200 Kilometer für einen guten Zweck

Was vor sechs Jahren quasi als Ein-Mann-Projekt startete, ist zu einer Großveranstaltung geworden. Wir blicken auf die Geschichte des Hospizlaufs von Koblenz nach Trier, der am Freitag und Samstag unterstützt vom Laufportal des Trierischen Volksfreunds zum siebten Mal stattfindet.

Trier. (teu) 2004: Der erste Hospizlauf ist eine Art Nacht-und-Nebel-Aktion von Jörg Engel. Der damals 31-Jährige wird während der 200 Kilometer nur begleitet von Arnold Schmidt im Verpflegungs-PKW und Wolfgang Gräf auf dem Fahrrad. Ausgerechnet einen kalten und dunklen Wintermonat hat sich Engel für seine Benefizaktion ausgesucht.

Sensibilisiert durch seinen Beruf als Krankenpfleger will der Ultralangstreckler aus Morbach-Gutenthal Spenden für die Aktion "Da-sein" des Trierischen Volksfreunds sammeln und die Einrichtung eines Hospizhauses in Trier unterstützen.

2005: Engel wiederholt - wieder im Februar - die Aktion. Nun bereits durch etliche Läufer abschnittsweise begleitet. Nach Mitternacht beginnt es zu schneien. Aber nicht Engel hinterlässt die ersten Spuren im Schnee, Wildschweine laufen bereits vor ihm über den Mosel-Radweg durch die Nacht.

2006: Endlich keine Kälte mehr, endlich länger Licht, aber ausgerechnet beim Wechsel in den Sommer schafft Jörg Engel nicht die komplette Distanz. Magen-Darm-Probleme zwingen ihn ins Begleitauto.

Stattdessen läuft Gerhard Geisen vom Ultrateam Spiridon Hochwald 200 Kilometer. Wichiger als die Extremleistung: Noch mehr Läufer sind dabei.

2007: Freitag der 13. bringt kein Glück für Jörg Engel. Wieder muss der Hospizlauf-Initiator vorzeitig ins Begleitfahrzeug steigen. Und wieder ist es Gerhard Geisen, der durchläuft. Insgesamt mehr als 200 Läufer beteiligen sich.

Die letzten Kilometer durch Trier zum fertiggestellten Hospizhaus legen die Läufer unter Polizeischutz zurück.

2008: Was zunächst niemand aus der großen Gruppe, die sich bereits am Deutschen Eck zusammenfindet, ahnt: Es wird der letzte unter Jörg Engels Federführung organisierte Hospizlauf sein. Diesmal ist es Hans-Peter Roden aus Kell am See, der 200 Kilometer am Stück läuft.

Die Organisation wird immer professioneller. Erstmals werden die Mitläufer akribisch registriert. 263 werden gezählt.

2009: Ein halbes Jahr vor der sechsten Auflage steht der Hospizlauf vor dem Aus. Familienvater Jörg Engel sieht sich angesichts einer beruflichen Weiterbildung nicht in der Lage, die Organisationsverantwortung zu übernehmen.

Doch das Ultrateam von Spiridon Hochwald springt ein. Dass erstmals niemand die komplette Distanz bewältigt, fällt kaum auf. Der Hospizlauf ist endgültig das, was Engel als Vision formuliert hat: Ein Quassellauf für einen guten Zweck, bei dem (fast) jeder mitlaufen kann. Lauftempo: 6:30 Minuten pro Kilometer

2010: Wieder fällt der Startschuss Punkt freitags zwölf Uhr am Deutschen Eck in Koblenz. Etliche Staffeln, unter anderem ein gemeinsames Team mit Läufern der Trierer Stadtwerke, des SV Olewig und des TV-Laufportals haben sich angekündigt.

Ihr Motto: "Koblenz - Trier: 17 (Läufer) für 200 (Kilometer)".

Im Internet: www.volksfreund.de/laufen und www.hospiz-lauf.de

Telefon-Hotline: 0171/5744521

Spendenkonto-Nummer: 100229930 bei der Volksbank Hochwald eG (BLZ 585 647 88)

Extra

Hospizlauf-Zeitplan: 12 Uhr Deutsches Eck, Koblenz, 13.18 Uhr Winningen, 13.30 Uhr Lehmen (Parkplatz), 16.01 Uhr Moselkern (Ortsmitte), 17.02 Uhr Pommern (Ortsmitte), 18.06 Uhr Cochem, 19.38 Uhr Poltersdorf (Parkplatz), 21.04 Uhr Bremm, 22.37 Uhr Zell (Katz-Brunnen), 23.54 Uhr gegenüber Reil, 1.05 Uhr Traben-Trarbach, 2.13 Uhr Kindel (Brücke), 3.47 Uhr Bernkastel-Kues, 5.14 Uhr Wintrich (Camping), 6:01 Uhr Piesport (Sporthalle), 6:50 Uhr Neumagen (Kirche), 7.33 Uhr Leiwen (Ortseingang), 8.36 Uhr Detzem (Staustufe), 9.20 Uhr Mehring (Radweg), 10.18 Uhr gegenüber Schweich, 11.03 Uhr Ruwer (Bahnhof), 12 Uhr Hospizhaus Trier