Konzept geht auf: Frodeno und Justus bei Olympia

Konzept geht auf: Frodeno und Justus bei Olympia

Im ungeliebten Regen hat Triathlon-Olympiasieger Jan Frodeno die Nerven bewahrt und sich das Ticket für die Olympischen Spiele 2012 gesichert.

Außer dem Saarbrückener holte sich Vize-Weltmeister Steffen Justus in London beim fünften von sieben Rennen der WM-Serie die Fahrkarte für den Medaillenkampf auf den Tag genau in einem Jahr an gleicher Stätte. Mit den Plätzen fünf und elf erfüllten Justus und Frodeno die Qualifikations-Kriterien der Deutschen Triathlon Union (DTU).

„Das war ein bisschen Nervenkrieg“, sagte der 29-jährige Frodeno nach dem harten Kampf gegen sich, das Wetter und Maik Petzold. Der WM-Dritte von 2009 aus Bautzen, der schon 2004 und 2008 Olympia verpasst hatte, verlor das teaminterne Duell mit Frodeno nur um vier Sekunden und muss nun seine Chance bei einem von der DTU noch festzulegenden Wettkampf im nächsten Jahr suchen.

DTU-Sportdirektor Wolfgang Thiel sah sich nach dem Wochenende in seiner Strategie bestätigt, für die Männer und Frauen das Rennen auf dem Olympia-Kurs für 2012 als Qualifikation zu benennen. „Wenn man von dem Wetter einmal absieht, bin ich vollauf zufrieden“, sagte Thiel. Die Vorgaben an seine Athleten lauteten: Die besten beiden Deutschen in London haben ihre Tickets für 2012 sicher, vorausgesetzt sie landen unter den besten Zwölf. „Das Konzept ist aufgegangen“, meinte Thiel. Denn einen Tag vor Frodeno und Justus hatte auch Anja Dittmer im Frauen-Rennen als Drittplatzierte ihre Reise nach Olympia gebucht.

Die einheimischen Athleten untermauerten indes eindrucksvoll ihre Ambitionen für die Spiele in ihrer Hauptstadt. Helen Jenkins siegte bei den Frauen und bei den Männern demonstrierte Alistair Brownlee, dass er der derzeit beste Triathlet der Welt ist.

Nach den 1,5 Kilometer Schwimmen übernahm der 23-jährige Weltmeister von 2009 beim 40 Kilometer Radfahren die Initiative und riss mit drei weiteren Fahrern aus. Auf der Zehn-Kilometer- Laufstrecke lief er dann allen davon und holte sich seinen dritten Saisonsieg. Sein zwei Jahre jüngerer Bruder Jonathan stürmte noch auf Rang drei hinter dem Russen Alexander Bruchankow.

Weder Justus noch Frodeno konnten da mithalten. „Ich sehe das Ergebnis mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, meinte Frodeno. „Zum einen habe ich die Olympia-Qualifikation geschafft und sitze eine Pobacke höher. Zum anderen kotzt mich ein elfter Platz an.“ Justus war zufriedener: „Der fünfte Platz ist mein bestes Ergebnis in dieser Saison. Ich war auf dem Punkt topfit“, sagte der 29-Jährige aus Schramberg. Das war nicht selbstverständlich: Erst vor einigen Wochen hatte er eine Virusinfektion überstanden.

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