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Freiwasser-Bundestrainer: Lurz plant mit Training für Spitzenschwimmer

Freiwasser-Bundestrainer : Lurz plant mit Training für Spitzenschwimmer

Nach den verschärften Corona-Beschränkungen geht Freiwasser-Bundestrainer Stefan Lurz davon aus, dass seine Spitzenschwimmer in der kommenden Woche weiter trainieren können.

„Wenn die Landes- und Bundeskader-Athleten weiter trainieren dürfen, sind zumindest 70 Prozent der Trainingsgruppe abgedeckt“, sagte der Würzburger. Im Frühjahr hatten seine Sportler sieben Wochen lang nicht im Schwimmbad trainieren können, ehe es wieder Grünes Licht für sie gab. Den Trainingsrückstand im Jahr vor Olympia aufzuholen war eine große Herausforderung.

Abseits des Spitzensports treffen die Beschränkungen durch die nahende Schließung des vom Verein betriebenen Bades den SV Würzburg 05 hart. Schon im Frühjahr hatte dieser gravierende Mindereinnahmen verkraften müssen. „Ich hoffe, es bleibt bei vier Wochen, sonst wird es irgendwann eng“, sagte Lurz. Er hofft, dass auch der Verein wegen der zwangsweisen Schließung des Bades zum Kreis derer zählt, die von den geplanten Corona-Nothilfen Zahlungen erhalten können.

Als erste Maßnahme des Vereins setzt Lurz auf die Senkung der Energiekosten im Bad, auch das Wasser aus nicht benötigten Becken wird abgelassen. Mitarbeiter werden wieder in Kurzarbeit geschickt.

Die Spitzenathleten, zu denen etwa die WM-Dritte Leonie Beck gehört, sollen dann im 50-Meter-Becken weiter trainieren können. „Sie halten sich strikt an unser Hygienekonzept“, betonte Lurz.

Der Vizepräsident des Deutschen Schwimm-Verbandes, Uwe Brinkmann, hat angesichts des bundesweiten Verbots von großen Teilen des Breiten- und Amateursports im November an den Zusammenhalt der Wassersportler appelliert. Es gelte jetzt, „die Herausforderung mit Teamgeist anzugehen und durchzustehen, trotz vereinzelter Rufe nach Protest.“ Brinkmann ergänzte: „Denn bislang war der Sport zwar nicht als Infektionstreiber auszumachen, aber als ein tragender Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens ist er eben auch nicht vom sonstigen Geschehen abzukoppeln.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten bei einer Konferenz unter anderem vereinbart, dass wegen der Corona-Pandemie im November der Freizeit- und Amateursportbetrieb eingestellt werden soll - jedoch mit Ausnahme des Individualsports allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand. Von kommendem Montag an müssen die Schwimmhallen schließen.

„Angesichts der sehr erfolgreichen Anstrengungen, den Wassersport in allen seinen Facetten durch aufwendige und gut funktionierende Hygienekonzepte trotz der Pandemie zu ermöglichen, ist die Enttäuschung nachvollziehbar bei all jenen, die nun mit einer Vollbremsung wieder schweren Herzens Verzicht üben müssen“, sagte Brinkmann. „Diese Beschränkung trifft die Menschen von jung bis alt und auch ihre Vereine sehr hart, dieser Beschluss verschärft noch einmal die Probleme auf sämtlichen Ebenen.“

Leistungssportdirektor Thomas Kurschilgen wies auf die Folgen hin. „Die negativen Auswirkungen und Schäden für den Schwimmsport seit Ausbruch der Pandemie sind in ihrer Gesamtheit deutlich sichtbar. Auch im Leistungssport zeichnet sich immer mehr ein von Absagen und Verschiebungen von Meisterschaften, Lehrgängen und Trainingslagern geprägtes Bild“, sagte er im Jahr vor den auf 2021 verlegten Olympischen Spiele in Tokio.

Um die vielen Freizeitsportler motiviert zu halten, will der über 580 000 Mitglieder starke Verband unter anderem virtuelle Trainingseinheiten organisieren.

© dpa-infocom, dpa:201029-99-130546/3