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200 Dollar Strafe und ein blaues Auge

200 Dollar Strafe und ein blaues Auge

Nach seinem Sieg 2008 und dem fünften Platz im vergangenen Jahr belegte Marc Pschebizin beim Langdistanz-Triathlon Challenge Wanaka auf Neuseeland diesmal den sechsten Platz. Der Wittlicher entschied sich extrem kurzfristig für den Wettkampf über 226 Kilometer am anderen Ende der Welt.

Wanaka. Mal eben schnell nach Neuseeland zum Triathlon - klingt verrückt, aber für Marc Pschebizin lohnte sich die spontane Reise. Nachdem es für den 36-Jährigen beim Trie rer Silvesterlauf gut lief (40. Platz im Bitburger-Lauf der Asse) und ein Leistungstest auf dem Rennrad positiv ausfiel, entschloss sich der schnellste Ironman-Triathlet aus dem Bezirk Trier spontan, zum dritten Mal bei der Challenge Wanaka zu starten.

Raus aus dem Schneechaos, rein ins Land



Nun war Pschebizin nach dem Ironman auf Hawaii im Oktober und dem mehrtägigen Abenteuerrennen in Abu Dhabi im Dezember keine Zeit für die spezielle Vorbereitung auf das Langdistanz-Rennen über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und einem Marathonlauf (42,195 Kilometer) geblieben.

"Ich habe die Rennen bestritten und dazwischen immer nur ein wenig trainiert", erklärt der Diplom-Sportlehrer. Das reichte allerdings, um zum dritten Mal unter die besten Zehn zu kommen.

Nachdem der Wittlicher dem Schneechaos in Deutschland entronnen war, gab es dann Probleme bei der Einreise nach Neuseeland: Ein Zöllner fand eine vergessene Mandarine in Pschebizins Radschuhen. Ein strafbares Vergehen, denn die Neuseeländer wollen unter allen Umständen verhindern, dass Parasiten, wie zum Beispiel Fruchtfliegen, über Obst im Gepäck ins Land eingeschleppt werden. Die Konsequenz für Pschebizin: 200 Dollar Strafe.

Eine Dänin wird zum Problem

 Spontan entschloss sich der Wittlicher Marc Pschebizin (links) zu seiner dritten Teilnahme am Langdistanz-Triathlon durch die malerische Landschaft der Südinsel Neuseelands. Foto: privat
Spontan entschloss sich der Wittlicher Marc Pschebizin (links) zu seiner dritten Teilnahme am Langdistanz-Triathlon durch die malerische Landschaft der Südinsel Neuseelands. Foto: privat



Das Problem bei der Einreise blieb aber die einzige Unannehmlichkeit. "Die Neuseeländer sind so herzig", sagt Pschebizin, der mittlerweile während seiner Aufenthalte im Kiwi-Land bei einer einheimischen Familie wohnt.

Während des Rennens hatte Pschebizin dann nur zwei Probleme: Beim Schwimmen verpasste ihm die später Drittplatzierte Lisbeth Kristensen aus Dänemark unbeabsichtigt ein blaues Auge.

Beim Radfahren ließ er den späteren Sieger Richard Ussher (Australien) nach 40 Kilometern ziehen. "Diese Entscheidung bereue ich immer noch", sagt Pschebizin. Denn allein auf sich gestellt, verlor er im Kampf gegen den Wind wertvolle Minuten. Diese konnte er auch beim abschließenden Marathonlauf nicht mehr gut machen.

Dank der viertbesten Laufzeit (3:02:45 Stunden) schob sich Pschebizin auf den sechsten Platz vor (Gesamtzeit: 9:14:15 Stunden). "Es war ein Traumrennen vor einer traumhaften Kulisse", resümiert er glücklich. 2011 will er auf jeden Fall wieder nach Neuseeland - dann aber mit mehr Vorbereitung.