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Kanutin Wagner-Augustin: Einer-Sieg zum Jubiläum?

Kanutin Wagner-Augustin: Einer-Sieg zum Jubiläum?

Vor mehr als einem Jahrzehnt durfte Katrin Wagner-Augustin erstmals bei Weltmeisterschaften ran. In Posen feiert die viermalige Kanu-Olympiasiegerin mit der zehnten WM-Teilnahme ein kleines Jubiläum. Und dabei würde sie gerne die ihr noch fehlende Medaille holen.

Bei der Frage, zum wievielten Male sie an einer Kanu-WM teilnehme, muss die viermalige Olympiasiegerin Katrin Wagner-Augustin selbst erst nachrechnen. „Das weiß ich doch nicht“, sagt die 32 Jahre alte Ausnahme-Kanutin. Die Finger reichen genau, denn in Posen feiert sie mit WM Nummer zehn ein kleines Jubiläum. 1997 stand sie zum ersten Mal auf dieser Bühne, neun Titelkämpfe später ist sie WM-Inventar. 55 Medaillen bei Großereignissen lautet die eindrucksvolle Bilanz, in der der Weltmeistertitel im Kajak-Einer über 500 Meter noch fehlt.

„Das wird langsam mal Zeit“, findet Wagner-Augustin am Ufer des Maltasees, an dem ihr der Wellengang nicht schmeckt. „Vielleicht kann ich mir diesmal endlich den Traum erfüllen.“ Bei der EM holte sie schon diesen überaus begehrten Sieg, bei Olympia oder der WM wartet sie (noch). Oder für immer?

Trotz all ihrer Erfahrung erlebt die Sportsoldatin in Polen auch Neues. Denn an einen freien Auftakt-Tag kann sie sich nicht erinnern. „Das ist eine Premiere, schon ein bisschen komisch“, meint die fünfmalige Olympia-Medaillengewinnerin, zudem eine der zehn erfolgreichsten deutschen Sommer-Olympioniken. Zeitplan und Einsatzkonzeption bescherten ihr den ersten Vorlauf an diesem Freitag. Entspannter konnte sie daher auch bei der Eröffnungsfeier von ihrem am Ufer gelegenen Bungalow das Feuerwerk anschauen.

Nach neun Weltmeisterschaften ist immer noch „Vorfreude“. Und Motiviationsprobleme kennt die neunmalige Weltmeisterin trotz vieler Jahre Paddel-Power sowieso nicht. „Es ist nicht wirklich schwer, sich zu motivieren, wenn es immer noch Spaß macht“, sagt die Sportsoldatin über ihre „Leidenschaft“, über ihr „Hobby“. „Auch dieses Jahr habe ich alle Stufentests gut überlebt. Und ganz ehrlich: Man will sich ja auch selber ausreizen.“ Die vielen Erfolge und der gesund gebliebene Athletenkörper tun sicher das Übrige hinzu.

„Ich habe keine Wehwehchen und es gibt einige, die deutlich jünger sind, die mehr Probleme haben.“ Trotzdem mag sie, bei allem Willen in London 2012 noch dabei zu sein, nicht zu weit nach vorne blicken. „Ich muss schauen, wie macht der Körper mit? Ich plane daher von Jahr zu Jahr.“ Im Team hat sie als Routinier eine „zentrale Stellung“ und ist eine „Leitfigur“, wie Bundestrainer Reiner Kießler betont. Und ein „Wettkampftyp“ sei sie in all den Jahren auch gewesen.

In Posen will Wagner-Augustin, die beim Basteln oder „Unkraut zupfen“ entspannen kann, wieder die Wettkampfstärke ausspielen und das stolze Erfolgskonto aufstocken. Neben dem Traum vom Einer sollen auch der Kajak-Vierer und die Staffel auf das Podest. „Drei Medaillen sind das kleinste Ziel, am besten wäre es, alle drei könnten golden sein.“ Eine weitere Empfehlung für das Olympiateam 2012 wäre das allemal.