept von Thomas Lurz“, sagte Stefan Lurz, Trainer und Bruder des Goldschwimmers, am Freitag nach dessen Sieg über fünf Kilometer. Beide kommen aus einer Schwimm-Familie: Ihr verstorbener Vater Peter war Langstreckenwart im Deutschen Schwimmverband (DSV).

Was Thomas Lurz auszeichnet, sind Geradlinigkeit, Zuverlässigkeit und Offenheit. Arroganz ist ihm fremd. Dem sportlichen Gegner begegnet er immer mit Respekt. Dazu setzt der 1,83 Meter große und 74 Kilo schwere Athlet sich für seine Sportart ein. Nach dem Tod des amerikanischen Freiwasser-Schwimmers Francis Crippen bei einem Wettkampf im vergangenen Jahr war er einer der Wortführer bei der Forderung nach mehr Sicherheit. Er trainiert neun bis zwölfmal pro Woche alleine nur im Schwimmbecken.

Lohn sind nicht nur 16 WM-Medaillen für den Rockmusik-Freund, sondern auch die Anerkennung durch Kontrahenten und Fachwelt. 2010 wurde der Liebhaber von Pasta, Hähnchen, Hamburger und Süßigkeiten zum Freiwasserschwimmer des Jahrzehnts gewählt.

Doch auch ein Mann wie der Rekord-Weltmeister muss sich „täglich aufs Neue motivieren“, wie er auf seiner Internetseite gesteht. Das alles macht er vor allem für ein Ziel: Die olympische Goldmedaille. „Diesen großen Traum möchte ich mir in London 2012 erfüllen. Bis dahin werde ich weiter hart trainieren, die Zähne zusammenbeißen und mein Bestes geben. Denn eine Goldmedaille bei Olympischen Spielen ist das größte Ziel eines jeden Sportlers.“