1. Sport
  2. Sportmix
  3. Leichtathletik

Erst Bronze und Silber, wann Gold?

Erst Bronze und Silber, wann Gold?

Nach der Bronzemedaille über 3000 Meter in der Halle ist der aus Prüm stammende Jörg Alff nun deutscher Seniorenvizemeister über 10 000 Meter. Das Ende der Fahnenstange soll das noch nicht sein.

Prüm. (teu) Fallschirmjäger sind harte Burschen! Dieses Klischee bedient Jörg Alff seit Jahrzehnten auf seine eigene Weise. "Mir macht es einfach Spaß, zu trainieren und mich zu quälen", sagt der 46-Jährige von der LG Vulkaneifel. Seinen Grundwehrdienst leistete Alff bei den Fallschirmjägern in Merzig ab. "Ich wollte springen", begründet er die Wahl. Wie die Qual beim Training war auch damals die harte Ausbildung nicht Selbstzweck. Alff ist kein Masochist. "Ich weiß, was ich machen muss, um etwas zu erreichen", sagt er. Ohne Fleiß kein Preis!

Fleißig ist Alff. Auf bis zu 20 Stunden wöchentlich schätzt er den Trainingsaufwand im vergangenen Winter. Während der Woche trainierte Alff, der als IT-Spezialist bei einer großen deutschen Bank in Frankfurt arbeitet, auf dem Laufband oder den Geräten in einem Fitnessstudio. Ein typisches Programm: Aufwärmen auf dem Laufband oder dem Fahrradergometer, 45 Minuten Kraftausdauertraining an den Geräten und abschließend noch bis zu eineinhalb Stunden Dauerlauf auf der Tretmühle. "Auf der Heimfahrt im Zug bin ich schon mal eingeschlafen", gibt Alff zu.

Der Preis für die Qual war der Gewinn der deutschen Vizemeisterschaft bei der 45- bis 49-Jährigen (M45) über 10 000 Meter am vergangenen Samstag im thüringischen Ohrdruf. Nach 25 Runden auf dem 400-Meter-Oval und 33:30,46 Minuten musste sich Alff nur Wilhelm Hofmann (Marburg/33:24,35) geschlagen geben. "Wir waren insgesamt 14 Läufer in der Altersklasse und zu sechst vorn dicht beieinander. Das war ganz schön spannend", blickt er zurück.

Nach dem Gewinn von Senioren-DM-Bronze in der Halle über 3000 Meter war die Silbermedaille eine weitere Belohnung für den Kämpfer Jörg Alff. Fast exakt zwei Jahre vor dem 10 000-Meter-Rennen in Ohrdruf ging er noch an Krücken. Eine Verknöcherung am linken Fersenkopf musste abgesägt werden. Die Saison 2008 war gelaufen. Alff sieht's positiv: "In der Zeit habe ich mich regeneriert und 2009 den Einstieg in die M45 gefunden", sagt er.

Nach Bronze und Silber hat Alff nun sogar einen deutschen Meistertitel im Visier. Nach den Rheinland-Seniorenmeisterschaften am 30. Mai in Trier will er am 27. Juni den nationalen M45-Titel über 5000 Meter holen. Nach Bronze im Winter, Silber im Frühjahr soll im Sommer Gold folgen.