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Hochwälder gibt Formel-1-Fahrern das Okay

Motorsport : Hochwälder gibt Formel-1-Fahrern das Okay

Thomas Paulus soll im nächsten Jahr Chef der Technischen Kommissare im ADAC werden und damit eine wichtige Funktion im Motorsport-Zirkus ausfüllen.

Handwerk hat goldenen Boden, heißt es im Allgemeinen. Thomas Paulus (53), Kfz-Meister aus Lorscheid (Kreis Trier-Saarburg), hat das vor nicht allzu langer Zeit unter Beweis gestellt und strebt jetzt sogar nach Höherem. Der bei einem großen Mercedes-Autohaus in Trier angestellte Paulus gehörte gemeinsam mit dem aus Osann-Monzel im Kreis Bernkastel-Wittlich stammenden Rudolf Bollig (67), ebenfalls Kfz-Meister, zu jenen Leuten, die beim Formel-1-Rennen am Nürburgring Mitte Oktober die Entscheidung über die regelkonforme Performance der Formel-1-Boliden zu treffen hatten. Beide zählten zum Team der sogenannten Technischen Kommissare beim Großen Preis der Eifel auf dem Nürburgring.

Bollig ist seit vielen Jahren der Obmann der „Tekos“ wie sich die Kfz-Spezialisten nennen,  welche über die Einhaltung der technischen Vorschriften des Weltmotorsportverbands FIA wachen. Paulus, mit dem er seit mehr als 20 Jahren bei vielen nationalen und internationalen Motorsport-Events zusammenarbeitet, soll ihn demnächst in dieser Funktion beerben – als Obmann der Technischen Kommissare im ADAC Mittelrhein. Das ist quasi der Chef der Truppe. Ohne sie geht bei großen Events im Motorsport nichts.

Bollig und Paulus sind seit Jahren dabei. Sie kennen die Tricks und Schliche der Fahrer und Teams, um sich eventuell einen Vorteil zu verschaffen, der gegen die technischen Vorgaben der hochkomplizierten Formel-1-Renner geht. Paulus sagt, auf was sie im Besonderen achten müssen:  „Eines der wichtigsten Kriterien ist das Gewicht des Fahrzeugs. Das muss bis aufs Gramm stimmen. Und zwar ohne Fahrer. Andernfalls erfolgt der Ausschluss aus dem Rennen. Der Weltmotorsportverband, die Fia, kennt da kein Pardon.“ Die Arbeit als Technischer Kommissar im Motorsport, die alle Teammitglieder auf freiwilliger Basis aus Liebe zum Beruf und zum Motorsport erledigen, erfordert ständige Weiterbildung in allen Bereichen und Facetten der verschiedenen Serien. Vor allem, seit  hybridisierte Triebwerke Einzug in das technische Reglement gehalten haben. Also Autos, die nicht nur mit einem Verbrenner-Motor, sondern auch mit Elektro-Unterstützung ausgestattet sind.

„Da ändern sich die Vorgaben rasend schnell. Ab 2022 kommt ein ganz neues Regelwerk in der Formel 1 auf uns zu“,  schildern Bollig und Paulus ihre Arbeit.  In den Boxen eins bis drei (insgesamt gibt es an der Grandprix-Strecke 32 Boxen) hatten die „Tekos“ ihr Lager aufgeschlagen. „Die Anforderungen werden immer komplizierter und es gibt auch viel mehr Einsprüche als das in früheren Jahren der Fall war. Als ich anfing, haben wir noch im Regelbuch nachgeguckt. Mittlerweile geht ohne Laptop nichts mehr“, sagt Paulus. Der Kfz-Meister aus Lorscheid arbeitet seit mittlerweile 25 Jahren  mit Bollig zusammen. Paulus ist Mitglied und Sportleiter im Racing- Team Trier, welches über viele Jahre hinweg das einzige deutsche Rennen zur Berg-Europameisterschaft auf einer kleinen, aber sehr anspruchsvollen Strecke zwischen Fell und Thomm ausgerichtet hatte. Seine besondere Liebe gilt den historischen Fahrzeugen, das äußert sich beispielsweise bei der Aufbereitung von Renn-Oldtimern für das 24-Stunden-Klassik-Rennen am Nürburgring.

Bollig begleitet seit mittlerweile mehr als 20 Jahren die „dicken Brummer“ der Truck-Europameisterschaft auf den bekanntesten Truck-Rennstrecken überall im Kontinent.

In zwei Jahren, mit dann 69, soll Schluss sein mit seiner Tätigkeit als Obmann der Technischen Kommissare im ADAC Mittelrhein. „Das Vierteljahrhundert würde ich gerne noch voll machen“, hat er sich als Ziel gesetzt. Dann soll Paulus ihn in dieser Funktion beerben. Das ist der Plan. Ob sie vorher vielleicht im kommenden Jahr noch einmal gemeinsam bei der Formel 1 am Ring aktiv sein dürfen, das steht noch in den Sternen. „Wehren würden wir uns nicht dagegen. Dafür macht es zu viel Spaß.“