Hockey-Coach erfreut: Wess wieder für Deutschland

Hockey-Coach erfreut: Wess wieder für Deutschland

Timo Wess will es noch mal wissen. Der langjährige Kapitän kehrt in die deutsche Hockey-Nationalmannschaft zurück, um bei den Olympischen Spielen 2012 die vor drei Jahren in Peking gewonnene Goldmedaille zu verteidigen.

„Das ist eine Super-Ergänzung zu unserer aktuellen Abwehrreihe“, sagte Bundestrainer Markus Weise über den am Montag bekanntgewordenen Comeback-Entschluss seines Führungsspielers, der die Chancen auf Edelmetall in London deutlich steigert. „Timo ist sowohl in der Innenverteidigung als auch auf den Außenpositionen der Abwehr einsetzbar“, ergänzte der Erfolgscoach, der allerdings stets strikt nach dem Leistungsprinzip verfährt.

Bei Timo Wess muss er sich da aber wohl kaum Gedanken machen. Der Routinier, der nach Peking seinen Fokus auf sein Studium und den Beruf gelegt hatte, ist dafür bekannt, dass er sich immer voll engagiert. So hat er intensiv an seiner Fitness gearbeitet, seit sich für ihn der Rücktritt vom Rücktritt abzeichnete. „Nach Gesprächen mit dem Bundestrainer, aber vor allem mit meinem Arbeitgeber, eröffnete sich doch noch mal die Möglichkeit, zu spielen“, berichtete Wess am Montag im Deutschlandfunk. Sein Comeback in der DHB-Auswahl könnte im Dezember bei der Champions Trophy in Indien über die Bühne gehen.

Die in dreieinhalb Wochen beginnende Heim-Europameisterschaft in Mönchengladbach, für die Weise sein Aufgebot in der Vorwoche benannt hatte, ist dagegen kein Thema: „Aufgrund der Kurzfristigkeit der Entscheidung wäre das zu früh, um dort einzusteigen“, erklärte der routinierte Abwehrspieler. Er hat neben Olympia-Gold 2008 und -Bronze 2004 zwei Welt- (2002/2006) und den Europameister-Titel 2003 gewonnen und zählt damit schon jetzt zu den erfolgreichsten Hockey-Spielern in Deutschland. Da er mit dem Crefelder HTC 2006 deutscher Meister und mit Rot-Weiß Köln 2007 Europacupsieger der Landesmeister wurde, hat er als einziges deutsches Hockey-Ass die komplette Trophäen-Sammlung.

Als Kapitän hat ihn mittlerweile Maximilian Müller abgelöst. Und der soll aus Sicht des 29-Jährigen, dessen jüngerer Bruder Benjamin (26) ebenfalls zum Kreis des DHB-Teams zählt, auch deutscher Spielführer bleiben. „Da habe ich keinerlei Ambitionen“, sagte Wess.