1. Sport
  2. Sportmix

Kür zu Deutschlands Sportlern 2020: „Auf kleiner Flamme und sehr demütig“

Deutschlands Sportler des Jahres : Kür 2020: „Auf kleiner Flamme und sehr demütig“

Wie die Gala zur Wahl diesmal ohne Gäste über die Bühne gehen wird.

Aus dem Bénazet-Saal des Kurhauses wird ein großes Studio. Die rund 750 Gäste, die sonst jedes Jahr in Baden-Badens „guter Stube“ vor Ort sind, werden diesmal draußen bleiben müssen. Die Kür der deutschen Sportler des Jahres 2020 am 20. Dezember werde „auf kleiner Flamme und sehr demütig“ ausfallen, wie es Klaus Dobbratz, Veranstalter und Chef der Internationalen Sportkorrespondenz (ISK) beschrieb.

Das Wichtigste aber: Es wird auch in diesem Jahr, zum mittlerweile 74. Mal in Folge, die „Veranstaltung „Sportler des Jahres“ geben. Der Medienpartner ZDF wird am 20. Dezember ab 22.15 Uhr in einer 75-minütigen Aufzeichnung berichten. Moderieren werden erneut Katrin Müller-Hohenstein und Rudi Cerne. Es wird eine besondere Sendung unter dem Eindruck der Corona-Pandemie. „Wir werden Athletinnen und Athleten unter den Geehrten sehen, die unter diesen Umständen ganz Besonderes geleistet haben. Menschen, die sich aus eigener Kraft an den Haaren aus dem Sumpf gezogen und für die Gesellschaft Großes im Kleinen geleistet haben“, sagte Dobbratz.

In die gleiche Kerbe schlug bei der Vorab-Pressekonferenz in Baden-Baden ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann: „Wir hätten es uns leicht machen und sagen können, die Veranstaltung fällt in diesem für den Sport verlorenen Jahr aus. Aber es gab auch ohne Olympische Spiele, ohne viele internationale Meisterschaften so tolle Leistungen einzelner Athletinnen und Athleten, dass wir es ihnen schuldig sind, nicht auf diese traditionelle Veranstaltung zum Ende des Jahres zu verzichten.“

Vor diesem Hintergrund berichteten zwölf Tage vor der Veranstaltung im Kurhaus US-Open-Doppelsiegerin Laura Siegemund, der Weltjahresbeste im Speerwerfen, Johannes Vetter, der paralympische Kugelstoß-Weltrekordler Nico Kappel und der zugeschaltete Bahnrad-Europameister Maximilian Levy von ihren persönlichen Erfahrungen in diesem von der Pandemie dominierten Jahr. Es war bewundernswert zu sehen und zu hören, wie sie alle  trotz großer persönlicher wie globaler Einschränkungen mit Freude und eisernem Willen zu großartigen Leistungen gefunden hatten.

Zugeschaltet aus Südafrika war zudem Mountainbike-Legende Sabine Spitz, 2019 Gewinnerin des Sparkassenpreises für Vorbilder im Sport. Sie berichtete, wie sie Schulen und Vereine in der Nähe ihrer Heimat mit dem Geld, das sie als Preisträgerin erhalten hatte, unterstützt. „Für den Nachwuchs sind die Möglichkeiten gezielter Förderung in diesen Zeiten ungeheuer wichtig.“

Am 20. Dezember wird das Geheimnis gelüftet, wer die Nachfolger von Malaika Mihambo, Niklas Kaul und des Skisprung-Teams der Männer sind. Stimmberechtigt waren die mehr als 3000 Mitglieder des Verbands Deutscher Sportjournalisten (VDS).